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Hope, Okanagan Valley, Glacier NP, Yoho NP - Juni 1996

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Fahrt Vancouver - Hope-Slide

Hwy 1 East, Hwy 3 East

Es geht zuerst unseren Broadway und diversen Verlängerungen entlang nach Westen und gleich auf den Canada-Hwy 1 East. Dabei verursacht der Adlerbus ein kurzzeitiges Verkehrschaos, indem er beim Linksabbiegen den Verkehr auf einer dreispurigen Strasse lahmlegt! Aber die Amerikaner sind nicht so nervöse Autofahrer (Wir fragen uns, was das in Wien für ein Hupkonzert gegeben hätte?)

Wir verlassen Vancouver über eine große Brücke, die den Fraser River bei Queens Beach quert. In diesem Bereich ist der Fluß etwa 1 km breit und die Wasserfläche wird für die Holzdrift genutzt. Der Hochwasserzustand begründet sich durch längere Regenfälle und verspätet eingesetzter Schneeschmelze.

Der Hwy 1 (Trans-Canada Highway) folgt dem Tal des Fraser Rivers, das hier einen sehr breiten Talboden aufweist. Neben dem Okanagan Valley weiter östlich ist dieses Tal der einzige größere Bereich BCs, der für die Landwirtschaft (Gemüse, Hopfen, etc.) tauglich ist. Nach Abbotsford und Chilliwack endet die dichtere Besiedlung, der Verkehr nimmt auch schlagartig ab. Interessant ist auch die Nutzung des Highways als Radweg (Probleme gibt es nur bei den Auf- und Abfahrten). Abzweigung auf den BC-Hwy 3 East (Crowsnest Hwy) in Hope. Wir gewinnen sofort an Höhe und nach 20 km gibt es den ersten Stopp beim Hope-Slide.

Hope-Slide

Am 9. 1. 1965 ereignete sich etwa 20 km östlich von Hope am Hwy 3 ein Bergsturz, der die Straße von einer Länge von 3 km zerstörte. Die 46 mio m³ Gesteinsmassen stauten den Sumalo River auf und bildeten den Lake Outram. Auslösendes Element war ein kleines Erdbeben, die laut Literatur im Postglazial immer wieder aufgetreten sein sollen. Die Gesteinslage war prädestiniert für Hangrutschungen bzw. Bergstürze: im Isoklinalhang ist der Schichteinfall parallel zur Hanglage, die ohnehin recht saiger ist und knapp 1500 m Höhendifferenz aufweist. Aufgebaut ist der Hang von metamorphen Gesteinen (darunter: Glimmer, Glimmerschiefer, Gneise).

Nach 30 Jahren, wirkt die aufkommende Vegetation noch immer recht dürftig (Pioniergewächse und Erlen). Es gibt kaum Bodenbildung auf den Schuttflächen und auch keine Anzeichen einer Besiedlung in der Abbruchnische. Der aufgestaute See mündet heute in den Oberlauf des Skagit Rivers, der später Richtung Süden (Washington, USA) abzweigt. Möglicherweise wurde durch den Bergsturz aber die Wasserscheide verlegt.

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Am 9. 1. 1965 ereignete sich etwa 20km nach Hope am Hwy 3 ein Begsturz der 3 km der Straße zerstörte. Die 46 mio m³ Gesteinsmassen stauten den Sumalo River auf und bildeten den Lake Outram. Auslösendes Element war ein kleines Erdbeben, die laut Literatur im Postglazial immer wieder aufgetreten sein sollen. Die Gesteinslage war prädestiniert für Hangrutschungen bzw. Bergstürze: im Isoklinalhang ist der Schichteinfall parallel zur Hanglage, [...]
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Fahrt ins Okanagan Valley

Hwy 3 East, 97 North

Mit dem Hope-Slide gelangt man in den Manning Provincial Park, einem Wintersport-Erholungsraum für das Southern Fraser Valley. Naturschutzfunktion ruft die Bezeichnung Provincial Park nur im geringen Maße hervor. Nach dem Vorbild der US-amerikanischen State Parks oder Recreation Areas soll die Natur wohl geschützt werden, aber ohne Qualitätsverlust für die Gäste. Hierzu sei auch bemerkt, daß Kanadier und Amerikaner stark naturverbunden sind: Viel mehr als bei uns sind sie mit Campingwagen und -trailer, aber auch mit dem Zelt und Auto unterwegs. In diesem Manning Provincial Park gibt es neben Hotels eine gute touristische Infrastruktur: 5 Naturlehrpfade, 18 Wanderwege, weiters werden Sportfischen, Kanu- und Kajakfahrten, Reitausflüge, und Motorschlittenfahrten angeboten. Es gibt 80 km Langlaufloipen und 2 Sessellifte für Schiabfahrten.

