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Hinter der Abkürzung "GIS" verstecken sich Geographische Informationssysteme, die sich heute bei den Softwareanwendern großer Beliebtheit erfreuen. Im Rahmen einer Diplomarbeit wurde die Einsatzmöglichkeit von GIS in der Abfallwirtschaft und hier vor allem bei der Tourenplanung näher untersucht. Der folgende Artikel geht auf die wesentlichen Ergebnisse dieser Untersuchungen ein. GIS-Einsatz in der TourenplanungDie kommunale Abfallwirtschaft muss immer komplexere Aufgaben bewältigen. Vor allem in den letzten zehn Jahren wuchs das Aufgabenfeld aufgrund der getrennten Sammlung gewaltig an. Dies bringt auch einen gestiegenen Aufwand bei der Planung der Sammeltouren mit sich. Mit Geographischen Informationssystemen lassen sich räumliche Analysen effizient durchführen. So können diese für die Tourenplanung in der Abfallwirtschaft gewinnbringend eingesetzt werden. Bei einer Recherche und Analyse von schon bestehenden und in Anwendung befindlichen Softwarepaketen zur Tourenplanung mit integrierten geographischen Informationssystemen kristallisierten sich folgende zwei Gruppen von Systemen heraus. Zur ersten Gruppe gehören Systeme, die eine Tourenplanung unterstützen, aber dafür keinen mathematischen Algorithmus verwenden. Sie zeichnen sich aber dadurch aus, dass sie die tägliche Arbeit in der Abfallwirtschaft durch zahlreiche Zusatzmodule wie Behälterverwaltung, Verrechnung, Auswertungen, graphische Darstellung der Touren etc. wesentlich unterstützen. Bei der Nutzung eines solchen Systems sind jedoch die Einsparungen nicht bei den Fixkosten - also den Touren selber - zu erwarten, sondern bei den Planungsabläufen durch eine Rationalisierung der Arbeitsschritte. Dadurch werden die Prozesse transparenter und einfacher, die Kommunikation wird verbessert, die Mitarbeitermotivation steigt. Diese Systeme lassen sich relativ einfach einführen und nutzen. Die zweite Gruppe umfasst Systeme, welche für die Tourenplanung einen mathematischen Algorithmus verwenden. Diese bestehen meist nur aus solch einem Modul, andere Zusatzmodule für die abfallwirtschaftliche Routinearbeit sind nicht integriert. Bei diesen Systemen ist eine wesentliche Einsparung bei den Fixkosten zu erwarten. Ein Nachteil ist der zu erwartende hohe Aufwand der Datenaufbereitung vor der Einführung und auch die Datenwartung während der Nutzung. Entscheidet man sich für solch ein System, ist es nur sinnvoll, wenn auch in die Datenbereitstellung investiert. Das System steht und fällt mit den Basisdaten. Es erscheint nicht seriös, an dieser Stelle die möglichen Einsparungen bei den Fixkosten genau zu beziffern. Dies hängt sehr stark davon ab, welche Ausgangssituation vorliegt. In kommunalen Sammelsystemen, wo vorher noch analog mit Karteikarten gearbeitet wurde, ist somit das Einsparungspotential wesentlich höher anzusetzen als in Sammelsystemen, wo vor der Einführung eines Tourenplanungsprogrammes schon ein Computersystem im Einsatz war. Weitere Nutzungen eines GIS in der AbfallwirtschaftAls besonders nutzbringend können vor allem die weiteren Nutzungen eines GIS über die Tourenplanung hinaus bezeichnet werden. Hiermit werden neue Möglichkeiten für die Planung und Optimierung sowie für das Bürgerservice eröffnet. Sind die Behälter samt ihrer Standplätze einmal verortet, so können hiermit weitere räumliche Analysen durchgeführt werden. Zum einen sind mit solch einem Werkzeug strategische Planungen möglich. Standortplanungen von Behältern mit Erreichbarkeiten und Einzugsgebieten lassen sich leicht realisieren. Über- und Unterversorgungen mit Behältern in unterschiedlichen Gebieten können rasch erhoben und so eine Optimierung des Sammelsystems durchgeführt werden. Zum anderen kann ein Informationssystem für Bürgeranfragen eingerichtet werden, welches auf Eingabe
einer Adresse die umliegenden Altstoffbehälter anzeigt. Bürgeranfragen können so schnell beantwortet werden,
was mit einer reinen Standortliste nicht möglich ist. Dieses Service kann auch für das Internet ausgebaut
und der Bevölkerung zur Verfügung gestellt werden. Eine mögliche Gestaltung eines solchen Bildschirmaufbaus
zeigt Abbildung 1.
Abb.1.: Darstellung von Behälterinformationen in einem GIS Solch ein System ist derzeit in der Magistratsabteilung 48 in der Planungsphase und soll in den kommenden Jahren als zusätzliches Bürgerservice umgesetzt werden. Weiters kann das System mit einem Flottenmanagement verbunden werden. Die Koppelung mit Bordcomputern und die Ausstattung der Sammelfahrzeuge mit GPS-Geräten ermöglicht einen flexibleren und somit wirtschaftlicheren Einsatz des Fuhrparks bei der Erledigung der täglichen Aufgaben. Für diese Anwendungen konnten keine ausgereiften Softwarepakete recherchiert werden. Ansätze gibt es lediglich bei Bürgerinformationssystemen. Einführung eines GIS in der AbfallwirtschaftGrundlegend für die Einführung einer GIS-unterstützten Software in der kommunalen
Abfallwirtschaft und damit auch das Auswählen eines passenden Softwarepaketes ist eine
genaue Zieldefinition hinsichtlich des Einsatzes des Systems. Ebenfalls müssen auf die
Planung der Einführung, die Bewältigung der eventuell auftretenden Probleme und die organisatorische
Einführung enormen Wert gelegt werden, um die Vorteile eines solchen Systems voll ausschöpfen zu können.
Für alle, die an mehr Details interessiert sind, hier ist meine Diplomarbeit auch in der
Langfassung zum Herunterladen (Vorsicht 23MB!)
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