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Mesa Verde, Four Corners, Mexican Hat, Monument Valley, Page, Cottonwood Canyon, Bryce Canyon - Juli 1996

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Montezuma County

CO 145 S: Cortez

Wir verlassen diese unwirkliche Welt und auch die Berge nach SW über den Lizard Head Pass (10222 ft). Zuerst geht es durch das 50 Meilen lange Tal des Dolores Rivers, vorbei an saftig grünen Wiesen, Silberfichten etc. Auch wird das Auto aufgrund eines Gewitters wieder ordentlich geduscht. Durch eine typisch amerikanische Straßengroßbaustelle werden wir erstmals im Mietauto "eskortiert", was auch viel Spaß macht. Spät aber doch erreichen wir das Montezuma County mit Cortez, dem südwestlichen Eingangstor Colorados und damit wieder die Wüste. Es ist eine größere Stadt (ca. 10000 Einwohner), kurz beschrieben als flach, heiß und eher leblos.

Zunächst suchen wir nach einer Karte für die weitere Fahrt. Nach der recht guten Karte für Colorado sind wir anspruchsvoll geworden. Wir finden aber weder in der Tourist Info, im Christian Bookstore, noch in einer normalen Buchhandlung irgendwas brauchbares. Christian kann bei diesem Bummeln plötzlich sein Bedürfnis einen Cowboy-Hut zu erstehen nicht mehr unterdrücken, und es ist tatsächlich ein guter Ort für diese Anschaffung. Hier passt es wirklich und es ist kein Tourismusort. Die Hut-Wahl wird eine lange Prozedur, einige Zeit spekuliert sogar André, sich auch einen zu kaufen, ihn schreckt der Preis dann doch ab. Die klassischen Hüte bestehen aus einem höchst unnatürlich wirkenden, durchaus harten Stoff, es erinnert uns eher an das Material, aus dem wasserbeständiger Gips für sommerliche Knochenbrüche hergestellt wird. Und die Lederhüte sind sowieso unerschwinglich. Der Hut scheint hier tatsächlich ein Kultobjekt zu sein. Erst recht spät findet Christian einen für seinen Kopf passenden.

Nachher kaufen wir noch in einem großen Foodstore für die nächsten Tage ein, und fahren tanken. Dabei findet Christian zufällig die entsprechende Karte für Arizona... d.h. es kann losgehen. Während unserem Stadtbesuch hat sich in der unangenehm drückenden Hitze ein ordentlicher Sturm gebildet. Es fliegt so ziemlich alles durch die Luft, und fette schwarze Wolken kommen mit hoher Geschwindigkeit auf uns zu. Wir schaffen noch die Fahrt hinauf auf das Plateau zum Entrance des Mesa Verde National Parks, wo wir übernachten wollen, dann kracht es los.

CO 160 (AR): Mesa Verde National Park
CO NP-Roads (AR)

Mesa Verde National Park

Es schüttet nicht nur, es blitzt auch recht anständig, was auf dem Plateau nicht ganz so witzig ist. Bei der Ranger Station traut sich keiner zu uns raus, sie deuten nur, dass wir das Auto nicht verlassen sollen, was schon alleine vom Regen her nicht unbedingt empfehlenswert erscheint. Wir kreisen am Campground herum und halten dort, wo wir später unser Zelt aufstellen wollen. Die halbe Stunde, die das Gewitter noch andauert, verbringen wir mit einer schon längst überfälligen Nahrungszufuhr im Auto.

Der Guss hat die Luft anständig abgekühlt. Wir schmeißen nur unsere Zeltsachen auf den vorgesehenen Platz und da das Wetter besser wird, fahren wir gleich los. Der National Park ist in zwei weit voneinander entfernte Points of Interest aufgeteilt. Wir entschließen uns die näher gelegene Chapin Mesa noch heute in Angriff zu nehmen. Damit die Vegetation noch Zeit zum Abtropfen hat, gehen wir zuerst ins Museum. Dort schauen wir uns einen Film über das Gebiet und die Geschichte an. Mesa Verde, der "grüne Tisch" ist kein typisch amerikanischer National Park, da die Naturschauspiele hier nicht die Hauptsache sind. Dagegen bietet der Park echte Kultur und Geschichte (also aus einer Zeit vor der Eroberung durch die Europäer). Es handelt sich um die erloschene Zivilisation der Anasazi, die auf dem von Wüsten umgebenen bewaldeten Hochplateau (7200 bis 8500 ft hoch) von ca. 500 bis 1290 n.Chr. lebten. Somit sind die Europäer ausnahmsweise nicht einmal Schuld am Verschwinden der Anasazi. 1290 hat sich nämlich die gesamte Bevölkerung von einem Tag auf den anderen mehr oder weniger in Luft aufgelöst. Grund dafür könnte z.B. Trockenheit am Plateau gewesen sein.

Gut erhalten sind ihre Behausungen bis heute, denn diese sind zu einem Teil unter der Erde. So wurden in der ersten Periode die Gebäude in den Boden gebaut, mit Eingang am Dach, origineller Belüftung der zentralen Feuerstelle, aber leicht feuerfangendem Oberbau. Später nutzten sie Nischen in Canyonwänden und steilen Absätzen. Dort bauten sie mit Stein und Lehm - teilweise mehrstöckige Gebäude. Der Zugang zu diesen Dörfern ist nicht immer klar ersichtlich. Die Zivilisation muss sehr fortschrittlich gewesen sein, es waren auch keine Nomaden.

