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Alaska Hwy, Liard River, Muncho Lake, Lytton, Vancouver - Juni 1996

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Am Alaska Highway zum Muncho Lake

Am Alaska Highway (97 south) führt unser Weg wieder zurück nach British Columbia. Obwohl die Straße für unsere Verhältnisse völlig gerade in die Landschaft gelegt wurde, wird großartig ausgebessert: „Kurvenentschärfung“ ist dank der riesigen freien Flächen ringsum kein Problem. Es wird einfach eine große Schneise in den Wald geschnitten, und die Straßen verlegt. Der Wald ist endlos, und außer Wald und dem Highway gibt es nichts. Dann überwiegen wieder die Spuren von Waldbränden. Am Coal River liegt beispielsweise eine etwa 50 mal 160 km große abgebrannte Fläche! Insgesamt deutet auch die Vegetation auf ziemlich trockene Verhältnisse hin: es überwiegen Bäume (in eher lockerem Bestand), dazwischen eine lockere Grasnarbe (Trockenrasen). Neben den relativ geringen Niederschlägen (Muncho Lake: 400 mm pro Jahr) spielt auch die gute Drainage durch die großen Schotterablagerungen eine Rolle.

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Der Wald ist endlos, und ausser Wald und dem Highway gibt es nichts, dann überwiegen wieder die Spuren von Waldbränden. Am Coal River liegt beispielsweise eine etwa 50 mal 160 km grosse abgebrannte Fläche! Insgesamt deutet auch die Vegetation auf ziemlich trockene Verhältnisse hin: Es überwiegen Bäume (in eher lockerem Bestand), dazwischen eine lockere Grasnarbe (Trockenrasen). Neben den relativ geringen Niederschlägen (Muncho Lake: 400 mm [...]
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Nach etwa 100 km erreichen wir wieder die Rocky Mountain Trench. Durch die Rocky Mountain Trench werden von Nord nach Süd die Cassiar, Omineca, und Columbia Mountains von den Rocky Mountains abgetrennt. Diese Bruchstruktur läuft hier im Norden aus, und nördlich des Liard Rivers ist sie nicht mehr zu finden. Statt dessen breitet sich hier das Liard Plateau aus. Nach der Überquerung der Rocky Mountain Trench durchfahren wir wieder die Rocky Mountains. Unterschiede zwischen den Rocky Mountains im Norden, im Süden und den Coast Mountains:

Coast Mountains

Nördliche Rocky Mountains

Südliche Rocky Mountains

Aufgrund der Trockenheit (und nicht zu kaltem Klima) war das nördliche Yukon Territory in den Eiszeiten eisfrei. Dadurch war die Besiedlung Amerikas von Asien aus vom Norden her möglich.

Rein Fahrlogistisch und aussichtsmässig geht es recht fad zu...

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Sehr beliebte und gesunde Jause im blauen Bus... Gudrun und Moni.
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Wir machen einen Stop beim Whirpool Canyon (Stromschnellen des Liard Rivers, der es von der Grösse her schon langsam mit der Donau aufnehmen kann). Bei einer grossen Baustelle werden wir wieder einmal Augenzeugen der effizienten Bauweise der Amerikaner. Ein fesches Stopgirl erklärt uns, wie wir fahren sollen. Riesenhafte Baumaschinen fahren ohne Pause durch die Landschaft, können etwas abgraben und aufschütten, ohne dabei auch nur vom Gas zu steigen. So werden auch grosse Kuppen abgetragen und Löcher aufgeschüttet. Dafür braucht es halt diese sandigen Böden...

Liard River Hot Springs

In der Nähe der Liard River Hot Springs gibt es Mittagessen im Freien. Viele Tiere (vor allem Mücken) teilen mit uns das Essen. Anschliessend spazieren wir zu den heissen Quellen. Das höher gelegene schlammige „Beta“ - Becken lud manche (darunter Lemmi) zum Baden ein. Ddas Wasser hatte immerhin 41°C! Auch die Lufttemperatur war sehr warm. Eine kleinere Gruppe (André, Andrea, Elisabeth, Karin, Sabine und Christian) bevorzugen aber einen weiteren Spaziergang in die schöne Landschaft zu den „hängenden Gärten“, ganz kleinen Kalksinterterrassen, die von Moosen und Orchideen bewachsen sind, dazwischen befinden sich kleine Wasserlöcher. In dem Gebiet rund um die Quelle gedeihen mehr als 250 boreale Pflanzenarten, einschließlich 14 verschiedener Orchideenspezies. Außerdem gibt es rund um die Quellen ein reiches Vogelleben (unter anderen Wanderdrosseln, Limikolen, ...). Das „Alpha“ - Becken mit seinem völlig klaren Wasser schreckt an der Quelle mit einer Wasseroberflächentemperatur von 49,7°C selbst die Hartgesottenen vom Baden ab. Nahe dem Boden beträgt die Wassertemperatur aber nur noch 37°C. Weiter von der Quelle entfernt führt der Zufluß von kaltem Quellwasser zu angenehmeren Temperaturen.

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Diese kleinen Tuffterrassen werden "hängenden Gärten" geannt und von Moosen und Orchideen bewachsen. Dazwischen befanden sich kleine Wasserlöcher. In dem Gebiet rund um die Quelle gedeihen mehr als 250 boreale Pflanzenarten, einschliesslich 14 verschiedener Orchideenspezies. Ausserdem gibt es rund um die Quellen ein reiches Vogelleben (unter anderen Wanderdrosseln, Limikolen,...).
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Nach einem kurzen Auftankstop beim nahen Restaurant geht die Fahrt weiter, über eine fantastische grosse Brücke über den Liard River, der von hier aus gegen Nordosten weiterfliesst, und anschliessend hinauf ins Muncho Valley. Ein Gewitter sorgt für etwas Abkühlung. Ein nettes Schild mit der Aufschrift „Be prepared to stop“, und auch die grossen Felsblöcke neben der Strasse erinnern an morphologische Prozesse... Auch die Ausgänge der Seitentäler sind deutlich von grossen Schwemmfächern gekennzeichnet (besonders ausgeprägt an den Westhängen).

Muncho Lake

Schliesslich erreichen wir den Muncho Lake (817 m). Der türkisfarbene See (bis zu 223 m tief) liegt Nordsüd erstreckt eingebettet zwischen Sentinal Range im Osten und Terminal Range im Westen, deren Gipfel bis über 2000 m hinaufragen. Die Stimmung mit dem See zwischen den schneebedeckten Bergen und dem Wald, dazu das aufziehende Gewitter ist wunderschön. Die türkise Farbe stammt von dem hohen Schwebstoffanteil im See (um diese Jahreszeit besonders stark ausgeprägt wegen der vorangegangenen Schneeschmelze). Die Vegetation in der Umgebung des Muncho Lakes ist nur dürftig ausgebildet. Neben der bereits erwähnten Niederschlagsarmut spielt das wasserdurchlässige Kalkgestein, aus dem die Talhänge aufgebaut sind, seine Rolle.