Erstmals finden wir den typisch kanadischen Wald, wie man sich ihn vorstellt:

Erst ab dem Allison Pass (1352 m) überschreiten wir die Wetterscheide, und damit kommt es zu deutlichen Veränderungen. Der Wald schaut kränklich aus (rotbraune Färbung der Kiefer und Fichten), weniger üppige, trockenere Vegetation tritt auf. Außerdem finden wir großflächige Kahlschläge, wobei auf Tafeln darauf hingewiesen wird, daß diese Kahlschläge wegen Schädlingsbefall durchgeführt werden.

Über den Sunday Summit (1283 m) gelangen wir nach Princeton am Similkameen River, eine unerwartet trockene unf trostlose Gegend. Es wird Weidewirtschaft betrieben, jedoch auch hierfür ist Bewässerung nötig. Wir bleiben im Tal des Similkameen bis Keremeos. Dazwischen durchqueren wir das Chuchuwayha Indian Reservat, wo wir aber nicht viel entdecken, was an Indianer erinnern könnte. Es sind vielmehr arme Hütten und hie und da ein Verkaufsstand für Native-Erzeugnisse. Auffallend sind die dunklen, bis schwarzen Schuttfächer die von den kaum bewachsenen Seitenhängen herunterziehen. Wahrscheinlich sind für die Farbe Flechten oder Moose verantwortlich.

Zur Lunchtime wird ein nettes Restaurant entdeckt (zum Glück haben wir nicht das erstbeste Fast Food Restaurant genommen). Essen war traumhaft: Gemüsesuppe, Sandwich (aber mit weiss Gott für vielen Beilagen, z.B. Pommes aus halben Erdäpfeln).

Weiter geht es bis Chopaka (knapp an der Grenze zur USA), von wo wir über den Richter Pass (682m) ins Okanagan Valley gelangen. Oberhalb des Osoyoos Lakes gibt es einen schönen Überblick über das Tal. Der Talboden ist weitaus schmäler als der des Fraser Valleys. Doch wird hier jeder Quadratmeter für bewässerte Obstplantagen genutzt. Die Talhänge lassen einen sehr steppenähnlichen Eindruck aufkommen: Sagebrush, braune Wiesen, kaum Bäume. Vor allem Äpfel gedeihen recht gut (Okanagan Cider). Uns sind vor allem die reifen Kirschbäume aufgefallen, außerdem gibt es Pfirsiche, Pflaumen und Wein wird angebaut. Letzterer mundet uns aber nicht so wie der kalifornische aus dem Liquor Store! Zum Abwenden der für die Plantagen besonders im Frühling gefährlichen Kaltluftseen sind auf den Feldern große Ventilatoren aufgestellt, die künstlich wärmere und kältere Luft vermengen sollen.

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André, Baumi, Eva, Lemmi, Christine, Berthold, etc...
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Blick ins Okanagan Valley.
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Penticton

Schliesslich erreichen wir Penticton, das genau zwischen dem kleinen Lake Skaha und dem grossen Okanagan Lake liegt. Der Name Penticton kommt von dem Wort „Pen Tak Tin“ der Salish Indianer, was soviel bedeutet wie „ein Platz, an dem man immer bleiben kann“.