Nach der Einführung erkunden wir noch die reale Gegend im wieder traumhaften Wetter per Auto und sogar zu Fuß. Zuerst steigen wir zum Spruce Tree House ab. Wir lassen uns Zeit, es sind auch überhaupt keine Leute mehr unterwegs! Auf der One-Way Straße weiter in den Süden stolpern wir über weitere recht eindrucksvolle Bauwerke, nicht immer sind die in den Nischen der Canyons einfach zu erkennen, scheint wohl Sinn gemacht zu haben. Besonders gut gefallen uns das Square-Tower House (4 stöckiges Gebäude) und der gigantische Cliff Palace (mehr als 200 Räume und viele Kivas), wo gerade die letzten Sonnenstrahlen hineintreffen.

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Anasazi village build under overhangig canyon walls, it is one of the best preserved ones and visitable in the Mesa Verde National Park.
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Look into the northern end of the village under the overhang in Mesa Verde National Park.
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This Anasazi village cannot be visitated, but the view from the overlook shows one of the first american "skyscrapers", the main tower has four floors and possibly others had similar heights before.
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Innenansicht einer Kiva mit gesüdeter Anordnung von Feuerstelle. Eine Kiva ist ein Zeremonien- und Versammlungsraum der Pueblo-Kulturen. Das Wort selbst stammt aus der Sprache der Hopi. Zu einem Pueblo gehören meist mehrere Kivas, eine große für alle Bewohner sowie mehrere kleinere für die einzelnen Clans. Die kreisrunden Kivas sind halb oder ganz unterirdisch angelegt. Baumstämme bildeten das Dach. Diese wurden dann mit Lehm verputzt, so d [...]
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L'antique édifice Pueblo est situé dans le Parc national de Mesa Verde, aux États-Unis dans le coin Sud-Ouest de l'État du Colorado, pays du peuple Anasazi. Cliff Palace est une grande et impressionnante batisse en ruine construite dans une alcove de grès. L'alcove mesure 27 m de profondeur et 18 m de hauteur. L'édifice mesure 88 m de long. Il y a 150 chambres dans l'édifice, bien que seules 25 à 30 de ces chambre [...]
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Look at the few remainings of a small ancient village in Fewkes Canyon. These cliff dwelling are build on two levels. Especially the upper one seems totally inaccessible but Anasazi used long moveable ladders.
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Cliff Palace is the largest cliff dwelling in North America. The Ancient Pueblo structure is located in Mesa Verde National Park, in the southwest corner of the U.S. state of Colorado, home to the Ancestral Puebloans people. Cliff Palace is a large, impressive ruin built into an alcove in a sandstone cliff. The alcove is 89 feet deep and 59 feet high (27 m x 18 m). The structure is 288 feet (88 m) long. There are about 150 rooms in the structure, [...]
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Cliff Palace is a large, impressive ruin built into an alcove in a sandstone cliff. The alcove is 89 feet deep and 59 feet high (27 m x 18 m). The structure is 288 feet (88 m) long. There are about 150 rooms in the structure, although only 25 to 30 of those rooms had hearths, which would indicate that the room was used as living space. Although many of the remaining rooms were storage rooms, Cliff Palace incorporates many open areas and rooms who [...]
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Sonnenuntergang im Mesa Verde NP. Blick nach Nordosten.
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Später reicht das Abendlicht nicht mehr aus, um die tiefen Täler zu beleuchten, daher düsen wir schnell zurück und suchen den höchsten Punkt des Plateaus auf: Park Point (8571 ft). Dort genießen wir die Fernsicht in der angenehmen Luft nach der Gewitterwäsche (...weiter, als das Auge reicht... zu den Rockies, über das Montezuma Valley etc.) und die herrliche Sonnenuntergangsstimmung. Erst im Dunkeln erreichen wir wieder den Campground, bauen das Zelt auf und essen wieder in der Nacht. Diesmal gibt es Reis mit Inhalt (was auch immer das gewesen sein mag) als Suppe. Geschmeckt hat es nicht so schlecht, und da wir es ja eh nicht gesehen haben... dann fallen wir aber so gut wie tot um.

Sun, July 14th

Früh läutet wieder der Wecker. Das Wetter ist wieder fantastisch, zunächst ist alles aber noch total nass und kühl. In der Sonne wird es aber schnell heiß. Nach einem Frühstück auf der nassen Bank geht es an Wäsche und Geschirr waschen. Erst später wird das Zelt abgebaut und dann geht es los. Bei einer Wassertankstelle tanken wir noch den Wasservorrat auf (sämtliche Fläschchen und Kanister).

CO NP-Roads (AR): Wetherhill Mesa

Dann geht es nochmals tief in den Park hinein zu den Far View Ruins. Die hier erhaltenen Mauerwerke haben fast Festungscharakter und sind weder in Nischen gebaut, noch haben sie exotische Formen.

Nachher fahren wir noch die lange, kurvenreiche Strecke zur Wetherill Mesa. Leider ist das Ende des Loops nicht individuell befahrbar und wir haben den Touristenbus knapp versäumt. Da wir nicht so lange warten wollen, gehen wir zu Fuß zum Step House, einer unter einem riesigen Felsdach angelegten Siedlung. Der Name kommt von den stufenartig geschlichteten Steinen, die als Zugang gedient haben könnten.

