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Jasper NP, Prince George, Prince Rupert, Hyder - Juni 1996

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Abend in Jasper

Hier kommen wir in ein ganz nettes Motel (Zimmer mit Balkon), aber sonst nicht ganz der gewohnte Komfort. Später fahren wir alle (ausser den Chefs) mit Markus als Chauffeur in einem einzigen Van (19 Leute) zum Essen in den Ort. Wir besetzen ein ziemlich nobles (dafür auch relativ teures) Restaurant, wo sich Christian eine Pizza mit zwei anderen teile. Überhaupt dürfte das gemeinsam an einer Speise essen in Amerika nicht so ein Problem sein, wie in Österreich üblich. Am Abend gibt es noch eine nette Unterhaltung, die aber nicht allzu lange dauert. Irgendwie fehlt Christian von diesem Abend besonders viel in der Erinnerung, vielleicht doch mal müde?

Wed, June 19th

Erst um 08:00 läutet diesmal der Wecker, dann wurde im eigenen Motel gefrühstückt (sehr angenehm). War auch ganz gut. Um 09:00 gehts dann los. Das Wetter ist leider nach wie vor schlecht (photographisch undurchsichtig.

Fahrt über den Yellowhead Pass

Hwy 16

Über den Yellowhead Pass (1100m), dem niedrigsten Paß an der Continental Divide über den auch die Eisenbahnlinie von Edmonton nach Prince Rupert bzw. Vancouver am Pacific führt, führt unsere Fahrt vorbei am Yellowhead Lake und entlang des Fraser River. Dieser Übergang ist von größter Bedeutung, weil er auch im Winter benutzbar ist. Der Name Yellowhead (der Highway heißt auch so) kommt von den ersten Biberfelljägern hier im Westen Kanadas, die ethnisch von Nordeuropäern und Indianern abstammten. Genauer war dies ein Halbblut zwischen Irokesen und Bleichgesichtern, mit typischem Indianergesicht aber blondem Haar.

Ab dem Paß geht es (wieder in der Pacific Standard Time, -1 Std.) neben dem zunehmend größer werdenden Fraser River entlang, vorbei am moränenabgedämmten Moose Lake. Auf der ganzen Fahrt sehen wir viele Wildtiere (Schwarzbären, Wapiti, etc.). Unterhalb des Sees beginnt wieder Mischwaldgebiet.

Mt. Robson Park

Hwy 16

Auch dieses Wahrzeichen British Columbias konnten wir wegen dem schlechten Wetter nur auf Tafeln und Video sehen. Der imposante Berg mit seiner auffälligen Schichtung ist mit seinen 3954 m der höchste Berg der kanadischen Rockies. Er liegt im Mt. Robson Provincial Park in British Columbia, der natürlichen Fortsetzung des Jasper National Park in Alberta.

Bei der Gelegenheit Klärung der großen Wildtiere:

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Ein Witz von Baumi fällt bei einer Rauchpause im Nirgendwo: Ein Postler kommt zum Pfarrer und will ihn ein Paket aushändigen. Er klopft, nichts. Wartet, klopft wieder, nichts. Vorm Gehen schaut er noch mal beim Fenster hinein und zieht ab. Am nächsten Morgen kommt er wieder mit seinem Paket und der Pfarrer öffnet die Türe. Der Postler erklärt ihm, dass er am Vortag schon da war und dass niemand aufmachte. Der Pfarrer entgegnete: "Es tut mit leid, ich habe ein Nickerchen gemacht.". Darauf der Postler: "Klar, ich hab's durchs Nensterl gesehen!"

Fahrt nach Prince George

Wir verlassen den Park in Richtung Westen und in Tête Jaune Cache gelangen wir wieder aus den Rockies heraus. Hier zweigt auch der Fraser River in die mittlerweile schon NW-SE-verlaufende Rocky Mountain Trench ein und folgt bis Prince George diesem tektonischen Graben, von wo der Fluß dann nach Süden durchbricht. Etwa 10.000 Jahre b.p. floß der obere Fraser River noch nach Norden in den Arktischen Ozean. Später wurde dieser Flußteil vom heutigen Fraser River nach Süden hin „angezapft“. Auch wir folgen dieser Route auf der uns ca. 200 km lang links die Cariboo Kette der Columbia Mountains und rechts die Rocky Mountains begleiten. Die breite Ebene weist keinen Unterschied zum weiter im Süden gekreuzten Abschnitt (bei Golden) auf. Hier auf den ausgeprägte Flußterrassen des Fraser Rivers und gibt es sogar noch Landwirtschaft.

Schon in McBride (Mittagessen), also noch immer zwischen den beiden Bergketten, ist das Wetter besser. Besonders auf der Seite der Cariboo Kette fallen große kranke oder schon gerodete Waldbestände auf. Hier soll einmal nicht die Forstwirtschaftslobby, sondern ein schädlicher Falter unter den Hemmlocktannen gewütet haben. Die Forstindustrie verwertet auch diese kranken Bäume. Nach der Rodung wird übrigens der verbleibende Rest abgebrannt. Hier beginnt wieder das Vorkommen der Red Cedar (Riesentuje). Davon gibt es dann richtige Waldgiganten: extrem dicke Stämme aus fasrigen Holz. Das Verhältnis von Breite zu Höhe der Stämme ist sehr ungewohnt, die Bäume wirken sehr „dick“. Diese Bäume sind etwa 200 bis 300 Jahre alt, und stammen damit aus einer anderen Klimaperiode (Kleine Eiszeit). Das bedeutet aber, daß sie heute nicht mehr passende Bedingungen vorfinden. Heute wird eher White Spruce und Human Spruce gepflanzt.

Im blauen Bus geht's echt lustig zu im Bus: Lieder werden gesungen, Spässe getrieben. Stopp beim Purden Lake, die Hühneraugen machen keine Andeutungen zum Aussteigen. Ja, weil sie alle schlafen. Wir konnten sie auch nicht über Funk mit unserer guten Stimmung anstecken. Es beginnt dann wieder zu regnen. Die Strasse ist oft bis zum Horizont gerade. Wir sehen einen Biberdamm und dabei den Haufen. (So schön wie leider später nie mehr). Dann kommen wir auch bei einem jungen (aber trotzdem riesigen) Elch vorbei. Leider rennt er gerade in den Wald. Es ist 15:10, die Kurven haben sich aufgehört, und es schüttet in Strömen. Da kommt eine typische Meldung: „Da Baumi übern Highway prescht, dass der Regen nur so an die Scheiben kläscht!“

Prince George

Uns begleitet Prof. Gottesfeld, Professor für physische Geographie an der Universität Prince George. Viel Information daher...