Grillen beim Bel Air Motel in Penticton

Die erste Tagesetappe war durchschnittlicher Länge (genau 465 km), wir sind bei einem fast klassischen Motel angekommen (es hatte ein Obergeschoss), mit netten kleinen Swimmingpool und Whirlpool. Diese wurden nach kurzer Denkpause (steht uns denn soviel Luxus überhaupt zu?) in Angriff genommen. Es gab auch etwas zweites verlockendes: Zwei grosse Griller. Ohne einen offiziellen Beschluss war klar dass diese in Betrieb genommen werden mussten. Ein Trupp machte sich auf und ging Einkaufen. Das zunächst sehr einfach erschien, da es neben der Strasse einen Supermarkt neben dem anderen gab, tatsächlich streikte aber die grösste Supermarktkette gerade, somit war nur ein einziger offen. Dort musste buchstäblich alles besorgt werden (die Organisation war beinahe zum Scheitern verurteilt... Fleisch, Gewürze, Plastikgeschirr, Beilagen (natürlich alles fertig, wir konnten ja nicht einmal etwas anrichten...), das Fleisch gleich kiloweise, Wegwerfgeschirr, ganz im amerikanischen Stil und die restlichen Notwendigkeiten. Problematischer war es mit den alkoholischen Getränken, die im Supermarkt dürfen nur 0,5% Vol. haben. Man machte einen Liquor Store ausfindig, doch dort schreckten zuerst die Preise ab. Wir gewöhnten und jedoch recht schnell, es wurde bald nach Essensbeginn Nachschub besorgt. Erst nach deutlicher Ausweisung (Reisepass) durften wir unsere 4 Weinbotteln (brav in Papiersäcken eingepackt) mitnehmen! Im übrigen blieben wir die restlichen drei Wochen auch nicht am Trockenen.

Der Kalorienumsatz war gewaltig, es gab auch eine (optisch etwas heikle - naja, mit den vorhandenen Geräten sprich Schweizermesser, Pappendeckel, u.s.w. erstellte) Nutella-M&Ms-Torte für das Geburtstagskind Elisabeth. Auch sonst war so ziemlich alles in Butter. Das am Abend durchgeführte Laurentia-Tanzen sollte uns die nächsten Tage ein eigenartiges Gefühl in den Beinen verschaffen. Wir waren ziemlich lange auf (und laut), man versuchte uns bereits mit allen Mitteln zu vertreiben (Licht ab, Sprenkleranlage auf, etc...).

Um dem Markus-Barbara-Pärchen zu entkommen, übersiedle André zu Christian, Lemmi und Markus, etwas zum Leidwesen Geralds, aber man kann nicht alle glücklich machen... Dafür war er dann wenigstens nicht mehr so alleine in seinem Bett (kleiner Scherz am Rande). An die eine Decke pro zwei Mann mit musste er sich erst gewöhnen!

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Wir sind bei einem fast klassischen Motel angekommen (es hatte ein Obergeschoß), mit netten kleinen Swimmingpool und Whirlpool. Es gab auch etwas zweites verlockendes: Zwei große Griller.Ein Trupp machte sich auf und ging Einkaufen. Es mußte buchstäblich alles besorgt werden: Fleisch, Gewürze, Geschirr, Beilagen (natürlich alles fertig, wir konnten ja nicht einmal etwas anrichten...), das Fleisch gleich kiloweise, Wegwerfgeschirr, ganz im a [...]
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Fri, June 14th

Morgens

Um 07:30 ging es gemütlich [Text Christian] raus aus den Federn, naja hätte auch später werden können... [Ergänzung André] Zum Frühstück begeben wir uns nach einem Stückchen Fahrt in ein etwas nobleres Family-Restaurant als in Vancouver. Es gab allerdings auch schon die Idee am Zimmer zu frühstücken, allerdings fehlten noch ein paar Ingredienzen wie z.B. Milch und „cereals“. Christian probierte seinen ersten Muffin aus (naja, der wurde immer mehr im Mund), erstaunt war er über die frische Milch, die es gab! Besser als österreichische Packelmilch! Um 09:00 ging es los.

Okanagan Valley

Hwy 97 Nord

Den Großteil des Tages fahren wir das große Tal Richtung Norden. Es besteht aus einer Aneinanderreihung von großen langgestreckten Seen: Osoyoos Lake, Skaha Lake, Okanagan Lake (120 km lang, bis 5 km breit), etc. Dieses Seenmuster setzt sich in kleinerer und größerer Form nordwärts und ostwärts fort. Am südwestlichen Ufer des Okanagan Lakes sieht man hohe Erdpyramiden, die auf 50 bis 60 m mächtige pleistozäne Seesedimente schließen lassen. Der Wasserspiegel des Eisstausees muß somit früher viel höher gelegen sein. Die Ablagerungen sind in den verschiedenen Seebecken unterschiedlich mächtig, am südlichen Osoyoos Lake 30-40 m, am kleineren Skaha Lake bis zu 100 m.