Dann verlassen wir diese letzte grüne Insel. Auf der langen Rückfahrt zum Nationalpark Eingang halten wir noch am Montezuma Valley Overlook, wo das Kalk-Plateau nach Norden hin abbricht. Wir fahren aber noch ein Stück weiter bis zur letzten Kurve mit Aussicht im Park, wo wir parken und ein paar Brote essen. Dort treffen wir auch auf zwei motorradfahrende Österreicher und tratschen kurz mit ihnen.

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Mesa Verde ancient villages have been build under overhanging canyon walls. These civilsation remains are quite unique, they remainded till now because the Anasazi people did build their houses with solid rocks. A large number of house have a cultural background like to round based Kivas. One of them has been reconstructed with its clay coverd tent structure that came from the early Anasazi civilization and then called pithouse.
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Hier hat man einen Überblick über die Abbruchkante im Norden.
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Four Corners Monument

CO 160 W, CO 666S: Cortez, Four Corners Monument (NM,AZ,UT,CO)

Allzu lange Strecken haben wir heute zwar nicht mehr vor (ca. 120 mi), doch es ist eh schon wieder Nachmittag, also schauen wir, dass wir weiterkommen. Auf der Fahrt nach Süden, kurz nach Cortez, erreichen wir das Ute Mountain Indian Reserve. Mitten in dieser wüsten Landschaft steht plötzlich ein einsamer Inselberg, der bereits stark an Monument Valley erinnert, von dem wir aber noch gut 100 mi entfert sind. Tatsächlich ist es einer der letzten Stücke vom Mesa Verde Plateau, von denen wir kurz darauf noch einige mehr sehen. Hier herunten kann man sich gar nicht vorstellen, wie schön grün und angenehm es oben am 2000 ft höheren Plateau ist.

Weiter geht die Fahrt nach Südwesten, es wird ziemlich flach, wüst und heiß. Ziel ist das geographische Unikum, an dem vier Staaten aneinandertreffen. Zufällig liegt der Grenzstein zwischen Utah, Colorado, Arizona und New Mexico auch noch in der Navajo Indian Reservation, das heißt Eintritt zahlen. Zu sehen sind eine in den Boden gegossene Bronzeplatte des USGS, Fahnenmasten und Mobil-Klos. Um ein paar Dollar könnte man sich auch mit einem "echten" Indianer (im Häuptlingsschmuck inklusive Pferd) fotografieren lassen, was uns aber eindeutig abschreckt! Was dem Tripp dann doch noch einen Sinn gibt, abgesehen von der Tatsache in New Mexico zu sein, sind interessante Insolationsverwitterungen an Steinen, die den Parkplatz abgrenzen.

Um das Auto nicht unnötig aufzuheizen, fahren wir wieder ein Stück nach Nordosten zurück, um den Hwy. 41 und Monument Valley von Nordosten und über Utah zu erreichen.

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Das Kennzeichen ist rot auf gelb und recht schlicht.
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An diesem geographische Unikum treffen vier Staaten aneinandert. Zufällig liegt der Grenzstein zwischen Utah, Colorado, Arizona und New Mexico auch noch in der Navajo Indian Reservation, das heißt Eintritt zahlen. Zu sehen sind eine in den Boden gegossene Bronzeplatte des USGS, Fahnenmasten und Mobil-Klos. Um ein paar Dollar könnte man sich auch mit einem "echten" Indianer (im Häuptlingsschmuck inklusive Pferd) fotografieren lassen, [...]
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An diesem geographische Unikum treffen vier Staaten aneinandert. Zufällig liegt der Grenzstein zwischen Utah, Colorado, Arizona und New Mexico auch noch in der Navajo Indian Reservation, das heißt Eintritt zahlen. Zu sehen sind eine in den Boden gegossene Bronzeplatte des USGS, Fahnenmasten und Mobil-Klos. Um ein paar Dollar könnte man sich auch mit einem "echten" Indianer (im Häuptlingsschmuck inklusive Pferd) fotografieren lassen, [...]
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Die thermische Energie der Sonnenstrahlung lässt die Aussenseite der Steine dunkel wären, dadurch heizen sie sich noch mehr auf und diese Platten dehnen sich mehr auf als die grosse innere Masses des Steins. Die Oberfläche sprengt es so regelrecht vom Stein weg, teilweise über einen halben Meter.
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Das Hundertjährige bestehen des Arches Nationalparks wird auf diesem Kennzeichen von Utah gewürdigt.
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Navajo Twin Rocks und Mexican Hat

CO 41 N, UT 262 W: Bluff, Navajo Twin Rocks (UT)
UT 163 W: Mexican Hat

In Utah wird es langsam wieder reliefierter und farbenfroher, besonders was die Farben des Sandes betrifft, von Vegetation ist auch hier kaum mehr eine Spur, wir sind in der Wüste gelandet. Es herrscht eigentlich kaum Verkehr und wir kommen uns verhältnismäßig verloren vor. Bei Bluff kommen wir wieder auf einen größeren Highway, aber der Verkehr wird nicht mehr. In der Karte waren die Navajo Twin Rocks eingezeichnet. Als wir das Café mit diesem Namen erreichen, war es geschlossen. Erst, als wir enttäuscht wieder ins Auto steigen, fällt uns auf, was es mit den Twin Rocks auf sich hat: Hinter dem Café stehen zwei gigantische Felsblöcke, die auf hohen natürlichen Säulen ruhen, als ein Überbleibsel eines Plateaus.