Diese große Ortschaft (75079 Einw., im Distrikt Fraser-Fort George 97816 Einw., 1995) macht keinen guten Eindruck. Man fährt durch die Areale der Forstindustrie, in der Ortsmitte sucht man vergeblich eine Art von Zentrum, und die sonst schön herausgeputzten Einfamilienhäuser fallen auch erst nach gezielter Suche auf. Eine relativ starke Armut, Alkohol- und Drogenprobleme stechen ins Auge. Viele Indianer sandeln durch die teils unasphaltierten Straßen. So hat sich Christian immer Sibirien vorgestellt...

Beim Versuch in einem für den amerikanischen Kontinent doch so typischen Supermarkt einzukaufen, erlebt man auch seine Wunder. Es ist kurz nach 17:00 und doch sind die Parkplätze davor leer. Einige Leute grillen. Bei näherer Betrachtung handelt es sich um Streikposten. Die älteren Supermärkte sind im Streik seit ein neuer eröffnet wurde...

Dieser traurige Eindruck geht unter anderem auf die rasante Entwicklung in den letzten Jahrzehnten zurück. Erst 1912 wurde die Eisenbahnlinie über den Yellowhead Pass fertiggestellt, zuvor war die Gegend nur über den Fraser River erreichbar, und bis auf den Stützpunkt Fort George der Hudson Bay Company (unbedeutend - seit 1808) quasi unbewohnt. Damals siedelten etwa 3000 Weiße in dem Gebiet. Erst ab den 20er Jahren entwickelten sich die Land- und Forst­wirtschaft entlang der Eisenbahnen. Einen Rückschlag stellte der Zweite Weltkrieg dar, da viele wegzogen und nicht mehr zurückkamen. In den 50er Jahren wurden Sägewerke und Papierfabriken gebaut. In den letzten 20 Jahren erfolgte der Ausbau der Straßen und eine Entwicklung zum Warenumschlagplatz für die Nord-Süd-Richtung (Hwy 97) und Ost-West-Richtung (Yellowhead Hwy 16).

Wirtschaft im Gebiet um Prince George

Seit etwa 1950 nimmt die Rodung der Wälder rund um Prince George stark zu. Die gefällten Bäume müssen von immer weiter (bis zu 350 km) per Truck in die hier konzentrierten 5 Sägewerke gebracht werden. Die Transportkosten für die bevorzugten Fichten werden demnächst den Standort untragbar machen. Verschärft wird die Situation dadurch, daß kaum neuer Wald nachgepflanzt wird. Die Klima- und Boden­verhältnisse würden einen Nachwuchs, so daß er wirtschaftlich nutzbar wäre, auch nicht zulassen. So werden die 5 Sägewerke und die große Zellulosefabrik (billiges Zeitungspapier für die USA) in den nächsten 30 Jahren abgesiedelt werden müssen. Der Wald würde 100 Jahre zur Aufforstung benötigen - in 30 Jahren wird aber bereits das ganze Gebiet abgeholzt sein. Heute werden 10 mio m³ Holz pro Jahr, das sind etwa 50000 ha pro Jahr (Distrikt Fraser - Fort George) abgeholzt. 99% des Waldes stehen unter der Verwaltung der Provinz British Columbia, die die Abholzrechte an private Großunternehmen abgibt, diese Entwicklung an sich steuern könnte.

Prince George liegt an der Mündung des Nechako River in den Fraser River. Dieses Potential wird ohne viel Respekt vor der Natur hydroelektrisch genutzt. Der Nechako River wurde zu dem gewaltigen Natalkuz Lake (mit allen Seitenarmen mindestens 400 km lang) aufgestaut. Mit Hilfe eines Tunnels durch die Coast Mountains wird das Wasser zum Pazifik hinuntergeleitet, wo es dank der 800 m Fallhöhe die gewaltigen Energiemengen, die für die Aluminiumschmelze in Kitimat (eine der größten Schmelzen der Welt) benötigt werden, erzeugen kann.

Thu, June 20th

Frühstück im McCloud 9

Das Hotel war nicht eines der Herausragendsten und der Professor der hiesigen Uni schlug uns vor in ein uriges Lokal frühstücken zu gehen, wo auch die Trucker vorbeikommen würden. Er hat halt noch nie ein heruntergekommenes wiener Beisl oder mostviertler Ortswirtshaus gesehen. Es war ein ganz normales Restaurant, eine „Eatery“, mit ekelhafter Klimaanlage in aller Herrgottsfrüh und, zugegeben ein paar Truckern. Der urigste von allen war eigentlich der Professor selbst, er bestellte sich eine Portion „All Canadian“, einem kalorienhältigem Mischmasch wie man es an sich nur nach einer mehrwöchigen Bergtour wegputzen kann. Wir versuchten so gut als möglich mit der Speisekarte das anzupeilen was wir unter „Frühstück“ verstehen, das gelang bedingt. André siehe noch Christian vor sich beim Versuch seine im Mund immer mehr werdenden „All Bran“ hinunterzudrücken. Aber hungrig ging niemand. Den Damen soll auch ein Kellner aufgefallen sein („Peter Gruber“), so sehr, dass sie sehnsüchtig auf unserem zweiten Besuch in Prince George warteten. Was André betrifft, so sind ihm diesbezüglich andere Lokale besser in Erinnerung...

Der Tag selbst, in diesem "Vergnügungsprotokoll" eine Nebensächlichkeit, soll einer der anstrengendsten werden, wir haben ja schliesslich einen vierten Professor mit, und zur Abwechslung und zu unserem Unglück kennt dieser sich in der Gegend aus...

Neue Universität von Prince George,

Die Uni liegt etwas außerhalb auf einer vorgelagerten Erhebung im Westen. Man sieht gut auf die in einem Becken liegende Stadt mit ihrer Holzindustrie.

Die Prince George Area besteht aus verschiedenen Terrains: Tropisch - Pazifisches Material und Jurassische Inselbogenteile. Im Quartär war das gesamte Gebiet stark vergletschert. Danach kam es zur Ausbildung von großen Seen. Wir befinden uns am ehemaligen Ufer (Strand) einer Insel des riesigen Eisstausees, der dieses Becken zum Ende der letzten Eiszeit gefüllt haben soll. (In EW-Richtung 200km und in NS-Richtung 300km lang). Der See war im Norden und im Westen durch verbleibende Eismassen aufgestaut Dadurch kam es zu flachen Ablagerungen, die heute große Probleme machen. Der Fraser River schneidet sich in die Sedimente ein.