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So viel ist am Alaska Highway nicht los, da kann man sich schon zwischendurch auf die Strasse legen... Blick nach Westen, das Wetter wird immer dort gemacht.
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Der türkisfarbene See (bis zu 223 m tief) liegt nord-süd-erstreckt eingebettet zwischen Sentinal Range im Osten und Terminal Range im Westen, deren Gipfel bis über 2000 m hinaufragen. Die türkise Farbe stammt von dem hohen Schwebstoffanteil im See (um diese Jahreszeit besonders stark ausgeprägt wegen der vorangegangenen Schneeschmelze). Die Vegetation in der Umgebung des Muncho Lakes ist nur dürftig ausgebildet. Neben der Niederschlagsarmut [...]
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Abend in Muncho Lake

Unsere Herberge ist ein neues Holzhaus (Highland Glen Lodge, nun Northern Rockies Lodge) in Besitz eines Schweizers, der hier in Mitten eines Provincial Parks die reinste Goldgrube besitzt. Seine Gäste, neben Kanadiern und US-Amerikanern hauptsächlich Deutsche, Österreicher und Schweizer, lassen sich gerne von typischen schweizer Gerichten (und Preisen) beeindrucken. Besonders nett war die Stimmung in diesem Hotel allerdings nicht.

Das Abendessen erinnerte stark an die Schweiz. Es gab alles vom Wiener Schnitzel bis zum Geschnetzelten, zu den in Bern üblichen Preisen. Der Verdauungsspaziergang zum See (mit André, Sabine, Elisabeth, Karin, Doris, und Andrea) und etwas am Ufer entlang war aber dafür wirklich schön. Die letzten Sonnenstrahlen, welche die glatten Hänge der Sentinal Range trafen, die sich dann im See wiederspiegelten, verliehen dem Abend eine besonders romantische Stimmung. Nach langem Geniessen am Schotterstrand kehrten wir zurück, wo wir uns einen Diavortrag von dem Schweizer anschauten. Es waren zwar sehr schöne Landschaftsaufnahmen dabei, im Grossen und Ganzen war es aber doch ein einziger Werbegag für sein Hotel und seine Fliegerei. Am späteren Abend sassen wir noch bei etwas Bier (bzw. grausigem Wein) in der verglasten Speisehalle des Schweizers. So richtig Stimmung wollte aber erst dann aufkommen, als wir nachdem im Haus das Licht abgedreht wurde, eine spontane Gangparty abhielten. So setzten André, Elisabeth, Doris, Karin, Gerda, Jasmin und einige andere sich um 00:30 (als es finster wurde) auf den Gang, und hatten Spass mit Keksen und Leitungswasser. Im Westösterreicherzimmer herrschen wilde Verhältnisse (MMMMMM liegt mit EEE im Bett u.s.w.).

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Abends am See, um ca. 22:30. Doris, Sabine, Andrea, Lisi, Karin.
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Wed, June 26th

Um 07:00 läutet schon der Wecker! Einige sind wirklich unglaublich müde, aber angesichts des schönen Wetters und der Vorhaben raffen sie sich auf. Gutes Frühstücksbuffet, das von uns total abgeräumt wird (Cornflakes, Müsli, Nutellabrote, etc.).

Vormittag am Muncho Lake

Es gab grundsätzlich 3 Möglichkeiten der Vormittagsgestaltung: Die Chefpartie, Gudrun und Eva, machte einen Rundflug mit dem schweizer Doppeldecker, die Westösterreicher (Martin, Tina und Moni) blieben im Bettchen, und der Rest (Sabine, Andrea, Markus und André; Gerda, Jasmin, Lisi und Michi; Doris, Karin und Christian) fuhren mit 3 Kanus hinaus auf den grossen See. Das war neben Schlafen die billigste Tätigkeit, auch wenn es hierfür zu zahlen gab, Gästeservice ist hier unbekannt. Aber war schon schön. Mit frohem Mut und Liedern wie „Schiff ahoi, schiff ahoi, auf dem See kennen wir uns aus...“ (angelehnt an Wickie und die starken Männer) ruderten wir in dem spiegelglatten türkisen Wasser des Muncho Lakes. Am Westufer gab es wilde Felsen, schöne Buchten und Schwemmdeltas. Wir wagten auch eine Landung und einen Ausflug in den Wald. Es war aber ein Vorwärtskommen kaum möglich. Das, was als Boden schien, war nichts anderes als Unterholz von Moos überwachsen, mindestens 2m über festem Grund. Bei der Rückfahrt machten Karin und Christian eine Wettfahrt (wie geht das im selben Boot?) sie schafften die Überquerung des Sees in 8 Minuten. Mit so einem Kanu ist man ganz schön flott unterwegs, wenn man sich ins Zeug haut!

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Einige von uns fuhren mit 3 Kanus hinaus auf den grossen See. Mit frohem Mut ruderten in dem spiegelglatten türkisen Wasser des Muncho Lakes. Am Westufer gab es wilde Felsen, schöne Buchten und Schwemmdeltas. Wir wagten auch eine Landung und einen Ausflug in den Wald. Es war aber ein Vorwärtskommen kaum möglich. Das, was als Boden schien, war nichts anderes als Unterholz von Moos überwachsen - mindestens 2 m über festem Grund. In diesem Boo [...]
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Überquerung der Rockies

Um 11:30 starten wir weiter am Alaska Highway south Richtung Fort Nelson. Bei dieser Fahrt machen wir eine Art Querprofil durch die Rocky Mountains. Im Westen der Rocky Mountains sind deutliche Spuren der Vergletscherung erkennbar: Moränenmaterial, Trogtäler, Kare, etc. Auf der Ostseite der Rocky Mountains findet man dagegen nur wenige Vereisungsspuren, und die sind bereits stark gealtert. Daher nimmt man an, daß sie bereits aus der „Riß“vereisung stammen.