Einige Meilen später fahren wir über eine Geländeerhöhung, die sich im Rückblick als außerordentlich gefaltet herausstellt. Daneben sind aber auch eindeutig söhlig gelagerte Tafellandschaften zu bewundern, alles in verschiedensten schönen rötlichen Farben. Besonders eindrucksvoll wird diese Landschaft, als wir das Tal des San Juan Rivers erreichen.

Hier biegen wir mit einem Auto einfach auf einem Pfad in die Pampa ab und versuchen ein kurioses Felsgebilde zu erreichen, das wie ein Mensch mit einem riesigen Hut aussieht. Als wir später in die nächste Ortschaft einfahren wissen wir, woher diese ihren Namen hat (Mexican Hat). Es ist zwar unerträglich heiß, aber wir wagen trotzdem ein paar Schritte außerhalb des Autos, schon alleine um die herrliche Landschaft zu fotografieren. Selbst dabei nutzen wir aber jeden Schatten aus, der sich bietet (z.B. Strommasten...) Laut Karte und nach ein paar Gewächsen weiter unten zu schließen, soll hier auch der San Juan River fließen. André ist neugierig, wie sich hier ein Fluss halten kann. Also fahren wir auf dem staubigen Weg einfach hin. Das Wasser ist zwar warm, aber nicht umgekippt und es fließt auch trotz dem relativ flachen Gelände. Der Karte entnehmen wir, dass der Fluss sogar bis zum Lake Powell (Colorado River) weiterfließt und nicht irgendwo den Geist aufgibt. Für ein Bad ist die Sache dann aber sogar André nicht geheuer, es wäre doch der ideale Ort für so manches Getier. Außerdem würden wir schön ausschauen - schließlich würden wir durch die mitgeführte Sedimentlast gut paniert dem Wasser entsteigen.

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Ein kleiner Vorgeschmack auf Monument Valley. Das Twin Rocks Café hatte leider geschlossen.
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Nichtsöhlige hinter söhlige Sedimentschichten im Süden der Strasse.
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Die Region besteht aus wüstenähnlichem Gelände, welches von Canyonlandschaften unterbrochen wird. Östlich des Ortes befindet sich eine Felsformation, die wie ein mexikanischer Sombrero aussieht und damit dem Ort den Namen gab.
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Der Fluss San Juan River ist ein Nebenfluss des Colorado River, der Utah, New Mexico und Colorado durchfließt. Er ist 644 Kilometer lang und liegt im Westen der Vereinigten Staaten von Amerika. Er entspringt in den San Juan Mountains im südlichen Colorado und mündet in den Lake Powell. Am für Touristen interessantesten Punkt liegt der Goosenecks State Park aufgrund der Schlucht.
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Die Region besteht aus wüstenähnlichem Gelände, welches von Canyonlandschaften unterbrochen wird. Östlich des Ortes befindet sich eine Felsformation, die wie ein mexikanischer Sombrero aussieht und damit dem Ort den Namen gab. Der Witz bei dieser Begnung war, dass wir gar nicht wussten wie das Ding heisst und es aus reinem Interesse von der Strasse aus angepeilt hatten. Erst später, als wir durch den Ort Mexican Hat fuhren, ist uns ein Licht [...]
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In der Ortschaft Mexican Hat halten wir an einer Tankstelle, wie sie in den wildesten amerikanischen Filmen vorkommt: Rostige Zapfsäulen, Holzgebäude, sengende Hitze, verschwitzter und unrasierter Tankwart. Der schaut ganz schön verdutzt, als wir neben dem Benzin noch ein Packerl Milch wollen. Nebenbei sei bemerkt, dass wir sicher auch schon recht staubig ausschauen.

UT 163 W: Monument Valley (AZ)

Wir fahren über langgezogene leichte Kuppen der bereits tiefstehenden Sonne entgegen. Es geht leicht bergauf, die bunten Berge im Süden sind verschwunden und wir fragen uns schon, wann wir endlich Gouldings, die Ortschaft beim Monument Valley, erreichen. Es geht wieder einmal über eine Kuppe, plötzlich steht der Volvo, der schon zuvor an schönen Fotostandorten gehalten hat, scheinbar ohne Grund am Straßenrand, der Fahrer mit Kamera mitten auf der Straße. Da überreißen wir, dass vor uns bereits das ganze Monument Valley liegt, wobei die Straße mitten in die gigantischen Felstürme hineinführt.

Monument Valley

Die Sonne steht schon ganz schön tief, als wir am Mitten View Campground im Monument Valley Navajo Tribal Park (Tsé Bii' Ndzisgaii) ankommen. Dort organisieren wir uns zuerst einen Platz für unser Zelt. Ohne viel nachzudenken stellen wir das Zelt gleich auf, hängen die nasse Wäsche von der Früh zum Trocknen auf und fahren weiter.

AZ Park Road: Valley Drive

Da wir die Sonne überreden konnten, doch noch ein Zeitl am Himmel zu verweilen, nehmen wir unter diesen tollen Lichtverhältnissen die 17 mi des Valley Drive in Angriff. Es wird zwar in den Prospekten empfohlen, die Busse zu verwenden, oder jedenfalls Allradantrieb zu haben. Die Straße ist tatsächlich schlecht, für uns im Geo aber befahrbar. Dafür haben wir umso mehr Zeit zum Schauen. Wir fahren durch die riesigen Felsformationen, die alle recht passende Namen haben (Mittens, Merrick Butte, Elephant Butte, Three Sisters, Camel Butte, The Hub, Totem Pole etc.). Wir finden jedoch selbst in den unbedeutenderen Felsformationen viel Faszinierendes, so z.B. beim Felsen mit den vielen Gesichtern.