Die geologische Grundstruktur verläuft im gesamten Raum NW-SE, jedoch erstrecken sich die vielen Drumlins im überall anzutreffenden Moränenmaterial des Gletscherzerfallsgebiets NE-SW. Eine Theorie behauptet, die Drumlins wären unter einer aufschwimmenden Eisdecke entstanden. Dafür spricht die späte aber mächtige Vergletscherung (bis zu 3000 m), die dementsprechend lange zum Abschmelzen brauchte. British Columbia hatte übrigens eine eigene Eisdecke, neben dem großen Canadian Laurentian Iceshield. Weiters sind einige Drumlins hufeisenförmig ausgebildet und es ist auch ein kanalartiges System ausfindig zu machen, was eine starke Wasserströmung unter der Eisdecke (zusätzlicher Druck) deuten könnte, die auch Drumlins bilden könnte, oder aber auch auf ausbrechende subglaziale Seen.

Fragwürdig wird diese Theorie durch die erwiesene Tatsache, daß z.B. Schelfeis erst unter einer Mächtigkeit von 30 m aufschwimmt. In der Übergangsphase können die Drumlins auch nicht entstanden sein, denn der Eiszerfall geht sehr schnell voran, sobald die Eisdecke vom Ozean her angegriffen und zerstückelt wird. Im Raum Prince George hat sich außerdem nur ein Forscher (Shaw) mit dem Problem beschäftigt.

Die Universität selbst ist nagelneu und 1994 eröffnet worden. Man hat versucht, den klimatischen und natürlichen Gegebenheiten Rechnung zu tragen. So besteht der Komplex aus mehreren sehr unterschiedlichen Gebäuden, alle sollen aber das Licht so gut wie möglich ausnutzen. Auch achtete man darauf, viel Holz und natürlichen Stein in die sonst moderne Substanz (Alu-Träger) einzubringen. Alle Gebäude sind durch verglaste Korridore miteinander verbunden, was die Nutzung im langen Winter (Okt. - April) erleichtern soll. Doch passieren auch bei so durchplanten Projekten Fehler, vielleicht auch weil man mehr einem bekannten Architektenbüro aus Vancouver vertraute. So wäre einem Einheimischen sofort am Plan aufgefallen, daß der große zentrale Platz völlig unnutzbar wird, sobald der erste Schnee liegt, da die Türen (übrigens Fluchtwege) - ohne Niveauunterschied konstruiert - durch den Schnee blockiert werden.

Die wichtigsten Studienrichtungen sind Forstwirtschaft (500 Studenten), Psychologie und im geringeren Maße Geographie. Die Studiengebühren betragen Can$1600,- im Jahr, jedoch werden die Studenten bis zu 80% vom Staat unterstützt. Trotzdem gibt es wenige „native“- Studenten - nur 20-30 von den insgesamt 2000 Studenten sind indianischer Abstammung.

Drumlin-Anschnitt am Straßenrand nahe der Uni

Die eingelagerten tennis- bis fußballgroßen festen Moränenbestandteile sind gerundet, jedoch nicht geschichtet gelagert, es ist also kein Flußmaterial. Glazial bedingte Ritzungen sind auf dem metamorphen Gestein (Basalte, Schiste) aber schwer ausfindig zu machen. Das restliche Material weist eine tonig-schluffige Matrix auf (hoher Schluffanteil), es läßt sich ein Ball formen. Aufgrund des metamorphen Grundgesteins, findet man am Drumlin unterschiedliche Gesteine.

Stopp am Beach/Ufer des glazialen Sees

Hier trifft man auf eine wesentlich sandigere Matrix, der Ball läßt sich nicht mehr so gut formen. Die Schlammbestandteile nehmen zu, je weiter man sich „in den See“ hineinbewegt (Warven), bis im unteren Bereich treten limnische Sedimente auf. Am Eisrand ist auch Fremdgestein anzutreffen, hier kommt es zu eratischen Phänomenen.

Hwy 97 North

An den Ufern des Fraser River

Wir fahren durch eine Siedlung am ebenen und überschwemmungsgefährdeten rechten Ufer zum Fraser River (Wunden in den Rinden der Bäume am Ufer sind in relativ großer Höhe erkennbar). Die kleinen flachen Holzhäuser sind hier das Standardwohnhaus, sie werden in etwa drei Wochen errichtet, kosten um die Can$170.000,- und überschreiten kaum eine Lebensdauer von 50 Jahren.

Der Fraser hat nun einen relativ hohen Wasserstand bei 5000-8000 m³/sec. Prince George liegt auf einen tiefen Niveau, wo sich der Fraser River wieder eingeschnitten hat. Hier sind die Sedimente nur ca. 10 m mächtig. Das linke Ufer gegenüber ist viel steiler und etwa 45 m hoch senkrecht angeschnitten. Dies gewährt einen guten Einblick in die Quartärsequenz:

Diese Schichtung hat für dieses Gebiet schlechte Bedingungen für die Landwirtschaft zur Folge, auch der Wald braucht überdurchschnittlich lange bis er sich nach einem Kahlschlag regeneriert. Der Fraser hat nach dem Eisrückzug und dem Abschwellen des Sees das ganze Becken auserodiert

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Der Fraser hat hier einen relativ hohen Wasserstand bei 5.000-8.000 m²/sec. Prince George liegt auf tieferem Niveau, wo sich der Fraser River wieder eingeschnitten hat. Hier die Sedimente nur ca. 10 m mächtig. Das linke Ufer gegenüber ist viel steiler und bis zu 65m hoch senkrecht angeschnitten. Dies gewährt Einblick in die Quartärsequenz: In den unteren Schichten fluviatile Schotter, die darüber nicht mehr vorkommen, der Fraser River muss [...]
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Hwy 16 West

Beaverlay Slide am Chilako River

Ein 10 km langer Bereich im Chilako Valley, wobei es sich um einen Seeabfluß mit mächtigen Ablagerungen handelt. Der Fluß hat das Tal ausgeräumt. Heute ist es jedoch ein „underfit stream“, also ein kleiner mäandrierender Fluß, der dem Großen Tal nicht angepaßt ist.

Warven

An einer nicht befestigten, relativ neu errichteten Straße sind Warvenaufschlüsse ersichtlich. Diese Bändertone sind jährlich geschichtete Seeablagerungen; im Winter dünner, feinkörniger und dünkler, im Sommer umgekehrt. Eine Warve stellt immer ein Jahr dar. Je tiefer unten sie liegt, desto mächtiger fallen die Warven hier aus (bis zu 15cm). Der Aufschluß hier erstreckt sich über 70 Jahre (d.h. der See war hier nur für 70 Jahre vorhanden).

Außerhalb des Seebereichs

Wir finden 3 verschiedene Schottermaterialien, auch vulkanisches Material (von spättertiären Vulkanausbrüchen), typisch für das Nechako Plateau. Die Unebenheiten im Gelände sind durch Toteis entstanden. Im weiteren Straßenverlauf sind noch einige Toteisseen erkennbar, die am Verlanden sind. Stellenweise erfolgt eine Sortierung von Grobmaterial durch Wasser unter der Eisdecke.