Zunächst überqueren wir den Muncho Pass (1160 m). Nach steiler Abfahrt erreichen wir den Flußlauf des Toad Rivers. In diesem Tal findet sich eine wunderschöne Flußlandschaft, wo die Bäume „zum Fluß“ wachsen (bis sie hineinfallen). Umrahmt ist das Tal von schroffen Bergen, von denen manche einen Aufschluß auf die extrem stark gefalteten metamorphen Gesteine bieten. Entlang der Straße finden sich wieder viele Tiere wie Elche, Wapiti, oder Dickhornschafe ein, um von dem Salz zu lecken. Die Zuflüsse zum Mac Donald Creek sind wieder durch extreme Flußlast gekennzeichnet (große Schwemmflächen reichen ins Tal). Mit dem Summit Pass (1295 m) überqueren wir die Hauptkette der Rocky Mountains nun schon zum dritten Mal. Am Summit Lake (1283 m) machen wir einen kurzen Spaziergang zu einem Hoodoo (einer Pyramide, die aus Moränenmaterial besteht). Dabei beginnt es allerdings zu regnen und zu graupeln.

Nach der Mittagspause geht die Fahrt weiter zum Ostrand der Rocky Mountains. Nach etwa 70 km in einer Höhe von etwa 700 bis 1000 m erreichen wir bei Steamboat das Ende der Rocky Mountains. Bei herrlichem Tiefblick in das Tal des Tetsa- und Muskwa Rivers kann man deutlich das Schichttafelland erkennen, das mit seinen Tafelbergen und völlig ungefalteten Sedimenten in strengen Gegensatz zu den steilen und gefalteten Gipfeln der Rocky Mountains steht. Der Indian Head Mountain, der unterwegs aus der Landschaft ragt, ist nichts anderes, als ein Schichtkopf einer härteren, aber ebenfalls söhligen Schicht, der durch Verwitterung freigelegt worden ist.

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Nei Steamboat ist das östliche Ende der Rocky Mountains. Bei herrlichem Tiefblick in das Tal des Tetsa- und Muskwa Rivers kann man deutlich das Schichttafelland erkennen, das mit seinen Tafelbergen und völlig ungefalteten Sedimenten in strengen Gegensatz zu den steilen und gefalteten Gipfeln der Rocky Mountains steht. Der Indian Head Mountain, der unterwegs aus der Landschaft ragt, ist nichts anderes, als ein Schichtkopf einer härteren, aber e [...]
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Fahrt durch die Interior Plains nach Fort Nelson

Wir fahren etwa gleichzeitig mit einer Gewitterzelle, die von der Rockies her die Interior Plains überquert. Oft beginnt es stark zu regnen, wobei die Strasse aber noch trocken ist.

Es wachsen sehr niedrige und schmale Nadelbäume sowie Birken zwischendurch. Nach längerer Fahrt erreichen wir die ersten Weideflächen mit Rinderherden. Schließlich erreichen wir Fort Nelson, einen ehemaligen Handelsposten der Pelzjäger, der zur Ansiedlung einiger Indianerclans führte. Heute wohnen in Fort Nelson immerhin etwa 5500 Einwohner. Der Alaska Highway ist die 50th Avenue, von der aus wird nach Süden weggezählt, nach Norden dazugezählt, um das Wachsen des Ortes in alle Richtungen, ohne Probleme bei der Benennung der Straßen, zu ermöglichen.

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Lemmi, Gudrun, Tina, Moni.
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Fort Nelson Hotel

Ein witziges Hotel gehobenerem Standards (wie es von aussen nicht wirkt). Die Zimmer sind mit einem Balkon ausgestattet, von dem aus man in die Halle blickt, die neben dem „all you can eat“-Buffet auch noch einen grossen Swimming-Pool beherbergt. Nach einem kurzen Kontakt mit der Aussenwelt (Einkauf im Supermarkt), wobei ähnlich wie in Prince George der hohe Anteil an indianischen Sandlern aufgefallen ist, wurde der Pool ausprobiert. Leider waren in diesem Augenblick alle anderen in die Sauna verschwunden. Nach einem Abendessen im Zimmer gab es einen Treffpunkt bei den Nachbarn. Telefonisch wurden rasch alle anderen zur Party eingeladen.

Die Reihenfolge der Spiele scheint irgendwie verkehrt gelaufen zu sein. Das lag wahrscheinlich an dem Cider (0,5%ig), den wir literweise eingekauft hatten. Wir starteten, als alle anwesend waren (inklusive Baumi und Christine) mit dem Pez-Spiel. Dazu benötigt man echte österreichische Pez, die wir im Supermarkt gefunden hatten, und diese werden dann (ohne zubeissen) von Mund zu Mund weitergegeben.... Nachher geben wir Karten per Saugen weiter... für Christian war das eine Neuigkeit, aber nach mehreren Fehlversuchen war es doch erlernt. Danach spielten wir Activity (der Cider schlug schon voll zu). Trotzdem waren die Pantomimen zeitweilig sehr lustig. Nach Mitternacht kam dann ein Anruf vom Portier: „Keep your voices down!“ Naja, wir hatten leider auch viele Nachbarn. Damit war die Stimmung endlich zerstört, und wir machten noch psychologische Analysen von nicht anwesenden Exkursionteilnehmern (...) und anderen. Wie auch immer, um 01:00 waren dann alle müde genug, um ins Bett zu fallen.

Thu, June 27th

Nach einem gemeinsamen Frühstück im Zimmer geht es um 09:00 los. Eintragungen in Gudruns Tagebuch: „Guten morgen lieber Rot-Bär ich freue mich auf der Fahrt nach Dawson City neben Dir sitzen zu dürfen“ (von Christian). Tja, so zusammengepfercht degeneriert man in Richtung Kindergartenalter...

Von Fort Nelson nach Dawson Creek

Der Alaska Highway von Fort Nelson bis Fort St. John ist sehr einsam und spärlich von Menschen besiedelt. Die ersten 300 km gibt es keine Abzweigung. Auf eine 13,9 km lange Gerade folgt nach einer Kurve eine 9,0 km lange Gerade. Das Fahren ist hier nicht besonders anstrengend. Der Baumbestand des Waldes ist eindeutig vom Boden her bestimmt. In den feuchten moorigen Becken wachsen spitze, verkrüppelte Nadelbäume, auf den Hängen wachsen sehr große, üppige Laubbäume. Wieder kommt 12,3 km keine Kurve. Die Autos am Horizont sind nicht mehr erkennbar. Ohne die Speed controll würde man die Geschwindigkeit von 90km/h wohl nicht lange durchhalten. Kaffeepause in Buckinghorse. Dabei geht wieder ein heftiges Gewitter mit Hagel nieder. Wir unterhalten uns im Bus über Beziehungen und ihre Problemchen. Die Weiterfahrt ist dann ziemlich abwechslungslos. Um 13:30 gibt es Mittagessen in Wonowon (101). Dies ist kein indianischer Name eines Ortes, sondern nur die Mileage des Alaska Highways (101 Miles from Dawson Creek).