Das Gebiet war mehrmals vergletschert. Es sind jedoch nur mehr die letzten zwei Vergletscherungen nachweisbar (etwa Riß und Würm). Ältere Ablagerungen wurden nur weiter im Osten bei der Inlandvergletscherung entdeckt. Meistens war hier der Gletscherfluß nord/süd-orientiert. Nach Osten gab es Vereinigungen mit der Inlandvergletscherung, nach Süden hin existierte keine flächige Vergletscherung. Nach dem Abschmelzen der Gletscher waren die Täler häufig durch Seen verbunden. Erst später entstand durch die Umkehrung des Entwässerungssystems ein Rückgang der Seen. Von damals stammen die Seetone.

Wie schon beschrieben, ist es am Weg nach Osten trockener geworden, dies wird in Richtung Süden (Osoyoos Lake, 270 m Seehöhe an der Grenze zu den USA) noch extremer. Es gibt nur mehr 100-200 mm Niederschlag und die für Trockengebiete typische Vegetation tritt an die Stelle der Nadelwälder. Besonders markant ist der strauchartige Sagebrush (Beifuß), ein dem Lavendel ähnelndes holziges Artemisia-Gewächs. Die Temperatur erreicht Extremwerte 40-50°C im Sommer, und bis zu -30°C im Jänner, trotzdem gibt es 130-180 frostfreie Tage im Jahr. (Breitenlage: 50° N). Wegen dem angenehmen Klima waren hier schon die Indianer sehr stark vertreten. Die Hudson Bay Companie betrieb hier Viehzucht. Seit etwa 1910 werden intensiv Obst und Wein angebaut, natürlich nur mit Hilfe von Bewässerung. Die ersten Obstbäume im Okanagan Valley wurden übrigens von einem österreichischem Rancher und einem böhmischen Priester gepflanzt. Letzterer begründete 1859 die erste europäische Dauersiedlung im Tal.

Klimabedingt boomt auch der Tourismus im Tal (es wird das Tessin Kanadas genannt). Kelowna (340 m, heute 80.000 Einwohner) weist über 2000 Stunden Sonnenscheindauer pro Jahr auf (für Weinbau mindestens 1700 Stunden notwendig), der große Okanagan Lake hat gute 24°C im Sommer und im Winter ist schifahren möglich. Heute sieht das Tal aus wie ein alter Siedlungsraum, der mit vollkommener Infrastruktur ausgestattet ist. Zu bedenken ist jedoch, daß das Gebiet noch vor 150 Jahren vollständig unerschlossen war, es lebten nur die Indianer hier.

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Am südwestlichen Ufer des Okanagan Lakes sieht man hohe Erdpyramiden die auf 50 bis 60m mächtige pleistozäne Seesedimente schließen lassen, der Wasserspiegel des Eisstausees muß somit früher viel höher gelegen sein. Die Ablagerungen sind in den verschiedenen Seebecken unterschiedlich mächtig, am südlichen Osoyoos Lake 30-40 m, am kleineren Skaha Lake bis zu 100 m.
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Mission Hill Vineyards

Wir befinden uns bei Westbank, ca. 25km SW von Kelowna.

Besuch einer kommerziellen Großwinzerei wie sie bei uns nur bei Winzergenossenschaften entstehen. Es werden, laut eigener Aussage „hochqualitative“ Weine erzeugt, und dies in rauhen Mengen. Der Leiter des Unternehmens kommt aus Neuseeland. Dort konnten in den letzten 15 Jahren Erfahrungen gesammelt werden, die nun im neuen Weinland Kanada zur Anwendung gebracht werden.

Klimabedingt werden hauptsächlich Weißweine (Riesling, Chardonnay) erzeugt, der Rotanteil erreicht nur selten 40%. 90% der Trauben stammen aus dem Okanagan Valley, die restlichen 10%, meist rote Trauben, werden importiert.