Die Oser sind ohne Ton- oder Schluffanteile und somit gut für den Straßenunterbau zu gebrauchen. Daher folgt dieser Hwy 16 einem etwa 200 km langen Oser (Esker, Untereisfluß). Eng damit verbunden sind auch die Rinnenseen, zu denen wir noch kommen werden.

Vanderhoof

Wie der Name schon sagt, eher niederländisch angehaucht, der Blick ins Telephonbuch bestätigt dies auch. Lunch in einer besseren Family-Restaurantkette (toller Erdbeer-Eiskuchen). Um 14:45 gehts weiter. Es beginnt zu regnen und zu graupeln. Machen einen Stop, der Professor weiss aber gleich darauf nicht mehr, was hier zu sehen gewesen wäre, also geht's gleich weiter.

Lejac am Fraser Lake

Ein „modernes Indianerdorf“. Am See stehen hier die Überreste einer aufgelassenen Indianerschule. Nachdem man in den 60er Jahren vom Ignorieren der Urbevölkerung abgekommen ist, zwang man sie in Schulen. Dazu wurden die Kinder aus ihren Dörfern geholt und an Orten wie diesen versammelt, um sie einer völlig anderen Kultur zu unterwerfen. Selbst ihre Namen durften sie nicht behalten. Die Kinder konnten ihre Namen ja nicht schreiben, die Lehrer sie nicht aussprechen, also wurden die Kinder mit englischen Namen oder gar Nummern angesprochen. Die Schulbedingungen waren ärger wie bei uns im Gefängnis. Prostitution und Vergewaltigung waren an der Tagesordnung. Die Resultate waren verheerend, der Erfolg gleich null. Es gibt hier noch immer eine 20% ige Selbstmordrate, Probleme mit Alkohol und Drogen. Es herrscht eine hohe Kriminalität, und die Leute besitzen eine Kulturangst. Sie wurden gezwungen, „Europäer zu werden“ und haben daher Identifikationsprobleme.

Bis vor 50 Jahren lebten die Indianer wie üblich in ihren Communities, von Fischfang, Jagen und Sammeln. Seit 20 bis 30 Jahren haben sie das meiste Land verloren (Nutzung durch Straßen, Forstwirtschaft etc.). Dadurch können die Indianer ihre Familien nicht mehr wie bisher erhalten und es verliert das Leben an Bedeutung. Sie kommen eventuell als Holzfäller unter, wo sie in ihrem eigenen Wald Holz schlagen...

Im Endako River gibt es im August etwa 50000 bis 100000 Lachse. Er friert im Winter nicht ganz zu, und ist somit für den Fischfang geeignet. Die Lachse sind für die Indianer von besonderer Bedeutung. Sie werden geräuchert, getrocknet und in der Erde vergraben (als Speicherung für den Winter).

Endako mit Molybdän-Minee

Diese Edelerzmine ist die drittgrößte der Welt (für den Professor eine eher kleinere Mine, weil die beiden größten auch in Kanada sind) und ein wichtiger Arbeitsplatzbeschaffer für die Gegend - etwa 300 Jobs. Es wird im Tagbau gearbeitet, die Erze werden angereichert, per Bahn nach Prince Rupert gebracht und von dort weltweit verschifft. Molybdän wird als Stahlhärter verwendet. Einstellung beim Abbau: hier werden zwar einige Berggipfel zerstört, aber es gibt in Kanada ja fast unendlich unberührte...

Die Erze gehen hier auf Vulkane des mittleren Jura zurück.

Burns Lake, Lakes Distrikt

Wir kommen in einen Bereich vieler Seen mit fluviatilen Merkmalen, von denen manche bis über 100 km lang sind. Es handelt sich um alte Flußläufe und Rinnenseen (Gewässer in Tunnels unter dem Eis). Bei einem kurzem Stopp bei einem kleineren See mit einer Sandgrube sehen wir feines, geschichtetes Material, wobei es durch Setzung von kleinen Brüche durchzogen ist.

Wieder am Highway 16 gibt es einen Aufschluß vulkanischer Asche mit großen eingeschlossenen Basaltbomben.

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Smithers

In der Ortschaft Burns Lake setzen wir den Professor ab und er fährt mit dem Bus zurück. Ein langer Physiogeographischer Tag geht zu Ende als wir im Wintersportort Smithers ankommen und irgendwie sind wir geschlaucht. Das Aspen Motor Inn ist ein passables Motel, mit Plantschbecken und lauwarmen Whirlpool, aber immerhin.

Vorerst wird einmal ans Überleben gedacht und etwas zum Einkaufen gesucht, andere Westösterreicher können dem Urbedürfnis ihre Wäsche zu waschen nicht widerstehen und machen sich plastiksackerlbepackt auf den Weg. Gerald muss unbedingt nach den fussballspielenden Damen Ausschau halten, die er (wer denn sonst) irgendwo im Ort gesehen hat, als alle anderen eigentlich das Motel suchten.

Es gibt einen Minimakt der aber alles hat was man braucht, auch Briefmarken zur Abwechslung. In einer etwas wirren Stimmung kauft jedes Zimmer etwas zum Essen ein, was dann später als Abendessen oder Frühstück herzuhalten hat. Einige dinieren auch auswärts, besonders problematisch ist, dass die Profs samt Autoschlüssel weg sind und Brot aber auch wichtige Getränke noch in den Vans verstaut geblieben sind. Das regelt sich, wir kosten uns einmal durch neue Käseaufstriche und schauen dem Abend gähnend entgegen. Einige gehen spazieren.

Langsam rückt aber doch alles ins rechte Lot, sprich als die Sonne definitiv untergegangen war wurden einige munter. Leider auch die Gelsen. Es war recht schwül und die Zimmertüre hatte geschlossen zu bleiben, bei der unorganisierten Abendgestaltung und den Wandel zwischen den Zimmern eigentlich ein Problem. Selbst der nun schon erprobte Telephondienst mit Zentraltelephonisten Christian und André sowie den Zweigstellentelephonistinen Doris und Eva war nichts sehr aufschlussreich. Dass wirklich nicht alles fit war bezeugt eine traurige Tatsache: der Weisswein war schlecht geworden und wir überrissen es nicht sofort, wahrscheinlich wollten wir es nicht wahr haben, es war die letzte Flasche.