Nach Wonowon wird die Landschaft wieder besiedelt, es gibt Viehzucht und Ackerland. In Fort St. John machen wir eine kurze Pause, die zum Eis essen oder Karten schreiben verwendet wird. Kurz nach dem Ort führt der Alaska Highway über eine Brücke über den großen Peace River, der hier etwa 300 m tief in die Ebene eingeschnitten ist. Der Fluß führt zur Zeit der Überfuhr extremes Hochwasser, da der Staudamm des Williston Lakes (etwa 400 km langer Stausee) leck ist, und daher das Wasser abgelassen wird. Auf der anderen Talseite geht die Straße wieder auf die fruchtbare Ebene hinauf, auf der die nördlichsten Getreideanbaugebiete Kanadas zu finden sind. Schließlich erreichen wir das Ende (oder den Beginn) des Alaska Highway in Dawson Creek.

Dawson Creek

Nach einer kurzen Rast im Hotel (wo im Zimmer weder die Klimaanlage funktioniert, noch die Fenster zu öffnen sind...), fahren wir zurück ins Zentrum, wo wir den fahnenumwehten Pfosten der Mile 0 des Alaska Highways besuchen. Wir sind immerhin 1012 km auf dem Alaska Highway gefahren. Dawson Creek hat etwa 10000 Einwohner. Wir besuchen auch das Visitor-Center nahe dem großen Getreidespeicher (dem Wahrzeichen der Stadt).

Die Abendgestaltung war dann sehr individuell. Die Gruppe zersplitterte ziemlich in kleine Grüppchen. Gudrun und Eva machten einen Spaziergang, und kehrten dann in den Subway ein, wo sie sich längere Zeit aufhielten. Am späteren Abend besuchten sie die Peepshow (...), die im Hotel dargeboten wurde. Elisabeth und Christian machten nach einem Abendessen mit dem leider ziemlich kranken André im Zimmer einen Spaziergang auf einen nahegelegenen Hügel. Wir trafen auch Doris, Karin und Jasmin dabei. Später kommen an einer grossen Ranch mit riesigen Pferde- und Bisonherden vorbei und geniessen den Sonnenuntergang über den Plains, und kehren dann zurück - wobei uns erst auffällt, wie weit es war! Bereits um Mitternacht war es hier wieder völlig finster (56°N).

Fri, June 28th

Wahrscheinlich ein bedeutungsloses Frühstück, denn es gibt keine Aufzeichnungen. Nachdem an den Vortagen grossspurige wissenschaftliche Abhandlungen der Profs ausfielen, bekamen wir diesen Morgen dies als Konzentrat nachgereicht. Geschmacksrichtung vor allem humangeographisch.

Siedlungen in Nordamerika

Die Siedlungen entwickeln sich im Norden vor allem entlang der Erschließungsstrecken (Alaska Hwy, Cassiar Hwy), da es keine Agrarwirtschaft gibt. Der Wald beherrscht dort alles. Diese Siedlungen sind sehr einseitig ausgerichtet: es gibt hauptsächlich Tankstellen, Supermärkte, Inns und Motels.

Etwas anders ist die Situation in Dawson Creek: es ist zwar auch an einem Verkehrsknotenpunkt entstanden (zwischen Edmonton - Prince George - Alaska Highway), war früher auch Kopfbahnhof der Bahnlinie von Edmonton. Es wurde dann aber eine planmäßige Siedlerverteilung auf dem fruchtbaren Peace River Block angestrebt. So wurden ab etwa 1912 Parzellen für die landwirtschaftliche Nutzung aufgeteilt. Hier im nördlichsten Verbreitungsgebiet des Ackerbaus werden spezielle Sorten angebaut: Beispielsweise Sommerweizen oder Canola (Art von Raps), die an die Kälte, die Trockenheit und die kurze Vegetationsperiode angepaßt sind.

Die Struktur der Städte Nordamerikas unterscheidet sich sehr stark von jener Europas. In Europa sind die Städte gewachsen, mit dichter Bauweise im Zentrum, und Ausuferungen nach außen hin. Hier findet man überhaupt keine dichte Bauweise, nur sehr flache Bauten, die in riesige Agglomerationen ausufern. Da große Städte viel Platz brauchen, ist hier alles exakt geplant: ein rechtwinkeliges Straßennetz (Rasteraufteilung) (Avenue W-E, Street N-S) kennzeichnet die moderne Stadt. Der ältere Stadtteil läßt sich daher einfach an anderer Ausrichtung erkennen: das alte Dawson Creek richtet sich beispielsweise NW-SE aus - nach der Eisenbahnlinie. Manche Städte sind auch nach Straßen, Flüssen oder nach der Küstenlinie ausgerichtet. Ein Zentrum (Dorfplatz) fehlt generell. Die Häuser sehen alle gleich aus, die Funktion sowie Qualitätsunterschiede sind von außen nicht leicht erkennbar. So sehen etwa die vielen kleinen Kirchen verschiedenster Religionen und Sekten genau gleich aus, wie Restaurants, Banken, Wohnhäuser, oder Bahnhöfe. Erst ab 100.000 bis 200.000 Einwohnern beginnt man die Downtown in die Höhe zu bauen. Davor ist das Land ringsum noch zu billig, als daß es sich lohnen würde, Häuser nicht aus Holz zu bauen (und Häuser aus Holz kann man nicht leicht über 5 Stockwerke hoch machen).

Die eigentliche Funktion der Städte liegt hier in der Versorgung des Hinterlandes. Dienstleistungen, Geschäfte für nicht alltägliche Dinge, sowie Gesundheitsvorsorge und Regierungsfunktionen werden angeboten. Dadurch kommt es zu einer Ausrichtung der Funktionen an 1 oder 2 Straßen. Alles was dort nicht erreichbar ist, wird nicht weiter gesucht. Der Wohnbereich liegt dahinter.

Manche Orte heben sich neben Verkehrsknotenpunkten auch noch durch die Erdölindustrie heraus. Durch die vielen Arbeitsplätze, die durch die Konzentration von Erdölfirmen geboten werden, kommt es zu einem Anziehungspunkt für die Bevölkerung. Richtung Edmonton gibt es mehr und mehr Erdölbohrtürme. Nördlich davon gibt es noch die Ölsande, die noch nicht angezapft worden sind.

Kanada hat ein sehr stark ausgeprägtes Stadtwachstum. Das Größenverhältnis der Städte ist (wie in Österreich) stark gestört: Vancouver ist etwa die größte Stadt von BC, die nächstkleineren Städte sind um Vielfaches kleiner.

Highway 97 West (John Hart Highway)

Fahrt nach Chetwynd

Auf der Fahrt nach Süden geht es durch riesige Felder und Viehherden - wieder 20,2 km ohne die kleinste Krümmung in der Straße! Schließlich erreichen wir Chetwynd, wo wir uns in einem Restaurant mit einer Farmerin (aus Österreich ausgewandert) treffen:

Österreichische Farmerin in Chetwynd

Die Frau (72 Jahre alt) ist 1951 von Österreich ausgewandert, sie spricht aber immer noch tadellos deutsch.