Am John Ford's Point klettern wir ein Stück herum, um schöne Aussichtspunkte zu finden, dabei treffen wir immer wieder auf ein paar der hier sehr viel vertretenen Österreicher. Beim Umfahren der Rain God Mesa kommen wir auch bei einigen Navajo Siedlern vorbei. Sie wohnen in Lehmhütten, ganz so wie eh und je. Auf den Aussichtspunkten stehen sie dann mit großen Tischen und verkaufen irgend einen Ramsch-Schmuck oder sonstiges Zeugs. Am North Window Viewpoint stehen wir eine Zeit lang und genießen den Blick ins Tal. Ein paar Pferde reiten im West Gypsum Valley zwischen den Buttes heraus... es schaut wirklich aus, wie man sich den Westen vorstellt.

Dann geht es aber unter ganz schlechten Straßenbedingungen (keine Sicht mehr auf die Löcher und Felsbrocken), aber unter umso schöneren Lichtspielen auf den Bergen zurück. Die späte Stunde bringt das gute Licht aber auch den Vorteil, dass wir nur selten staubende Vorgänger auf den Pisten haben. Trotzdem festigt sich die Staubschicht in unserem Auto, inklusive dem Gebläse. Wir haben jedoch auf Wüstenbetrieb umgeschalten und es stört uns nicht mehr sonderlich, solange es klares Wasser und reine Milch zu trinken gibt. Es gibt zwar eine Duschmöglichkeit am Camp Ground, die ist aber andauernd besetzt, so vertagen wir diese feuchte Angelegenheit wieder einmal, obwohl das Bedürfnis schon recht akut wäre.

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Das Monument Valley (Diné bizaad: Tsé Bii' Ndzisgaii) ist ein Tal an der südlichen Grenze des US-Bundesstaates Utah zu Arizona. Es liegt innerhalb der Navajo-Nation-Reservation in der Nähe der Ortschaft Mexican Hat in Utah, wird von den Diné (Navajo) verwaltet und ist daher kein Nationalpark. Es ist bekannt für seine Tafelberge und diente bereits vielfach als Kulisse für Dreharbeiten. Wir fahren über langgezogene leichte Kuppen der berei [...]
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Giftige Farben, ein Kaktus, zwei laufende Salamander und der Slogan "Protect our Environment".
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Alle Felszinnen haben bezeichenden Namen.
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Name unsicher.
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Im Luftbild sieht man das dieser Tafelberg eigentlich nur mehr aus einer dünnen Felswand besteht, die man hier von der flachen Seite sieht. Alle Felszinnen haben bezeichenden Namen, dieser steht für Handschuh.
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Die Zinnen haben meist sprechende Namen, "mitten" heisst auf Englisch "Fausthandschuh".
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Von etwas weiter weg ist der Elefant offensichtlicher.
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Der Kopf wäre vorne, die Höcker hinten...
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Der Massige Felsblock links ist der Merrick Butte, die dünnen Zinnen dahinter stehen am Monument Pass. Die Wand hinter Christian ist der East Mitten Butte und rechts schliesst der Elephant Butte an. In Vielen Western stand hier ein Cowboy auf seinem Pferd und blickte in die Ferne...
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Felswände stehen aus den Tafelbergen heraus.
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Hier stehen nur mehr Zinnen. Davor liegen Ausläufer von Sand Springs.
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Wir finden selbst in den unbedeutenderen Felsformationen viel Faszinierendes, so z.B. diesen Felsen mit den vielen Gesichtern. Mindestens sechs lassen sich hier erkennen.
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Krasse Wüstenfarben sind hier zu erzielen.
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Hier gibt es eine hohe Geländestufe. Blick nach Norden. Die Zinne rechts gehört zur Spearhead Mesa.
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Massiver Tafelbergrest südlich der Mitten Buttes.
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Im Luftbild sieht man das dieser Tafelberg eigentlich nur mehr aus einer dünnen Felswand besteht, die man hier von der flachen Seite sieht. Alle Felszinnen haben bezeichenden Namen, dieser steht für Handschuh.
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Jedenfalls essen wir wieder einmal bei absoluter Dunkelheit, denn auch vom Zeltplatz aus können wir die Felsen noch bis zum letzten Sonnenstrahl bewundern. Wir sind froh den Loop noch am Abend gefahren zu sein, denn in der Früh war das Licht dann recht fahl.

Die Wäsche ist in der kurzen Zeit längst getrocknet (auch Jeans etc.). Aber jetzt rächt sich der Fehler des frühzeitigen Zeltaufbaus. Als wir uns schlafen legen wundern wir uns über die Hitze im Zelt, obwohl die Luft draußen schon abkühlt. Wir hatten das Zelt auf den heißen Boden gestellt und durch die dichte Folie und die Isomatten ist der Sand einfach nicht mehr ausgekühlt. Ein derart heißes Bett ist fast unangenehmer als Kälte. Dazu kommt in der Nacht auch noch ein ordentlicher Sandsturm auf, das Zelt flattert ordntlich und es blitzt in der Ferne. Dabei scheinen unsere Zeltnachbarn hauptsächlich aus Steirern, Tirolern, Wienern und Burgenländern zu bestehen, die die ganze Nacht ihren Spass haben wollen. Naja, irgendwann waren wir dann müde genug zum Schlafen.