Doch irgendwie landete der Grossteil, etwa 10 Leute, im Zimmer 117, jenes wo neben Lemmi, Christian, André und Markus L. auch die letzten Bierdosen und Weinflaschen anzutreffen waren. Markus war leider krank, doch er meinte wir bräuchten das Zimmer nicht zu wechseln. "Frågt’s mi nimmer wer aller da war, alles was ich bestätigen kann, ist dass es rund um den kleinen runden Tisch immer recht eng war." Neben den üblichen geographischen Blödelein wurden zur Abwechslung auch einmal relativ normale Kartenspiele aufgetischt, Christian hat sicher noch die Ergebnisliste als Beweis falls es jemand nicht glauben sollte, was ja verständlich wäre.

Da sind sie, verschlüsselt: "Also beim ersten Herzl-Spiel ging A als Sieger davon, SA, D und ich schauten nicht so gut aus. Beim zweiten waren schon mehr Leute dabei: S gewann das Spiel, es folgten: K, Ma, Aa, T, Mo, As, D, und ich wieder als letzter! Beim letzten Spielchen waren dann M, An, E, J, S, Mi, D, H, A, T dabei, wobei sich da jeder selbst erkennen muss! G, J, T, D, Mo, Ma und ich machten dann den Abschluss mit einer Partie Hosen’owi!"

So wurde aus dem Abend doch noch ein netter und längerer, gar nicht so selbstverständlich nach diesem Tag. Irgendwann, nicht einmal so spät, machten wir uns auf Gelsenjagd und versuchten bei ausgeschaltetem Licht etwas frische Luft in das überhitzte und sauerstoffarme Kämmerlein zu bringen um irgendwie Schlafen zu können. Laut Christians Aufzeichnungen war es wieder einmal 1.30 a.m. geworden...

Fri, June 21st

Es geht endlich wieder mal ans Meer. Um 07:15 raus aus den Federn, zu 8 im Zimmer frühstücken. Dann ging es schon los. Zunächst bis Hazelton.

GIS-Labor der Gitxsan-Indianer in Hazelton

Es ist ja bekannt, daß die Regierung British Columbias, weit schlimmer noch als jene Kanadas, ihre Ureinwohner-Bevölkerung lange ignoriert hat und heute noch oft als nicht beachtenswert betrachtet, besonders wenn sich die Interessen der Indianer und jene der Forstwirtschaftslobby überschneiden. Und das tun sie naturgemäß permanent.

Die Indianer Nordamerikas haben ein ganz anderes Landnutzung- und Besitzverständnis wie wir, abgesehen davon, daß man ihnen lange gar keine Territorien oder Böden außerhalb der weit im Norden oder sonst wo unwirtlich plazierten Reservate zugesprochen hat. In Summe sind diese Reserven auch viel zu klein und noch dazu zentral von Ottawa aus verwaltet. So ist schon viel Zeit verloren gegangen, Zeit in der buchstäblich der Boden unter den Füßen der Indianer gerodet und vernichtet wurde. Und Indianerland ohne Wald ist für diese Bevölkerungsgruppe nutz- und wertlos, was gleichzeitig Raubmord an ihrer Kultur bedeutet.

Ihre Landnutzung unterscheidet sich ganz wesentlich von der modernen kanadischen Forst- und Landwirtschaft: ein Gebiet, z.B. ein Seitental oder Flußeinzugsgebiet, ist immer nach natürlichen Einheiten (z.B. Flußlauf, Bergrücken etc.), also nie im Quadratmuster abgegrenzt, und so festgelegt, daß es eine sog. Housegroup langfristig ernähren und vollständig erhalten kann. Diese Housegroups sind mit Großfamilien vergleichbar, etwa 200-300 Leute, haben eine lockere innere Hierarchie, aber der Besitz ist in unserem modernen Sinne nicht geregelt. Die Größe des Areals ist abhängig vom Umfang der Housegroup und von der Vergangenheit übernommen. Innerhalb gibt es wohl unterschiedliche Nutzungen (von den natürlichen Gegebenheiten abhängig), die aber immer so getätigt werden, daß sich die Natur regenerieren kann und eine weitere Ernte oder Jagd im nächsten natürlichen Zeitabschnitt ohne Abstriche durchführbar ist.

Dieses System wird von der kanadischen Regierung, wo auch die Vermesser ein goldenes Leben führen, logischerweise nicht anerkannt. Somit leben die Indianer in einer anderen Welt mit anderen Gesetzen. Das geht aber nur, so lange keiner auf die Idee kommt das Land, welches meistens im Staatsbesitz ist und von den Provinzen verwaltet wird, im herkömmlichen modernen Sinne zu nutzen, sprich „niederzupflügen“.

Die großen mächtigen Forstgesellschaften (4 multinationale Konzerne kontrollieren 96 % der Holzindustrie von BC), auch politisch weit einflußreicher als die Regierung British Columbias und das Forest Ministery beherrschend, erhalten diese Nutzungsrechte in Prozent eines Gebiets. Dort werden dann die besten und einfach zugänglichen Bereiche ausgewählt und gerodet. Nicht in Form einiger Schneisen wie bei uns, sondern hektarweise. Auch wenn diese Eingriffe nicht immer quer durch das Dorf oder das Territory einer Housegroup gehen, das Landnutzungssystem der Indianer benötigt auch große Flächen Hinterland, z.B. in Form von unberührtem Wald für das Wild. Ein weiteres Problem ist, daß die Forstindustrie kaum lokale Arbeiter anstellt und in ihren Planungen gar nicht auf die Forderungen der Indianer eingeht. Das Prinzip lautet: ignorieren.

Die Indianer dieser Region schauen nun nicht mehr tatenlos zu und versuchen mit einem komplexen GIS-Projekt mehrere Ziele zu erreichen: den Bestand festhalten, ein altes Kultursystem zu verstehen und so vielleicht zu sichern, und mit effektiven Nutzungskarten um die eigenen Rechte zu kämpfen.

Im Gebiet sind nie Verträge abgeschlossen worden und derzeit gibt es keine Verhandlungen zwischen der Regierung und den Indianern, die selbst unterschiedlichsten Stämmen angehören. Die Zuordnungsprobleme zwischen den Gesellschaften beschränken sich nicht nur aufs territoriale, so wird das Matriarchat, die unter den Indianern übliche Gesellschaftsform nicht anerkannt, was sich auch bei Besitzwechsel rechtliche Probleme bereitet, sofern es Besitz gibt.