Ihr Mann war früher ein Arbeiter in Österreichs Erdölfeldern. Er wollte auch andere Ölfelder kennenlernen, und so fuhren sie nach Edmonton (ursprünglich wollten sie nicht auswandern). Dort hat es ihnen nicht besonders gut gefallen. Bevor sie wieder heimfahren wollten, kauften sie sich Pferde, und wollten damit durch die Rockies reiten. Sie ritten im Juni von Jasper nach NW bis zum Smoky River (etwa 150 km Luftlinie) und kamen erst im November wieder zurück. Danach gingen sie wieder nach Edmonton, um Geld zu verdienen. Nach diesem Abenteuer war der Beschluß gefaßt, in Kanada zu bleiben, Land zu erwerben und Pferde zu kaufen. Ihr Mann führte die Ölfirma durch die Gegend. Als sie einen Sommer in Chetwynd (das es noch nicht gab) verbracht hatten, fragten sie bei der Regierung an, ob sie das Land zwischen Peace und Pine River kaufen könnten.

Das Land wurde von den Indianern Little Prairie genannt und zwar aus dem Grund, weil sie hier jedes Jahr ein großes Feuer legten, um die Weiden, die wie ein Unkraut wuchsen, zu vernichten. Danach wuchs dort Pie Vine (Erbsenwein), eine sehr nährstoffreiche Erbsenart. Von dieser weideten dann die Pferde der Indianer im Juni (= Monat der fetten Pferde). Es gab hier kaum Wege, und keine Schule. Die Kaufbedingungen waren folgende: Der Kaufantrag muß in einer Zeitung veröffentlicht werden, um festzustellen, ob nicht eventuell jemand anderer Anspruch auf das Land erhebt; Ein Landvermesser muß das Land genau aufnehmen und inspizieren; Das Land muß von dem Käufer gerodet werden.

Die Versorgung mit Nahrungsmitteln war kein Problem, da die Elchjagd erlaubt war. Schwieriger war das Arbeiten für Geld. Zuerst wohnten sie in einem Zelt, für den ersten Winter wurde ein Blockhaus gebaut. Es mußte viel nebenbei gearbeitet werden, die Entwaldung ging sehr rasch vor sich. Zum Glück für sie wurde die Eisenbahnlinie von Prince George nach Dawson Creek über Little Prairie gebaut, die auch eine Station mit dem Namen Chetwynd erhielt. Ihr Mann führte die Vermessung der Bahnlinie 1954 bis 1959 durch. Danach arbeitete er als Bauingenieur. Außerdem wurden in den Bergen von den beiden mit Hilfe von Indianern Jagden geführt. Neben der Ranch hier haben sie noch eine Getreidefarm 40 Meilen nordöstlich von Fort St. John (etwa 170 km von hier).

1957 kam das erste Mädchen zur Welt. Daher mußte die Großmutter mit 62 Jahren nach Kanada kommen, und während der Jagdzeiten auf die Ranch und das Kind aufpassen. Sie hat dabei auch am Haus weitergebaut. Das Mädchen lernte zunächst zuhause deutsch, und hatte kaum Kontakt zu anderen Kindern. Mit 7 Jahren kam das Kind in eine Schule in Chetwynd. Sie hatte etwa 1 Meile zu Fuß zum Schulbus. Das Mädel war aber sehr selbständig und hat rasch Englisch gelernt. Sie wollte zunächst Tänzerin werden, studierte dann aber doch Elektronik. Der Sohn hat in Saskatoon Landwirtschaft studiert und arbeitet heute für eine große Ölfirma als Produktionsmanager, und leitet nebenbei die Ranch mit. Die jüngste Tochter ist in der USA nahe Seattle verheiratet und hat 3 Kinder.

Früher hatten sie noch Gästehäuser. Da kamen viele Besucher aus Deutschland, sonstiges Europa und Ostkanada (meist durch Mundpropaganda). Die Gäste arbeiteten zum Teil auf der Ranch mit. Viele Studenten jobbten hier über den Sommer als Köchinnen.

Auf der Ranch betreiben sie hauptsächlich Viehzucht. Sie haben 300 Kühe, 300 Kälber, 90 Pferde und 12 Stiere. Wenn die Rinder kalben gibt es Tag und Nacht Arbeit. Innerhalb von 4-6 Wochen finden alle Geburten statt, da gibt es natürlich öfter Probleme. Die Rinder sind immer im Freien. November bis Anfangs Mai müssen sie gefüttert werden. Der Wechsel zwischen Stall und Weide wäre schlecht für die Gesundheit der Rinder (bekommen häufig Lungenentzündung). Nur bei einem Kälteeinbruch im Frühjahr (ab etwa -30°C) kommen die Tiere zum Kalben in den Stall, bis das Kalb trocken ist und trinkt. Ende Juni können die Kälber schon sicher stehen. Die Pferde kommen im Winter in den Stall. Durch den Chinook (Wind, ähnlich wie Föhn) bleibt es aber oft bis Weihnachten warm (allerdings nicht immer). Es wird auch Gemüse angebaut. Alles wächst wegen der vielen Sonnenstunden in der Vegetationsperiode (lange Tage) sehr schnell. Probleme können aber vor allem durch unterschiedlich lange Vegetationsperioden (etwa durch langen Frühjahrsschnee und frühen Wintereinbruch) entstehen.

Die Farm „Big Sky“, 40 Meilen nördlich von Fort Saint John ist 14.000 acre (etwa 5400 ha) groß. Davon werden 4500 ha als Großteil zur Produktion von Grassamen genutzt. Das Land ist ein etwa 7,5 x 7,5 km großer Block. Die Bewirtschaftung erfolgt folgendermaßen: im ersten Jahr wird Gras und (überwiegend) Hafer angebaut. Im zweiten Jahr wird das extrem hohe Gras geschnitten. Im dritten und vierten Jahr wird geerntet und gedroschen, und im Herbst des vierten Jahres wird wieder umgeackert. Ein Feld ist etwa 800 bis 1000 ha groß. Auf der Farm arbeiten 7 Angestellte, die etwa 4000 can $ pro Monat netto verdienen. In der Erntezeit ist das allerdings ein Job von bis zu 14 Stunden am Tag. Das Getreide wird in den Osten des Landes exportiert. Große Probleme können auftreten, wenn die Eisenbahnen streiken. Dann bleibt das Getreide oft lange liegen. Daher haben sich die Farmer der Umgebung zusammengeschlossen, um ein eigenes Transportsystem aufzubauen. Immerhin produzieren sie etwa 220.000 kg Samen pro Jahr. Drei von ihren Kühen benötigen etwa 6.000 kg Futter pro Winter (entspricht etwa dem Ertrag pro ha Fläche). Zur Ausstattung der Farm zählen ein Flugplatz (mit dem Flugzeug wird gesät, gespritzt u.s.w.), 6 Traktoren, 3 Mähdrescher, und 10 Trucks, etc.