Mon, July 15th

Page und Glen Canyon Dam

AZ 163 W: Kayenta
AZ 160 W, AZ 98 W: Page, Glen Canyon Dam

Die Sonne begrüßt uns, der Wind hat sich wieder gelegt und es heißt weiterfahren durch die dürre und einsame Landschaft. Wir wollen zum Bryce Canyon NP aber dieser liegt von hier aus äußerst ungünstig. Egal wie wir es angehen könnten, man fährt immer mit der Kirche ums Kreuz, denn es sind ein paar Wüstenberge und der Colorado River im Weg.

Wir fahren also (nun bereits in Arizona) zuerst einmal nach Südwesten. Eh noch etwas müde geht es über weite Flächen, mal rauf auf 6700 ft, wieder runter auf 5000 ft. Es stehen immer wieder einige Felstürme herum, eindrucksvoll ist der aus dunklem Gestein bestehende Agathia Peak. Die Vegetation wechselt zwischen gar nichts bis Büsche und vereinzelte Bäumchen. Nach Kaibito geht es wieder über eine aussichtsreichere Hügelkette drüber, wo gleich wieder einige Navajos ihren Schmuck verkaufen. Schließlich erreichen wir Page, einen größeren Ort, am Westrand der Navajo Indian Reservation. Dort füllen wir wieder einmal Essen und Benzin auf. Es ist in dieser Stadt sehr heiß und wir schauen, dass wir wieder ins kühl klimatisierte Auto kommen.

Unmittelbar nach Page erreichen wir den Glen Canyon Dam. Vor diesem queren wir auf einer gigantischen Brücke den Colorado River (zum 2. Mal), an der weit und breit einzig möglichen Stelle. Der Staudamm ist beeindruckend (immerhin arbeiten die hier mit 1288 MW). Wir stehen auf der Brücke und schauen uns den 710 ft hohen und 1500 ft langen Damm an, wo unten der tiefblaue Colorado River heraussprudelt und in den hier beginnenden Grand Canyon weiterfließt. Der Lake Powell, der von dem Damm aufgestaut wird, ist auch gewaltig. Wir sehen in dem kleinen angeschlossenen Museum ein Modell vom ganzen See und der beeindruckenden Landschaft rundherum. Seit er nach mehr als 17 Jahren endlich aufgefüllt war, beinhaltet er rund 30 km³ (!) Wasser. Wenn er voll gefüllt ist, ist die Küstenlinie 1960 mi lang! Wirklich gewaltig. Hier wären wir gerne noch eine Zeit lang geblieben, aber erstens wollen wir ja noch später zum Grand Canyon fahren, und zweites wollen wir mittlerweie über eine Abkürzung (recht fragwürdige Straße) den Bryce Canyon anpeilen.

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Nach rechts gehen die Starkstromleitungen weg, unten rinnt der durch den Damm besänftigte Colorado River langsam in den Grand Canyon hinein. Die Glen-Canyon-Staumauer (Glen Canyon Dam) ist eine Bogengewichtsmauer, die den Colorado River in Arizona anstaut. Ausgehend vom Stauinhalt ist der entstandene Stausee, der Lake Powell nach dem Lake Mead der zweitgrößte Stausee der USA.
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Cottonwood Canyon

AZ 89 W: Big Water (UT), Richtung Kanab, Richtung Norden

In Big Water (weit und breit natürlich kein Wasser zu sehen) erreichen wir wieder Utah. Noch einige Meilen weiter zweigt die Straße unserer Wahl ab. Sie ist die kürzeste Verbindung zum Bryce Canyon (laut unserer Karte). Es sind allerdings ca. 45 mi nicht asphaltiert. Nebenbei sei bemerkt, dass wir im Auto-Mietvertrag eine Klausel mitunterzeichnet haben, die uns untersagt "unpaved roads" zu benutzen. Als wir in die Nebenstraße einbiegen, bietet sich ein positives Bild, nämlich eine gut geschotterte Piste, auf der man recht flott vorankommt. Ein Holzschild, das wir zwar verstehen, kostet uns im Anblick der Umgebung einen Lacher. Darauf steht nämlich: "impassible when wet". "Wet" heißt feucht und alles was hier zu sehen ist, ist heller Sand und graue Felsen. Der Himmel ist zwar nicht wolkenlos, aber es schaut so aus, als hätte es das letzte Mal vor 20 Jahren geregnet. Das einzige was wir eventuell fürchten sind Überschwemmungen von Trockentälern. Aber trotzdem lassen wir das Schild stehen, wo es ist und fahren frohgemut in den Cottonwood Canyon.

UT Cottonwood Canyon Road: Richtung Nord-Westen

Zunächst führt uns die Piste lange durch den Cottonwood Canyon. Mal in einem breiten flachen Tal, mal durch richtige Schluchtstrecken, mal etwas bergauf und bergab. Die erste Stunde vergeht trotz der relativ guten Piste wie im Flug und Meilen bringen wir nur wenige weiter. Die paar Wölkchen am Himmel werden mehr und mehr und finsterer. Da es häufig so knapp neben dem Flussbett dahingeht, schauen wir, dass wir weiterkommen. Langsam kommen wir aus der Senke in die Hügel, hinter denen sich der Bryce Canyon verbirgt. War das flachere Vorfeld weiß bis hellgrau, so sind die Nord-Süd verlaufenden Täler durch die wir nun fahren kunterbunt. Vor allem aber rötlich. Mit der Zeit geht es recht steil bergauf und bergab... zu diesem Zeitpunkt treffen uns auch die ersten Regentropfen. Die Straße ist längst nicht mehr geschottert, sondern einfach in den vorhandenen Untergrund gepflügt. Die netten roten Farben sind letztendlich Lehm. Durch die Feuchtigkeit wird die Oberfläche ganz schön glitschig und das Fahren wird extrem anstrengend.