Es wird versucht, die Indianer zusammenzuschließen, Meetings werden organisiert, die Urbevölkerung wird aufgeklärt (territorial mangement training). Die Housegroups werden geschult was das Projekt betrifft, denn ohne sie ist das Ganze hinfällig. Konkret werden die geomorphologischen Systeme als Ganzes betrachtet und die einzelnen Ebenen mit progressiver Verfeinerung analysiert. Es geht z.B. darum folgendes zu erfassen:

Die Daten hierfür kommen meist von den indianischen Housegroups selbst, da diese ja am besten die Bedingungen in ihrem Gebiet kennen. Für die Finanzierung stehen keine öffentlichen Mittel zur Verfügung. Man muß sich mit privaten Aufträgen über dem Wasser halten (der Fremdenverkehr spielt hier eine große Rolle!). Mit der vorhandenen Ausrüstung geht das auch sicher. Die so erstellten GIS und Karten sind im großen Maßstab und mittlerweile auch wissenschaftlich nutzbar. Die Betreiber wünschen, daß die natürlichen Grenzen respektiert werden, um die Ressourcen vom eigenen Territorium nutzen zu können. Man will keine größeren Reservate oder mehr Geld, sondern ein Einfrieren der indianischen Kultur vermeiden und sie mit der neuen kombinieren. Sie fordern vor allem eine Anerkennung als eigene Kultur, und die Erhaltung der ökologischen Systeme in ihren Gebieten. Einstweilen zeigt sich die Regierung British Columbias nicht kooperationswillig.

Museum der Ksan-Indianer in Hazelton

Alte Totempfähle, große alte Indianerhütten (Langhäuser der Großfamilien). Schöne Holzschnitzereien. Mit dem hier eingenommenen Geld können die Indianer an ihrem Projekt weiterarbeiten.

Nickerchen im Gras... „Friedenspfeife“ rauchen, nett beisammensitzen.

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Historisches Langhausdorf der Gitxsan Indianerim Museum der Ksan-Indianer. In diesen Häusern kamen ganze Grossfamilien unter.
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Ein Wappenpfahl, fälschlicherweise auch Totempfahl, ist ein Pfahl, in den das Wappen einer Familie (und nicht deren Totem) eingeschnitzt ist. Sie waren vor allem bei den Indianern der amerikanischen Nordwestküste verbreitet. Der Wappenpfahl wurde meist aus dem Holz von Riesenlebensbäumen (Thuja plicata, Western Redcedar, in Nordwest-USA und Kanada verbreitet) gefertigt. Jede Familie hatte Wappentiere, welche nicht nur auf dem Wappenpfahl, sond [...]
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Blick in den braunen Babine-River von der Brücke nach Hazelton. Gerry und Christian wagen wilden Abstieg unter die Brücke. Aber wir werden dort mit tollen Blicken hinauf wie hinunter belohnt. Aufstieg zurück zu den Vans war ziemlich beschwerlich.

Hwy 16 West

Fahrt nach Prince Rupert

Kurz nach Terrace, aber immer noch 130 km vor der Küste befinden wir uns schon nahe Meeresniveau, im Skeena River lassen sich aber noch keine Spuren von Gezeitenhub erkennen. Die Berge wirken in diesem Fjord umso eindrucksvoller, da der Schnee ziemlich weit herunterschaut (etwa bis 1300 m).

Stopgirls (die lebendingen Ampeln bei Bauarbeiten auf der Strasse) trifft man immer wieder an - ‘mal hübsch, ‘mal mit Bart... Da wir nichts gescheites zum Essen finden, gehts noch lange hungrig weiter. Lunch in einem urigen Truckerschuppen an der Strasse im No-where, in Cedarvale.

Das Wetter wird besser. Etwa 40 km vor dem offenen Pazifik (Prince Rupert) erreichen wir den Meeresspiegel, wo wir auch das Wasser untersuchen. Es läßt sich noch kein Salzwasser feststellen (aber schon Gezeitenhub), und die Temperatur beträgt hier 13,5°C (kein Badespaß!).

Das letzte Stück nach Prince Rupert (ca. 40 km) ist besonders schön: Es geht durch grosse Cedar - Urwälder durch Fjorde, kleinen Seen mit Inselchen. Dazwischen gibt es auch Sägewerke, die ihren Rauchschleier in die Gegend legen.

Prince Rupert (Highliner Inn)

Das Hotel war wieder eines von der schöneren Sorte (Balkon mit Blick aufs Meer...) Prince Rupert überrascht positiv obwohl die Gegend direkt ums Hotel ist nicht so reizvoll war (dafür gibts den Supermarkt gleich nebenan). Umso schöner war es am aber der Hafen mit der Stimmung am Meer. Da wir in Smithers am trockenen zu sitzen kamen wurde wieder eingekauft, im kleineren Rahmen diesmal was diverse Alkoholika betraf, dafür recht heftig in Sachen Frühstück. Mit Essen begann auch der Abend, der Lachs im Restaurant (Smiles Seafood) direkt beim Fischerhafen war auch nicht zu verachten. Ebenso der anschliessende Verdauungsspaziergang auf alten Eisenbahnschienen am Strand entlang... zwischen Fischerbooten genossen wir die Sonnenuntergangsstimmung. Mit einem Fischer kam Christian dann zufällig während eines schönen Fotos ins Gespräch... auch so ein Romantiker wie er... Das Ganze endete in einer interessanten Disco, mit Rundumblick aufs Meer. Als die Sonne unterging, war sie allerdings auch nicht mehr von anderen Etablissements dieser Art zu unterscheiden. Netter Tanzspass bis später in die Nacht, bis wir zur Sperrstunde augenblicklich vor die Tür gesetzt wurden! (01:00) Dann aber gleich ins Bett!

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Wed, Sat 22nd

Früh und Fahrt nach Nordosten

Um 07:00 schon auf (geht gar nicht gut). Es sollte eines der grössten Frühstücke in einem (unserem) Zimmer werden, was die Anzahl der Leute betraf. Herausragend: die Mega-Packung Cornflakes.

Berthold hat sein Ausweistascherl verloren. Sie suchten lange herum, wir fuhren dann erst um 08:30 ab, das Tascherl wurde erst Tags darauf in seiner eigenen Hose eingefaltet entdeckt...

Das Wetter ist wieder feucht (wie es sich für ein Gebiet mit über 5000 mm Jahresniederschlag halt gehört), also merken wir nicht viel von der Fahrt zurück Richtung Terrace. Na immerhin sehen wir (die wenigen munteren Gesellen) einen Weisskopfseeadler. Dort zweigen wir in die Wildnis nach Norden ab, die Strasse wird enger, und hat plötzlich „normal“ viele Kurven! Am Kitsumkalum Lake ergibt der knapp über der Seeoberfläche liegende Nebel und im flachen Wasser liegende Baumstämme eine gespenstisch schöne Stimmung. Ab dem See ist die Strasse dann nicht mehr asphaltiert. Bei einem neuerlichen Wunder der Natur steigen wir aus unseren dreckverschmierten Vans aus.