Über das Zusammenleben mit den Indianern ist nicht viel von ihr zu erfahren. Aber sie läßt schon durchblicken, daß sie von der neu aufkommenden Bewegung nicht begeistert ist, und fürchtet, daß die Indianer plötzlich irgendwelche Ansprüche stellen. Sie erzählt von Indianern, die von ihnen wissen wollen, wo auf ihrem Grund alte Kultstätten waren... Aber sie kontert, daß sie sehr viel Arbeit in das Land gesteckt haben.

Hwy 97 South (John Hart Highway)

Fahrt nach Prince George

Nach einem Fischsüppchen und dem interessanten Treffen geht die Fahrt weiter wieder in die Rocky Mountains. Die Strasse führt durch das wunderschöne Pine River Valley. Wir fahren über den Pine Pass (869 m) mit einem netten See, dann durch das Misinchinka River Valley. Am Mc Leod Lake haben wir schliesslich einmal mehr die Rocky Mountain Trench erreicht. Nach einer kurzen Pause, und dem vergeblichen Versuch, einen Steg mit uns allen drauf kentern zu lassen, geht die Fahrt weiter - mal bergauf, mal bergab mit speed controlled 90 km/h bei relativ viel Verkehr. Wir unterhalten uns gut, singen mehrstimmige Songs, und unterhalten den schlafenden Hühneraugenbus. Schliesslich erreichen wir Prince George, das von einer anderen Seite betrachtet, und ausserdem bei Sonnenschein gleich viel netter wirkt, als der Eindruck, den wir von der ersten Ankunft in diesem Ort hatten.

Ein zweiter Abend in Prince George

Gross ist die Freude nicht, wieder im Simon Fraser Inn mit dem Aufzug, der vom Erdgeschoss in den ersten Stock etwa 3 Minuten (übertrieben) braucht, zu sein. Es ist nicht dokumentiert, ob jemand Stiegen entdeckt hat. Da der Hunger schon ziemlich gross war, besuchten wir als erstes den Chinesen im Bambus Haus, wo wir das „all you can eat“-Buffet ziemlich abräumten. Nach der dritten Nachspeise mussten wir dann aber doch einen Verdauungsspaziergang einlegen. Mit Karin, Doris, Elisabeth und Gerald kamen wir bei einem Kino vorbei. Beinahe hätten wir uns einen Film angeschaut, wenn nicht Arnold, der Österreicher der Hauptdarsteller gewesen wäre. Dafür entdeckten wir ein Villenviertel nahe der Fraser River Bridge mit schönen Blumen vor den Häusern. In einem grossen Park genossen wir die Sonnenuntergangsstimmung. Abschliessend kehrten wir in die 5th-Avenue-Bar zu den anderen ein.

Da wurde Karaoke gesungen. Einige von uns traten gleich als Chor auf „The Austrian Singers“. Insgesamt war es aber doch irgendwie nicht sehr passend, und fast traurig, die Indianer, die meiner Meinung nach so eine faszinierende Kultur und so einen guten Lebensstil hätten, in den eigenartigen Bräuchen der Europäer - als vollständig Angesoffene Typen - zu den Country Songs der weissen Amerikaner zu singen, dabei (auf dem Boden ihrer Ahnen) ihre eigene Sprache und Kultur vergessen müssen, um noch als irgendetwas zu gelten, und wenigstens zu ein wenig Spass zu kommen. Christian wird nie den alten Indianer mit dem Hut vergessen, der da so alleine auf dem Tisch gesessen ist. Er hätte zu gerne die Geschichten gehört, die vor gut 50 Jahren hier noch erzählt worden sind. Naja, dafür haben wir mit den Indianern getanzt, später dann in der Disco mit Livemusik. Die Musik war ganz schön laut. Gegen 01:30 mache sich Christian mit Eva auf zum Hotel. Dabei verlieret er den Zimmerschlüssel. Zum Glück macht André (immer noch fiebernd) gerade in dem Moment, als er ankommt, die Türe auf... Jaja, ein Schwein muss der Mensch haben!

Sat, June 29th

Frühstück gab es nach Wunsch der Damen wieder im Mc Cloud 9 Frühstücksrestaurant, wo auch der Vielbegehrte Peter Gruber (der Fesche) wieder anwesend war.

Hwy 97, Hwy 26

Am Cariboo Highway (Hwy 97 south) führt die Fahrt weiter nach Süden, entlang dem Fraser River, bis wir kurz vor Quesnel am Highway 26 east nach Barkerville abstechen. Auf dieser Strecke gibt es wunderschöne Blumenwiesen. Um 13:00 erreichen wir die Goldgräberstadt Barkerville.

Barkerville

1862 wurde Barkerville gegründet. Billy Barker hatte hier am Williams Creek eine große Menge Gold gefunden. Nachdem er geheiratet hatte, war er innerhalb von einem Jahr seinen ganzen Besitz los, und wieder geschieden. Trotzdem kamen viele Goldgräber in diese Gegend, und 1864 zählte Barkerville über 10.000 Einwohner, und war somit die größte Stadt westlich von Chicago und nördlich von San Francisco. Bereits 1868 begann der Verfall bis zur Geisterstadt. 1958 wurde Barkerville wieder restauriert. Heute stehen wieder 40 originale und 75 restaurierte Gebäude, teilweise mit funktionierendem Innenleben für Touristen zur Schau. Auch das Leben in der Stadt wird von Schauspielern nachgespielt.

Nach langem Überlegen wagen Gerda, Jasmin, Sabine und Christian ein nostalgisches Foto von sich machen zu lassen. Das Ergebnis war ein Riesenspass!

Zum Goldfund: Schwermetalle können im Festgestein enthalten sein (Goldadern), oder als Placer-deposits (durch Verwitterung abgetragen und hangabwärts befördert) in der Talfüllung enthalten sein. Beim weiteren Transport durch die Massenabtragung wird das schwerere Material tiefer unten abgelagert (Saigerung). In Barkerville lag das Gold etwa in 20 m Tiefe. Daher mußte das Wasser immer unter den Stollen (im „Sumpf“) abgepumpt werden. Das meiste Gold (60 bis 70 %) wurde aus den Flußseifen = placer deposits geborgen. Der Rest (30 bis 40 %) direkt aus dem Festgestein = motherload. Meist ist Gold im Zusammenhang mit Quarz zu finden, dabei oft in quartären, seltener in tertiären Sedimenten. Gold kann gesiebt werden, oder gesaigert.