Der Werdegang ist quasi industriell organisiert, nichts wird dem Zufall überlassen und es werden immer die neuesten Erkenntnisse in den Herstellungsprozess miteinbezogen. Bei der anschließenden Verkostung wird sehr auf die Etikette geachtet und auf errungene Preise hingewiesen, doch konnte dies nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, daß die kanadischen Weine nicht mit jenen des weitaus günstiger gelegenen Napa Valley in Kalifornien konkurrieren können, auch nicht mit einem guten Wachauer!

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Sehr trockene Gegend, aber das soll ja dem Wein zugute kommen. Beider Weinverkostung war der Wein nicht ganz unser geschmack (sehr trocken).
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Zur geologisch-physiogeographischen Lage des Westen

Die Gebirgszüge im Westen des amerikanischen Kontinents entstehen durch das Konvergieren der Pazifischen und Amerikanischen Platte schon ab dem Jura. Dabei werden kleine intermontane Terrains und Inselbögen der ozeanischen Platte abgeschoren und überschoben, was ein hoch kompliziertes Muster ergibt.

Lunch am Kalamalta Lake

Zuerst ein Überfall auf einen grossen amerikanischen Supermarkt: die Canadier waren unglaublich erstaunt über die schönen österreichischen Banknoten, die kanadischen sind ja wirklich etwas einfärbig und vor allem alle gleich gross. Wir plauderten ein wenig mit Verkäuferinnen. Wieder stellten sie sich als sehr unkompliziert und nett heraus. Weiter geht es über eine grosse Pontonbrücke nach Kelowna und wir jausnen am Ufer des Kalamalta Lake. Es ist noch immer sehr warm und die Luft trocken. Obwohl die Sicht klar ist, hat man immer den Eindruck es sei alles zu hell und überbelichtet. (Interessant, wie sich manchmal der Weingenuss auswirken kann?) Der Photoapparat hat's überrissen und schneller belichtet.

Nördlich von Vernon, nach dem Swan Lake gewinnt man zwar kaum an Höhe, es wird aber feuchter und die Vegetation üppiger. Die Viehzucht überwiegt hier als Nutzungsform im Tal. Schließlich erreichen wir beim Shushwap Lake (auch ein tälerverbindender See) wieder den Interstate Hwy 1, und die Landwirtschaft wird zusehens vom Wald an den Talhängen abgelöst - auch große Kahlschlagflächen treten wieder auf. In Sicamous bewundern wir bei einer Pause die Riesentujen aus der Nähe. Hier sieht man auch schon die schneebedeckten Berge der Monashee Mountains hervorragen. („Monashee“ bedeutet „Berge des Friedens“)

Ab Sicamous und bis zu den Interior Plains in Alberta folgt der Hwy 1 dem Canadian Pacific Railway, der in den 1880er über bzw. durch die Rockies gelegt wurde, auf der einfachsten Strecke mit den tiefsten Pässen, immerhin 325 km durch höchst alpines Gelände.

In Malakwa machen wir eine längere Pause bei einem wilden Cafe. Stehen mitten am Hwy (auf dem breiten Wiesenstreifen zwischen den Spuren) und geniessen das Vorbeidonnern der Trucks. Spielen mit dem neu gekauften Ball ein wenig. Erst um 17:00 gehts weiter in die Berge.

Entlang dem Eagle River geht es zum Eagle Pass, der erst 1865 von einem Weissen (Walter Moberly) entdeckt wurde. Es ist der niedrigste Übergang über die Monashee Mountains.

Revelstoke

Ein abwechslungsreicher Tag geht zu Ende, und doch sind wir (= manche) leicht enttäuscht als wir in Revelstoke ankommen (17:45). Die Bahn donnert neben den Zimmern vorbei (wir verbrachten einige Minuten mit Zählen der Waggons - 2 Loks vorne, dann ca. 40 Waggons, dann wieder 2 Loks, wieder 40 Waggons - die Spur wirkt ziemlich normal gross, aber die Waggons sind schon grösser als daheim), ausserdem haben wir Blick auf eine Station der Mounties, gut, aber der Pool ist nicht gefüllt! Wir sind eindeutig schon verwöhnt und resignieren beim Gedanken, dass es ab jetzt eben nicht mehr so nobel weitergehen wird. Doch Irrtum, es sollte wirklich das schäbigste Hotel von allen sein. Objektiv gesehen war es trotzdem recht passabel (schliesslich waren hier die Fenster noch zu öffnen, was später noch zu schlechteren Unterkünften führte!).