Beim Grosvenor Arch, einer hohen natürlichen Felsbrücke legen wir trotzdem eine kurze Pause ein. Hier pfeift der Wind recht gespenstisch durch die Felsformationen. Nach einem kurzen aber heftigen Gewitterschauer geht es dann weiter. Der Untergrund wird steiniger und es regnet nicht mehr, was der Bodenhaftung zugute kommt. Es ist dennoch alles feucht. Dann geht es aber noch einmal noch über einen kleinen Rücken drüber mit diesem schönen dunkelroten Sand.

Auf dieser Stelle wird nun offensichtlich, was mit "impassible when wet" gemeint war. Mit Schwung kommen wir gerade noch irgendwie hinauf. Bergab schaut die Sache schon ganz anders aus: Das Auto eine Radumdrehung langsam rollen lassen und bremsen hat zur Folge, dass wir etwa 2 Meter rutschen. Es legt sich eine 1 cm dicke Lehmschicht um den Reifen und die rutscht frohgemut auf der lehmigen Piste. Da hier die Piste leicht schräg zur Seite hängt, rutscht das Auto auch noch vorzugsweise seitwärts Richtung Abgrund, und das ohne auskuppeln zu können ist der größte Horror. Schließlich versucht es André indem er das Auto einfach in der Neutral-Stellung schräg rollen lässt und mit der Handbremse die "Geschwindigkeit" drosselt und mit Hilfe von besonderen Rutschmanövern den Wagen wieder gerade auf die Straße hinstellt. Wenn es brenzlig wurde, verwenden wir auch den Rückwärtsgang (einfach hineinschmeißen, weil schalten geht ja nicht) um im Schwimmen den Kurs andeutungsweise zu korrigieren.

Nach langer "Arbeit" kommen wir auf die Plateaufläche und es scheint geschafft. Nun geht es wieder verhältnismäßig flach nach Nordwesten, laut Karte ist die asphaltierte Straße nicht mehr weit. Endlich genießen wir auch ein wenig die Aussicht bei der wilden Gewitterstimmung. Im Freudentaumel übersehen wir den Bach (Paria River), der strichliert in der Karte eingezeichnet ist. Plötzlich haben wir ihn ja auch schon vor uns. Zum nun wasserführenden Bach geht es steil bergab. Steil ist relativ, der Bach wird zwar im flachen Winkel angeschnitten, der angeschnittene Untergrund ist aber wieder reiner Lehm (Gatsch). Also verdammt steil... Der Anblick, der sich uns bietet, ist nicht gerade erheiternd. Unten, kurz vor der Querung ist ein großes allradgetriebenes Gefährt (dessen Spuren wir schon länger verfolgen) ausgerutscht und in den (dem Abgrund abgeneigten) Hang hineingerutscht. Die linke Seite ist recht zerknautscht. Wir halten und schauen uns die Sache zu Fuß an. Nach ein paar Schritten geht man um einige Zentimeter höher auf einem Lehmpaket dahin. Den anderen können wir absolut nicht behilflich sein. Unsere weitere Strategie wird entwickelt: Wir müssen hinunter, mit Schwung durch den Bach und drüben hinauf. Die einzige Alternative wäre warten, aber in der Nacht wird es noch ein paar Mal regnen.

André lässt den Wagen mit offener Tür rollen, um jedes Ausrutschen zu registrieren. Mit dem rechten Reifenpaar steuern wir jedes noch so kleine Grasbüschel an. Alle paar Meter finden Richtungskorrekturen mit Rückwärtsgang-Schüben statt. Das Rinnsal unten ist nicht groß (glauben wir zmindestens). Reifenspuren führen jedenfalls durch und wir verlassen uns darauf ohne genauer hinzuschauen. Das letzte Stück gehts dann mit Vollgas durch, denn wir müssen durch das Wasser und auch noch drüben hinauf. Dort ist es nicht ganz so steil wie bergab, aber immerhin.

Nachher geht es zwar nur mehr flach weiter, aber selbst das wir zum Stress. Auch wenn wir versuchen, auf einem geraden Stück gerade zu fahren, hinterlassen wir im Rückspiegel kurvige Spuren. Nach gut zweieinhalb Sunden für die letzten 8 Meilen nimmt der Spuk erreichen wir endlich wieder den Asphalt unter den Reifen. Das Auto schaut aus, wie wenn es eine Schlammpackung bekommen hätte. Dort steht dann auch wieder dieses nun nicht mehr so ominöse Schild "impassible when wet".