Nisga’a Memorial Lava Bed

Ein ca. 1760 ausgebrochener Lavastrom folgt dem Bett des Nass River. Der Effusionsausbruch erfolgte ohne Explosion und Asche, die Massen verschütteten dennoch ein Indianerdorf. Auf der Lava wächst rezente Primärvegetation, keine Bodenbildung im herkömmlichen Sinne. Tiefere Hohlräume sind wohl schon mit Sanden und Erden gefüllt, sodaß kleinere Bäume (Pappeln) schon gedeihen können.

An der Oberfläche der Lava wachsen hauptsächlich sehr vielfältige und große Flechten.

1938 und 1978 hat der Fluß die Lava ausgeräumt. Die Block- und Strichlava erstreckt sich über weite Flächen in das Tal des Vorfluters hinein. Dort gibt es kleine Seen und Lacken, die ein seltsames Ambiente bilden. Der Lavastrom zieht sich dann über viele km im Tal weiter bis zu dem Becken von Aiyansh, wo er sich nochmals gewaltig ausbreitet.

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Ein ca. 1760 ausgebrochener Lavastrom folgt dem Bett des Nass River. Der Effusionsausbruch erfolgte ohne Explosion und Asche, die Massen verschütteten dennoch ein Indianerdorf. Auf der Lava wächst rezente Primärvegetation, keine Bodenbildung im herkömmlichen Sinne. Tiefere Hohlräume sind wohl schon mit Sanden und Erden gefüllt, sodaß kleinere Bäume (Pappeln) schon gedeihen können. An der Oberfläche der Lava wachsen hauptsächlich sehr v [...]
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An der Oberfläche der Lava wachsen hauptsächlich sehr vielfältige und große Flechten.
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Abschlußfest in der Schule des Indianerdorfes der Nisga’as: New Aiyansh

Mit jemand verabredet der nicht kam, standen wir im Regen vor dem einzigen offiziell anmutenden Gebäude des weiten, unasphaltierten Ortes. Wir hätten dort auffallen sollen, wir waren im Gegensatz zu allen Dorfbewohnern keine Indianer, doch es schienen alle etwas wichtigeres zu tun zu haben. Weiteres Unterscheidungsmerkmal, es waren alle recht festlich angezogen, wir tippten vorerst alle auf eine Hochzeit. Dann bot uns doch jemand an einzutreten, und wir standen auf einmal in einer Schule, mitten in der festlichen Veranstaltung bei der die Abgänger gelobt und über eine nachgebaute Brücke in einen neuen Lebensabschnitt eintreten. Dieser beginnt sofort mit einer wichtigen Aufgabe, die indianische Identität aufrecht zu erhalten und sich draußen in der „Wildnis“ zu behaupten. Die verschieden Ansprachen erfolgen nicht nur in englisch, sondern teilweise auch in indianischer Sprache. Einige Absolventen erscheinen in traditionellen festlichen Kleidern. Doch wie auch die Vornamen der Namenliste bestätigen, ist alles schon stark modern-amerikanisch durchsetzt. Ein älterer ehrwürdiger Sprecher scheint dies zu bedauern. Die Identitätsprobleme dieser Leute sind sicher nicht einfach, obwohl es ein Volk ist, daß recht stolz erscheint.

Was Christian aber auch noch beeindruckte, war, dass sie (abgesehen von den direkten Eingriffen der Weissen) im Prinzip genau dasselbe Problem haben, wie wir. Bei uns steht es um die eigentlich wichtigen Werte im Leben ja auch nicht gerade besonders gut. Christian fand die Ansprache des alten Indianers doch auch für uns nicht unpassend: „...eigentlich wissen wir noch, wer uns das Land gegeben hat, und wer uns am Leben erhält...“

Wir verlassen die Zeremonie frühzeitig, trotz netter Bewirtung mit Obst und Lachsbrötchen.

Weiter geht eine rasante Fahrt (die Profs waren an diesem Tag wirklich schwer im Stress) über einen holprigen Forstweg durch dichten Wald, vorbei an Biberdämmen, Bärenfamilien, über wilde Schlaglächer und reissende Bäche zur Cranberry Junction.

Hwy 37

Cassiar Highway

In einer wichtigen Örtlichkeit, sie ist in einer Karte mit dem Maßstab 1:1,500.000 mit der Signatur bis 2500 Einwohner vermerkt, kehren wir wieder auf einen berühmteren Highway (Cassiar Hwy) zurück. Wir haben uns in Cranberry Junction alle etwas erwartet, aber außer dem allgegenwärtigen Stop-Schild gab es weit und breit nichts zu sehen (nicht einmal eine andere Verkehrstafel).

Nach etwa 40 km taucht eine Holzfällerortschaft aus dem Nichts auf, doch diese ist wie ausgestorben. Nach weiteren 40 baumgesäumten Kilometern erreichen wir einen Ort, dessen Name uns schon skeptisch stimmte: Meziadin Junction. Dort gab es zwar nicht einmal Häuser zu sehen, dafür aber eine Tankstelle und ein offenes Trucker-Café, dessen Wände mit Photos von Autounfällen nach oder mit Bärbegegnungen geschmückt waren. Ein ausgestopfter Genosse stand sogar in der Ecke. Weitere Haupterscheinung des Ortes: Mücken, vom tiefen Einatmen ist stark abzuraten! Aus dieser Ära stammen die verschmierten Insektenflecken an den Innenseiten der Fahrzeuge...

Wettermäßig wird es hier plötzlich besser, und die spätere Nachmittagssonne kommt hervor und beleuchtet das Naturwunder Nr. 2 des Tages.

Hwy 37A

Bear Glacier

Eindrucksvoller Outletgletscher des Cambria Icefields, der in einen See (440 m Seehöhe), aufgestaut durch sein eigenes Moränenmaterial, kalbt. Auffallend war auch das schöne Gletschertor, sowie mehrere Seitenmoränen unterschiedlichen Alters und Verwitterungsgrades.

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Kalbender Gletscher im Abendlicht. Der Bear Glacier ist ein Eindrucksvoller Outletgletscher des Cambria Icefields, der in einen See (440 m Seehöhe), aufgestaut durch sein eigenes Moränenmaterial, kalbt.
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Der Bear Glacier ist ein eindrucksvoller Outletgletscher (Kalbender Gletscher) des Cambria Icefields, der in einen See (440 m Seehöhe), aufgestaut durch sein eigenes Moränenmaterial, kalbt.
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Er kalbte sogar speziell für uns, leider ohne Vorankündigung für Photos. So schwimmen also auch Eisberglein unten im See. Da fängt irgendeiner an mit Steinen auf den nächsten Minieisberg zu Zielen. Dass dann sogar Berthold mitmachte hat Andrés Soziologiekenntnisse erweitert. Dennoch wollten die Herren schnell weiter. Wir lungerten schon den ganzen Tag in den Autos herum, und waren froh an der Luft zu sein. Sogar die faulsten machten sich instinktiv auf und gingen einige Meter zu Fuss, die Fahrer mussten murrend zurück die Autos hohlen, das Ganze zwei Mal...