Der Ort liegt mitten in den Bergen, rundum stehen die schneebedeckten Spitzen. Der Ortskern sollte recht weit weg vom Hotel liegen, also fuhren wir mit den Vans hinein. Zwei mal ums Eck. Über dem Ort ging gerade die Sonne unter. Spezielles Merkmal: es war nicht viel mehr als eine kurze Hauptstrasse (zur Hälfte Fussgängerzone) mit zwei Quergassen. Aber mit Kino und zwei italienische Restaurants auf die sich unsere Gruppe nach langem hin und her aufteilte. Unterhalten uns kurz aber nett mit ein paar Jugendlichen. Die jammern, dass es hier so öd sei. Beim italienischen Essen fällt wieder auf: Riesenportionen, gratis Eiswasser (etwas verchlort) dabei, auch Salat. Spaghetti mit all dem Rundherum um CDN5.

Am Rückweg verloren sich einige in einem Pub, einige beim Telephonieren, andere in fremden Zimmern. Ausserdem gab’s noch Bier vom Vortag. Ab Revelstoke unterliegt die allgemeine Verwaltung der höherprozentigen Getränke Martin und André, was nicht unbedingt eindeutig gerecht war, aber immerhin bekam jeder etwas der danach fragte... Eine kurze Ausnahme wird es am ersten Abend in Canmore geben. Da kommen 5 Bierdosen durch Unachtsamkeit in den weiblich-westösterreichischen Kühlschrank. Starker Rückschlag, aber es war eh’ nur altes Bier...

Christian war noch ein mit Jasmin unterwegs: Sie wollte doch glatt schon daheim anrufen. Naja, sie wechseln 40 Quarters um!! Dann das nette Gespräch mit dem Operator. Zuerst musste sie einmal 4$ einwerfen (nicht weniger als 16 Münzen), dann, als nach dem 3. Versuch die Verbindung zu Stande kam, wieder 4$. Als sie fertig war, klingelte das Telefon wieder! (Ein Münzfernsprecher an der Strassenecke). Sie hebt ab, war es der Operator mit der Meldung: „One dollar is missing!“ Nach dem 3. Versuch liessen sie das Telefon läuten....

Einige waren anschliessend noch etwas im Pub. Mit Leuten quatschen: Schilehrer z.B. eine Runde Tetris mit Gerda spielen. Zu Fuss heimgehen, wobei sich der Ort als gar nicht so klein entpuppte (oder haben wir uns doch verlaufen?).

Sat, June 15th

Frühstück

Nicht wirklich reizvoll, ebenso wie der Ort ein Durchgangsort. Aber das Gebäck war gut da frisch. Die Muffins, die sie hier hatten (Apfel-Zimt) waren jedenfalls die Besten der ganzen Reise! Absolut frisch und kuchenmässig! Ausserdem gab’s Briefmarken, auch nicht zu verachten.

Columbia Mountains, Rocky Mountains Trench

Hwy 1 East

Die Fahrt geht heute durch den Mt. Revelstoke, Glacier, den Yoho und den Banff National Park. Die ersteren beiden liegen in den Selkirk Mountains - einem Teil der Columbia Mountains. Diese sind von den Rockies durch einen etwa 20 km breiten Graben, der Rocky Mountain Trench, getrennt. Beide Bergketten stellen ein großes natürliches Verkehrshindernis dar, der Trans Canada Hwy wurde in diesem Abschnitt erst 1962 eröffnet.