Williams Lake

Am Nachmittag fahren wir zurück zum Highway 97 und auf diesem nach Williams Lake. Dabei geht es durch eine ziemlich abwechslungsreiche Gegend. Im Tal des Fraser Rivers finden sich viele Weiden und Rinder- wie auch Pferdeherden.

Am Abend erreichen wir den Ort am gleichnamigen See. Zwischen Ort und See fällt die große Rennbahn auf, die in einer tiefen Senke liegt. Hier findet dieses Wochenende eine Stampede statt (wie ein Rodeo). Dieser Brauch stammt aus der Zeit nach dem Goldfieber, als die Cowboys, die meistens Indianer waren, sich mit ihrer Vorliebe für Reiterspiele und Pferderennen in diesem Gebiet zur Arbeit niederließen. Williams Lake hat 11000 Einwohner und eine stark entwickelte Holzindustrie.

Gudrun, Eva und Christian machen einen Spaziergang zum See, wo sie neben vielen Mücken auch noch einen schönen Sonnenuntergang, viele eigenartige Vögel, und 3 Präriekojoten (halb Fuchs, halb Hund, mit langen Beinen) treffen. Später am Abend gehen wir noch zur Stampede. Christian isst einen guten Burger und gute Donuts (aber viel zuviele - 13 zum Preis von 12). Anschliessend beteiligen sie sich mit Fremdkapital eines Jungen, der noch nicht im Spielalter (19) war, bei OVER-7-UNDER. Jasmin spielt für den Kleinen, gewinnt zuerst eine Menge Geld, verliert dann aber doch wieder alles. Bei der Stampede läuft alles herum, was aus dem tiefen Hinterland einmal im Jahr in die Stadt kommt. Viele Indianer, auch Touristen von weiter her, die extra wegen der Stampede kommen. Es gibt auch einen Vergnügungspark mit praterähnlichen "Spielzeugen".

Sun, June 30th

Nach einer sehr erholsamen, langen Nacht gibt es spät ein Cereal-Combo zum Frühstück (naja). Die Abfahrt wurde von 10.00 auf 12.30 verschoben, weil die Fussballfans das Match Deutschland gegen Tschechien sehen wollten (heute ist Europa-Fussballmeisterschaftsfinale, dank Zeitverschiebung hier zu Mittag). Der Rest hatte derweil Zeit, die Aktionen der Stampede etwas zu betrachten. Einige waren bei der Hundeschau dabei, wo Hunde Kälber in bestimmte Positionen brachten. Anschliessend machten wir noch einen Spaziergang zum See. Am Rückweg kommen wir bei der Stampede gerade beim Wagenrennen zurecht. Es erinnert uns (bis auf die halsbrecherischen Wagen) etwas an Ben Hur. Es herrscht eine tolle Atmosphäre im Gelände. Die ärmeren Indianer, die sich den Eintritt nicht leisten können (wie wir auch) sitzen auf der Böschung von der Senke, in der die Rennbahn liegt. Wir treffen einen jungen Goldsucher (einen Bekannten von Sabine, ziemlich unglaublich, wie klein die Welt ist). Wegen der Verlängerung des Fussballspieles warten wir noch bis zum Bitteren Sieg Deutschlands um 13:00. Danach geht es aber los, am Highway 97 South.

Hwy 97 South

Cariboo Highway

Wir verlassen das Fraser River Valley und schon nach kurzer Fahrt kommen wir in eine kuppige Grundmoränenlandschaft mit kleinen Seen. Dann legen wir ein Schläfchen ein. Beim Bonaparte River erreichen wir eine wärmere und sehr trockene Landschaft. Sagebrush ist auf den Hängen wieder die häufigste Vegetationsform. Außerdem treten auf den Hängen im anstehenden Gestein eigenartige Verfärbungen durch unterschiedlich verwitterte Erze auf (gelblich bis rötlich). Hauptsächlich kommen hier Phyllite vor. Für die spärliche Vegetation dürften neben der Trockenheit auch Rodung und Überweidung eine Rolle spielen. Selbst der Talboden wird bewässert. Daher treten stellenweise kreisrunde Felder auf, durch die Bewässerungsform mittels einer Leitung, die vom Mittelpunkt aus versorgt wird. Es gibt aber auch Wasserleitungen, die mit Rädern quer über eine Wiese oder ein Feld bewegt werden. Später erreichen wir Cache Creek.

Cache Creek

Der Ort liegt geduckt in einem engen, aber nicht sehr tief eingeschnittenen Tal, wobei die Talhänge halbwüstenähnlichen Charakter aufweisen. Das Leitungswasser ist aber erstaunlicherweise gut trinkbar (wenig Chlorgehalt).

Wir gehen zum Fussballplatz der Elementary School, und ohne lange zu fragen (was der Chefpartie etwas zum Bedenken gab), machten wir ein Fussballspiel. Dabei schiesst sogar Christian ein Tor, wirklich unglaublich! Insgesamt war der Hühneraugenbus - dank Gerald - aber doch besser, und wir mussten uns mit 5:9 geschlagen geben. Zitat von dem Spiel: „Der Gerry ist immer und überall!“

Nachher war der Appetit genau richtig für ein Buffet beim Chinesen. Leider war das Buffet schon von vornherein ziemlich abgeräumt, aber es blieb doch genug. In einer Bar spielen wir noch ein wenig Billard, da wir aber nicht mit dem Können anderer mithalten können, verlegen wir die Party doch sehr bald in die Federn. Doch auch davon trennte sich Christian früh, und machete sich auf die notwendige Gelsenjagd. Zwischendurch schläft er aber doch ganz gut.

Mon, July 1st

Fahrt nach Vancouver Fraser Canyon Highway

Highway 1 West

Nach einem guten Frühstück geht die Fahrt schon um 815 bei traumhaftem Wetter weiter durch wunderbare steppige Landschaft. Nur die bewässerten Wiesen sind grün. Die Licht/Schatten/Grün - Spiele auf den Hängen sind wunderschön plastisch anzuschauen. Außer den grünen bewässerten Wiesen gibt es noch Sagebrushes. Nur auf den Berggipfeln wachsen noch Bäume. Wir erreichen den Thompson River. Der Fluß hat sich tief eingeschnitten. Von Seitentälern kommen gewaltige Schwemmfächer herunter. Außerdem fallen große Flußterrassen auf, in denen sich auch wieder Pyramiden bilden. Der Fluß fließt sehr schnell. Das Wasser ist zwar sehr klar, doch deutet sonst alles auf Hochwasser hin.