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Hier ist es schottrig und staubig, erst später kommen die lehmigen Abschnitte.
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Hier kommt man nur mit entsprechender Ausrüstung durch, aber die Strasse bleibt immer brav am Ostufer.
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Die lehmige und rutschige Piste kann auch mit Allrad nicht befahren werden wenn sie nass ist. Hier hat das Gewitter die Gegend nur gestreift und wir kommen noch durch. Rauf geht immer einfacher. Runter wären wir hier nicht mehr gekommen.
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Der Doppelbogen aus Sandstein ist nach Gilbert Hovey Grosvenor (1875-1966), Präsident der National Geographic Society (publiziert das National Geographic Magazine) benannt.
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Auf den Rädern klebt soviel Lehm, dass man darauf schwimmt. die Kurvigen Reifenspuren sind unsere, die anderen stammen von einem Allrader, der auch seine Probleme hatte.
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Hier endet sofort der Asphalt, dann folgen rund 30mi Lehmiste, die wie das Schild sagt, "Impassible when wet" sind. Auf nassem Lehm kann man tasächlich nicht fahren, auch gehen ist mühsam.
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UT 12 W: Bryce Canyon NP

Wir haben jede Menge Zeit verplempert und schauen, dass wir in den Bryce Canyon NP kommen. Es geht steil hinauf auf über 7500 ft. Am Campground teilt man uns mit, dass alles voll ist, verweist uns aber auf einen privaten Campingplatz außerhalb, auf der Zufahrtsstraße. Wir fahren noch eine Runde durch den Föhrenwald, aber es scheint wirklich alles voll zu sein. Nicht sehr begeistert treten wir den Rückweg an, wir sind eigentlich schon müde genug, außerdem könnte dieser ja teurer sein, als die geregelten staatlichen in den Nationalparks.

Tatsächlich ist der Ruby's Inn Campground auch eine Spur teurer. Dafür gibt es eine satte Wiese an einem netten Teich, im Gegensatz zum kahlen Kalkschotter unter den NP-Föhren. Und es gibt dort auch anständige Duschen, die keinerlei Zeitlimit aufwiesen. Da gibt es eine abendliche und eine morgendliche Waschaktion, eindeutig ein sehr gepflegter Moment unserer Reise. Zum Abendessen (Spaghetti con Wiener au fromage) gesellt sich ein leichter Regen, doch mit dem Blick auf den Teich, die Enten und die Regentropfen legt sich auch der Stress und es wird eine erholsame kühle Nacht im Gegensatz zu der letzten.

Tue, July 16th

Bryce Canyon

In der Früh ist es noch bewölkt, aber die Verhältnisse bessern sich im Laufe des Vormittags. Der Bryce Canyon NP hat den Haken, dass man nicht durchfahren kann. Insgesamt wären also 25 mi nach Süden zu fahren und dann alles wieder zurück nach Norden. Weiters handelt es sich keineswegs um einen Canyon (Schlucht), auch die Rangers sind in ihren Prospekten so ehrlich und geben das sofort zu. Es handelt sich eigentlich um eine nach Osten abfallende Geländekante, die besondere Erosionsformen in den wunderschön bunten söhligen Kalkbänken aufweist. Es bleiben Rücken, Riegel und Türme (Hoodoos) stehen. Auf den ersten Blick würde man es nie als Kalk erkennen, denn das Gestein ist zu heterogen und brüchig, um irgendwelche Karstformen auszubilden.

Unzählige Outlook Points gestatten Einblicke in den fast endlosen Felsenwald. Einige Trails führen auch mittendurch. Am Sunrise Point (die Sonne versteckt sich noch hinter einem Wolkenschleier) begeben wir uns gleich auf die Wanderung hinab in den Queens Garden und begutachten die komischen Hoodoos aus der Nähe. So brüchig sie auch aussehen mögen, sie sind extrem stabil. Es ist ihnen kein Bröselchen zu entreißen, so sehr wir auch darauf herumhämmern. Faszinierend sind auch die alten Föhren, die zwischen diesen wilden Felsnadeln wachsen. Unbequem ist die Tatsache, dass wir zum Auto wieder aufsteigen müssen. Wir sind wirklich gehfaul geworden, außerdem ist die Sonne wieder voll herausgekommen und wir schwitzen nicht schlecht.

Wie sich nachträglich noch herausstellen wird, hat der Park eine weitere Eigenheit: Frauen fasziniert das Naturspektakel viel mehr als Männer. Die Gründe dafür mag sich jeder selbst zurechtlegen... Beim Bryce Point stehen wir aber auch ein Randl da und finden die Schönheit fast unwirklich. Schön ist auch der Inspiration Point, der Paria View, Swamp Canyon, Piracy Point... Die turmdurchsetzten Schluchten mit den Bäumen und Kalkschotterbetten bilden ein herrliches Farbenspiel. Wir sehen auch einen Teil der Piste, die uns gestern noch wildes Kopfzerbrechen bereitet hat unten in der Ferne. Mancherorts sehen die Felswände wie Schweizerkäse durchlöchert aus. Die Outlooks bieten zwar alle andere Einblicke, aber irgendwie sind wir nach der Hälfte gesättigt. Wir schauen noch bis zur Natural Bridge (immerhin schon 8819 ft hoch!) und drehen dann ohne lange zu debattieren um. Wir sind uns einig, dass wir weiterschauen wollen.

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Diese Erosionsformen bleiben übrig, wenn harter Kalk (wahrscheinlich eine Art Dolomit) von Wasser umspült wird.
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Rundumblick vom Sunrise Point nach Süden zum Inspiration Point.
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Diese Erosionsformen bleiben übrig, wenn harter Kalk (eine Art Dolomit) von Wasser umspült wird.
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Rundumblick vom Sunrise Point nach Süden zum Inspiration Point.
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Die Auswaschungen des Kalksteins erfolgt über mehrere Etagen. Blick nach Westen.
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Blick hinab.
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Die Auswaschungen des Kalksteins erfolgt über mehrere Etagen.
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