Die Berggipfel der Columbia Mountains bewegen sich alle zwischen 2500 und 3600 m Seehöhe. Abseits der Straße ist das Gebiet nur punktweise erschlossen, Schutzhütten findet man nur in Nationalparks und Schigebieten. Der gesamte Bereich ist stark lawinengefährdet, immer wieder trifft man Abschußrampen. Mit großkalibrigen Geschützen werden die Schneemassen, die die Straße oder die Bahn gefährden, gelöst. Erkennbar sind die großen Lawinenbahnen, die bis zum Talboden reichen - meist auch noch mit Schnee- und Schuttresten. In diesen überwiegen Weiden-, Erlen- und Birkenbüsche, die sich deutlich vom dunkleren Nadelwald ringsum absetzen.

Rund um den Roger Pass (1323 m) in Glacier National Park herrschen Fichten und Espen vor. Schnee liegt noch weit bis unter die Waldgrenze. Der Nationalpark ist für seine vielen Gletscher berühmt: über 100 auf 1,35 km². Wegen dem vielen Schnee sind sie jedoch nicht gut sichtbar.

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Die Berggipfel der Columbia Mountains bewegen sich alle zwischen 2500 und 3600 m Seehöhe. Abseits der Straße ist das Gebiet nur punktweise erschlossen, Schutzhütten findet man nur in Nationalparks und Schigebieten. Der gesamte Bereich ist stark lawinengefährdet, immer wieder trifft man Abschußrampen, mit denen mit großkalibrigen Geschützen auf die die Straße oder die Bahn gefährdeten Schneemassen gelöst werden. Erkennbar sind die große [...]
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Die Tiere sind recht zutraulich.
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Da die Bahn und die Straße über den Roger Pass verlegt wurden, sparte man sich 240 km Umweg. Probleme ergaben sich dadurch aber wegen der Lawinen (wie schon oben erwähnt). Der Schneefall in der Selkirk Range liegt im Jahresdurchschnitt bei 9,40 m. Im Rekordwinter 1966/67 wurden 18,40 m Schneefall registriert! Daher wurden auch „Snowheads“ konstruiert (km lange Holzüberdachungen), die aber keinen absoluten Schutz vor den Lawinen boten. 1916 wurde der Connaught Tunnel gebaut, und erst 1988 wurde der Mount Mac Donald Tunnel für die Eisenbahn eröffnet, die einen Großteil der gefährlichsten Stellen entschärfen.

Bei der Abfahrt ins Columbia River Valley überfuhren wir erstmals die Zeitzonen - Grenze in die Mountain Standard Time (+1 Std.).

In der Rocky Mountain Trench, einer tektonischen Furche, die ganz British Columbia vom Yukon bis in die USA durchzieht, fließt hier der Columbia River. Am rechten Ufer, hin zu den Columbia Mountains fallen einige Fußflächen (Pedimente) auf. Sie sind allerdings nicht durchgehend anzutreffen. Der Hwy 1, ab Donald am linken Ufer verlaufend, schneidet den Hang stellenweise bis zum Muttergestein an und offenbart einen unterschiedlich mächtig abgelagerten Schotterkörper (0,5 - 4,5 m). Die Pedimentflächen deuten auf die starke tektonische Tätigkeit in diesem Gebiet hin. Der Wald scheint hier ungestört zu sein (außer einigen schipistenähnlichen Erschließungen). Hauptsächlich kommen wieder Red Cedar und Douglasien vor.

Lunch in Golden

Im Subway von Golden gab es Mittagessen.

Golden ist ein Ort der den Charakter der amerikanischen Orte deutlich zeigt: Entlang der Hauptstraße findet man nur Restaurants, Tankstellen, Einkaufszentren u.s.w. Abseits der Hauptstraße sind nur einige wenige Wohngebäude und Sägewerke zu finden. Alles ist auf den Individualverkehr hin ausgerichtet - was nicht auf der Hauptstraße zu finden ist, wird gar nicht gesucht.

Es scheint hier noch die Sonne, doch die Bewölkung nimmt zu.

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Golden ist eine typische Durchfahrtsortschaft, die wieder einmal den Charakter der amerikanischen Orte deutlich zeigt: Entlang der Hauptstraße findet man nur Restaurants, Tankstellen, Einkaufszentren u.s.w. Abseits der Hauptstraße sind nur einige wenige Wohngebäude und Sägewerke zu finden. Alles ist auf den Individualverkehr hin ausgerichtet: Was nicht auf der Hauptstraße zu finden ist, wird gar nicht gesucht.
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Die Rockies

Die Straße des Hwy 1 steigt ab Golden spürbar an, bis weit über eine Schlucht des Kicking Horse Rivers - mit atemberaubenden Tiefblicken zu der Eisenbahnlinie, die durch die Schlucht führt. Bald darauf erreichen wir den Yoho Nationalpark, der in Alberta als Banff NP weitergeht.