Auf den beiden Flußufern gibt es jeweils einen Eisenbahnstrang. Rechtsufrig fährt die Canadian National (Bahnunternehmen seit 1914), linksufrig die Canadian Pacific (Bahnunternehmen seit 1884), also zwei konkurrierende Eisenbahnlinien.

In Lytton erreichen wir wieder das Fraser River Valley. Dort treffen sich der milchkaffeebraune Fraser River und der klare jadefarbene Thompson River zu einem großen Fluß, der lange noch beide Farben zeigt. Die Farben sind durch die unterschiedlichen geologischen und glaziologischen Bedingungen in den Einzugsgebieten, und die dadurch verursachten gelösten und mitgeführten Stoffe im Wasser zurückzuführen.

Auf der grossen Brücke geniessen wir eine Zeit lang unseren ruhigen Schatten auf dem rasch durchschiessenden Fluss.

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In Lytton erreichen wir das Fraser River Valley. Dort treffen sich der milchkaffeebraune Fraser River und der klare jadefarbene Thompson River zu einem grossen Fluss, der lange noch beide Farben zeigt. Die Farben sind durch die unterschiedlichen geologischen und glaziologischen Bedingungen in den Einzugsgebieten, und die dadurch verursachten gelösten und mitgeführten Stoffe im Wasser zurückzuführen. Auf einer grossen Brücke geniessen wir ein [...]
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Weiter geht die Fahrt durch den Fraser Canyon. An der engsten Stelle der Schlucht - dem „Hells Gate“ ist der Fraser River auf 110’ (34 m) Breite zusammengepfercht. Bei unserer Ankunft führte der Fluß Hochwasser, und war an der Stelle 168’ (51 m) tief! Man kann die Stromschnelle durch eine Seilbahn erreichen, und das Getöse von einer Brücke aus bewundern. Beim Bau der Canadian Pacific Railway wurde 1913 ein Felssturz ausgelöst, der di e Schlucht noch verengte, und die Fließgeschwindigkeit des Wassers so stark ansteigen ließ, daß es den Sockeye - Lachsen unmöglich wurde, diese Stelle zu durchqueren. 1945 wurde dann in Zusammenarbeit mit der USA die erste Fischleiter der Welt gebaut, wo die Lachse je nach Wasserstand in unterschiedlichen Kanälen - in ruhigerem Gewässer - zu den Laichgebieten und zu den Fischgründen der Indianer und Bären gelangen können.

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Hier der Rückblöick zur Gondel über die Engstelle. Darunter auch eine Brücke für einen Gehweg. An der engsten Stelle der Schlucht, dem "Hell's Gate" ist der Fraser River auf 34 m Breite zusammengepfercht. Bei unserer Ankunft führte der Fluß Hochwasser, und war an der Stelle 51 m tief. Man kann die Stromschnelle mit einer Seilbahn erreichen, und das Getöse von einer Brücke aus bewundern. Beim Bau der Canadian Pacific Railwa [...]
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Mit der Gondel fährt man hinunter. An der engsten Stelle der Schlucht, dem "Hell's Gate" ist der Fraser River auf 34 m Breite zusammengepfercht. Bei unserer Ankunft führte der Fluß Hochwasser, und war an der Stelle 51 m tief. Man kann die Stromschnelle mit einer Seilbahn erreichen, und das Getöse von einer Brücke aus bewundern. Beim Bau der Canadian Pacific Railway wurde 1913 ein Felssturz ausgelöst, der die Schlucht noch ver [...]
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Für den letzten Abschnitt der Fahrt geht es weiter am sehr stark befahrenen Highway 1 nach Vancouver. Baumi legt sich mit einem Trucker an, der uns rechts überholt, und sich dann vor uns hineinzwickt. Baumi fährt cool vor, und hupt den Trucker an, der wiederum zurückschimpft. Naja, so gehts weiter in der Kolonne. Schliesslich erreichen wir Vancouver - es ist wie am ersten Tag - nur dass wir inzwischen einiges erlebt haben, oder?

Der Exkursionsabschiedsabend in Vancouver

Im Ramada Hotel wohnen wir diesmal im 3. Stock, mit noch viel schönerer Aussicht über die Downtown und die dazugehörigen Berge. Wir putzen das Auto (zumindestens innen). Nachher wird die Wäsche in einem fernen Waschsaloon gewaschen. Dabei spielten wir eine Runde Maumau. Das war recht lustig, nur die Wäsche war nach der Wäsche noch schmutziger als vorher (auch der Geruch, naja...).

Zum Abschiedsessen gehen wir auf Granville Island in ein gutes Restaurant. Essen Lachs und allerlei Nachspeisen, dazu gibt es guten australischen Wein - alles in allem machte für 24 Leute glatte CDN1100 aus (CDN46 pro Nase). Es waren auch Prof. TKP samt Frau dabei. Vom Tisch aus war ein herrlicher Blick über den Creek und die Downtown. Da am 1.7. der Nationalfeiertag Kanadas ist, gab es ein schönes Feuerwerk über der gegenüberliegenden Downtown zu sehen.

Zum letzten Abschied gehen wir in eine kleine Bar am Broadway. Bei einem Glas (echtem) Cidre und guter Musik wurde getratscht und getanzt, bis sich Christian nach einem huge good bye um 02:30 zurück ins Hotel machte. Dort wurde der Rucksack gepackt, und in der Morgendämmerung ging es ins Bettchen.

Wed, July 2nd

Schon nach wenigen Stunden (06:45) hiess es wieder raus aus den Federn. Frühstück gibt es mit Andréas und Eva wie gehabt beim Bino's Restaurant. Dann fahren wir drei per Taxi zur Main Station, wo wir den Papierkram erledigten, und den Bus erreichten. Damit war die Exkursion dann aus, und wir steckten schon voll im Abenteuer. Es sollten noch 29 ganz gewaltig aufregende Tage vergehen, bis wir wieder nach Vancouver - und dann weiter nach Österreich zurückkehrten. Alles in allem war die Exkursion jedenfalls traumhaft! Merci an alle, die dabei waren, und es dazu machten, was es geworden ist!

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Vancouver ist eine Stadt im Südwesten von British Columbia an der Westküste Kanadas. Sie ist nach dem englischen Kapitän George Vancouver benannt und liegt zwischen der Straße von Georgia und den Coast Mountains, rund 45 Kilometer nordwestlich der Grenze zu den USA. Die Stadt gehört zum Greater Vancouver Regional District, der mit 2,18 Millionen Einwohnern (2006) die größte Metropolregion im Westen Kanadas und die drittgrößte des Landes [...]
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