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Da fängt irgendeiner an mit Steinen auf den nächsten Minieisberg zu Zielen. Dass am Ende sogar der Berthold mitmachte hat meine Soziologiekenntnisse erweitert....
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Hier wird grad der Flug eines besonders tollen Steins bewundert. Ja, ja... Doris, Berthold, Moni, Gerda, Gudrun, Baumi, Tina.
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Kurz danach, ebenfalls an der südlichen Talflanke, durch eine schrägen Riß von einem herabbrechenden Hängegletscher gespeist, verschüttete quasi ein enormer Lawinenkegel das Bachbett. Man könnte sogar von einem kleinen regenerierten Lawinengletscher sprechen, da er sogar Spalten aufweist, was auf eine Bewegung im Inneren schließen läßt. Das Wasser muß sich seinen Weg unter den Eismassen suchen. Das Phänomen tritt in unglaublich tiefer Lage auf (350 m Seehöhe)! Die klimatische Schneegrenze liegt hier auch schon auf etwa 1300 m Seehöhe.

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Kurz nach dem Bear Glacier, ebenfalls an der südlichen Talflanke, durch eine schrägen Riß von einem herabbrechenden Hängegletscher gespeist, verschüttete ein enormer Lawinenkegel das Bachbett. Man könnte sogar von einem kleinen regenerierten Lawinengletscher sprechen, da er sogar Spalten aufweist, was auf eine Bewegung im Inneren schließen läßt. Das Wasser muß sich seinen Weg unter den Eismassen suchen. Das Phänomen tritt in unglaublic [...]
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Hwy 37A End

Stewart

Die Ortschaft liegt am Meer, obwohl die offene See noch 200 km (!) entfernt im SW liegt. Die Verbindung entsteht durch den Portland Canal, einem durch die eiszeitlichen Gezeitengletscher geschaffenen Fjord. Der Portland Canal mündet nach etwa 150 km im Portland Inlet, wo mehrere Fjorde zusammentreffen. Beeindruckend sind die Talflanken, die sich sehr steil aus dem Meer auf 1200 bis knapp 2000 m erheben.

In Stewart wurden zunächst die schlammverschmierten Vans sehr grob (mit Papier) geputzt, damit man zumindestens die Türen öffnen konnte, oder durch die Scheiben sah. Nach einem relativ kurzen Abendessen im Zimmer (besser gesagt auf den Betten) machen wir uns auf zum Treffpunkt vor dem King Edward Hotel (nicht ganz so nobel, wie der Name). Während die eine Gruppe wie abgemacht vor dem King Eden Hotel wartet um nach Hyder, Alaska zu fahren, speisen die anderen genüsslich Lachssteak und verplempern wertvolle Zeit. Diesmal müssen sogar die Hühneraugen gelobt werden, die sich in grosser Mehrzahl an die Abmachung hielten und wie André deppert warteten. Wieder andere nutzten die Zeit zu einem witzigen Ballspiel auf der Strasse bzw. auf dem Platz daneben. Ziemlich viel Jugend des Ortes kam auf der Strasse (mit ganz gewaltig riesigen Autos) hier zusammen. Dann ging es aber schon los.

Hyder, Alaska

Es geht auf in einen neuen Staat, nach Alaska, und somit in die USA (und damit zumindest theoretisch in eine neue Zeitzone). Bemerkenswerterweise hört mit der Staatsgrenze auch der Asphalt auf. Hyder ist ein Ort mit einem Postoffice, einem Souvenirladen, zwei Pubs und einigen halbverfallenen Häusern, aber trotzdem sehr nett. Nach einer etwas verwirrten „Rundfahrt“ (etwa eine halbe Minute) fahren wir auf einen Steg in den Fjord hinaus, bis dort die Sonne untergeht. Das war ein wirklich ganz besonders schöner Platz. Wir gehen zwischen Fischerbooten am Steg spazieren, genießen den Blick auf die von den letzten Sonnenstrahlen eingefärbten Berge, wie sie so zwischen Nebelschleiern durchblicken. Es ist windstill und nicht so kalt, wie es scheint (der Schnee schaut sehr weit herunter). Wir waren hier zwar nicht sehr lange, aber es war doch einer der (vielen) schönsten Augenblicke im Norden Amerikas.

Enden tut es in dem kleineren der beiden Pubs, bei Billiard, Musicbox, Bier und Whiskey (Jack Daniels on the rocks). Bei dieser Gelegenheit erfuhr Christian zum ersten Mal, was es mit diesen „rocks“ auf sich hat, tja auch ein Provinzler kann was im Urwald lernen... Ein Bus fährt schon recht früh, Christian macht sich mit Damenbegeleitung auf zurück ins Hotel. Wir suchten vergeblich nach den Grizzlies (die zugegebenermassen eher im Winter die Gegend heimsuchen), fanden aber nur einen verdächtigen Trucker. Bevor die restlichen fahren, machen Sabine und André sich auch auf den Weg, gezielt zu Fuss, durch die angeblich bärenreichste Gegend Canadas, doch uns hat nur der rote Bus eingeholt und wir haben ihn wieder weitergeschickt.

Das Zweier-Zimmer ist nicht recht gross, hinzu kommt, dass wir Gerry als Gast auf einem Klappbett zu bewirten haben. Damit ist das Zimmer also „eingebettet“. Aber am Morgen desselben Tages sollte es wieder reichlich früh losgehen.

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The Nisga'a, who lived around the Nass River, called the head of Portland Canal "Skam-A-Kounst," meaning safe place, probably because it served them as a retreat from the harassment of the Haidas on the coast. They travelled in the area seasonally to pick berries and hunt birds. The area around the Portland Canal was explored in 1896 by Captain D.D. Gaillard of the United States Army Corps of Engineers. In 1898, gold and silver lod [...]
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Lemmi, Sabine und Tina bei einer Wanderung am langen Steg. Es schaukelte auch ein wenig...
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Gerda beim Billiard spielen. Wir waren auf einen Drink in Alaska... Langzeitaufnahme.
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Am Schild steht "Leaving Hyder, the friendliest ghost town in Alsaka!". Hier verläuft auch die Staatsgrenze zwischen den USA und Canada. Kontrolliert wird hier nicht, denn die Strasse führt nicht viel weiter als zu den paar Häusern. Bezeichnend ist auch, dass der Asphalt genau auf der Grenze aufhört, hier wird einem nix geschenkt. Die anderen Schilder an der Grenze sind irgendwie witzlos, hier reisen ohnehin nur Locals ein. Hyder is [...]
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