Für uns ist es die erste Querung der Rocky Mountains nach dem Flug. Es sollen noch viele folgen.

Emerald Lake

Die erste Aufmerksamkeit gilt dem Emerald Lake bei Field auf 1302 m. Es ist der größte See im Nationalpark und wird von einer alten Moräne abgedämmt. Im Hintergrund sieht man das Trogtal des Gletschers und ein großes Kar, weiters sind noch andere Moränenwälle zu erkennen. Karbonatreiche Gletschermilch gibt dem See seine türkisgrüne Farbe. Hier finden sich schon Kalke und Dolomite.

Das Gebiet ist touristisch erschlossen, auf der Moräne sind Nobel-Lodges errichtet, die Gäste bewegen sich mit Hilfe von Golfcarts fort. Es ist auch ein Netz einfacher Wanderwege und weitläufigerer Trails errichtet worden.

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Der See ist von folgenden Bergen umgeben: President Range. Mount Burgess. Wapta Mountain. Der Wanderweg rundherum ist ca. 5 km lang.
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Im Bild: Christian, Markus, Gerda, Lisi, Sabine, Gerald, Tina, Baumi, Berthold, Gudrun, André. Barbara, Jasmin, Andrea, Michi, Moni, Doris, Karin, Christine, Eva, Markus.
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Natural Bridge am Kicking Horse River

Ein anderer „Viewpoint“ des Yoho NP ist eine natürliche Brücke im Flußverlauf. Anstatt eine Härtlingsschwelle erosiv zu durchschneiden brach unterhalb ein Teil heraus. Der ehemalige Wasserfall wurde unterhöhlt.

Ganz in der Nähe wären noch die höchsten Wasserfälle Kanadas gewesen, die Straße war aber leider nicht befahrbar. Die Takakkaw Falls stürzen in zwei Stufen einmal 60 m und dann 384 m ins Tal.

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Natürliche Brücke am im Flußverlauf: anstatt eine Schwelle erosiv zu durchschneiden brach unterhalb ein Teil heraus. Der ehemalige Wasserfall wurde unterhöhlt.
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Natürliche Brücke am im Flußverlauf: anstatt eine Schwelle erosiv zu durchschneiden brach unterhalb ein Teil heraus. Der ehemalige Wasserfall wurde unterhöhlt. Der Überbau ist nicht mehr besonders mächtig, ewig wird dieses Teil so nicht mehr halten.
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Spiral Tunnels

Da die Überquerung des Kicking Horse Passes von der Eisenbahn mit größten Schwierigkeiten verbunden war - es waren nicht selten Zugsunglücke Folge von versagenden Bremsen auf der bis zu 4,5 % steilen Strecke - wurde 1909 eine Entschärfung des Steilstücks durch 2 Gleisspiralen (halb unterirdisch) auf 2,2 % Neigung durchgeführt. Mit Hilfe von über 1000 Arbeitern (wöchentlich ein Toter) 1,5 Mio. Can$, und 75 Wagenladungen Dynamit wurden die beiden je fast 1 km langen Spiralen mit einer Kurvenkrümmung von 288° in den Berg getrieben. Wir warteten leider vergeblich auf einen Zug.

Kicking Horse Pass 1647 m

Der Paß der Rocky Mountains im temperierten Teil Kanadas ist zugleich Nationalparksgrenze (zwischen Yoho und Banff Nationalpark) und Provinzgrenze (zwischen BC und Alberta), außerdem bildet er die Continental Divide, der Einzugsgebietsgrenze der in den Atlantik und Pazifik entwässernden Flüsse. Der Name des Passes geht auf den weißen Entdecker - einen armseligen Geologen - zurück, der dort 1858 mit seinem Pferd nicht zurecht kam.

Übersicht der Höhenstufen von West nach Ost

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