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Las Vegas, Toiyabe NF, Death Valley, Mahogany Flat, Panamint Valley - Juli 1996

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NE 15 W: Las Vegas

Las Vegas

Am Ausgang des Parks geht es dann durch eine steinige Ebene schnurgerade auf den Interstate 15 zu und mit diesen sind wir sofort (was sind schon 34 mi) in Las Vegas. Es ist schon erstaunlich. Zuerst sind maximal einzelne vertrocknete Büschel und Kakteen sowie eine Unmenge von Werbeplakaten neben dem Highway. Wir kommen noch an der Nellis Air Force Base vorbei, wo wir auch tatsächlich einen Tarnkappenbomber landen sehen. Kurz danach kommen wir dann urplötzlich in die riesige Stadt. So recht wohl fühlen wir uns dabei beide nicht. Wir sind für diesen oder den folgenden Tag im "Glaspool Inn" mit Doris und Co verabredet. Wie wir dieses Hotel finden sollen, wissen wir nicht, es steht auf keinem Hinweisschild (vier von fünf Gebäuden sind Hotels) und die Stadt ist riesig. Wir fahren also auf gut Glück vom Interstate ab und befinden uns sofort im Großstadttrubel. Bei einer Tankstelle schauen wir hinein. Dort sitzen gleich einige Leute bei Spielautomaten. Christian fragt den Tankwart, der holt gleich einen Polizisten, der etwa 2.10 m hoch ist und ziemlich gefährlich aussieht. Da er uns aber nicht versteht (Klasspool or what?), kann auch er uns nicht weiterhelfen.

Da langsam wieder einmal das Licht ausgeht (die Sonne untergeht), suchen wir zuerst einmal eine Tourist Info. Als wir diese ganz am Ende vom Las Vegas Boulevard erblicken, sehen wir gleich daneben ja auch das Glaspool Inn. Es ist ein ziemlich grindiger Schuppen, mit einem Swimmingpool mit Glasfenstern zur Straße. Wir fragen gleich einmal den Typen an der Rezeption, doch dort hat man nichts von den Damen gehört. Wir hinterlassen ihnen eine Nachricht, die die Besagten nie erreichen wird, obwohl sie schon morgen hier auftauchen werden, aber egal. In der Tourist Information arbeitet eine Deutsche, die einem japanischen Pärchen gerade einen dieser fürchterlichen Grand Canyon Flüge andreht. Wir lassen uns für diese Nacht noch ein Zimmer im billigsten Hotel reservieren, das noch zu haben ist. Es hat gerade noch den Anschein, eines von den Besseren zu sein. Dafür müssen wir allerdings nochmals den ganzen Las Vegas Bulevard hinauffahren, was bei der Dämmerung und den unglaublich vielen Lichtern (nebenbei auch noch Ampeln) ganz schön kompliziert ist.

Das Sahara, so heißt unser Hotel-Casino, ist eines von den industriellen Touristenmaschinen. Man kann auf drei Spuren vorfahren. Wir versuchen, dass wir unser Auto selbst verstauen können und kämpfen uns durch die Lobby. Erstaunlicherweise stellen wir uns am rechten Ende an und kommen schnell zu unseren Kreditkartenschlüsseln. Immerhin bekommen wir ein Zimmer im 20. Stock. Das Zimmer ist auch schwer in Ordnung und spätestens jetzt fragen wir uns, warum wir so dahinter waren, am Lake Mead zu duschen. Hier wäre es im Preis inbegriffen gewesen.

Recht spät gehen wir dann in das hoteleigene Restaurant essen. Anschließend schauen wir noch auf den Las Vegas Boulvard, wo an sich alle Spieltempel stehen. Es ist noch immer ganz schön heiß. Dank der Beleuchtung der Reklamen ist es auch schön hell. Wir kommen auch bei einer der vielen Wedding-Chappels vorbei. Christian dreht nach einiger Zeit um, Andréas bemüht sich noch um ein paar Nachtaufnahmen. Geschafft kommt auch er dann ins angenehm klimatisierte Zimmer zurück. Die Aussicht von unserem Zimmer über die Stadt ist auch ganz gut. Um Mitternacht gehen wir dann schlafen, während die Anzeige außen am Hotel immer noch 96° F anzeigt (35,6°C).

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Jedes Hotel hat grossspurige Insignien auf der Strasse stehen, darunter werden meist Attraktionen feil geboten. In die dazugehörigen Casions kann man immer gratis besuchen, die Shows sind kostenpflichtig.
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Viele Bunte Lichter erhellen die Nacht.
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Fri, July 19th

Der Morgen erinnert uns stark an die Zeit in Canada, anscheinend sind wir Hotels nicht mehr so gewöhnt. Nach dem Frühstück packen wir zusammen und los geht es hinaus in die Hitze. Wir versuchen jedenfalls uns so viele Wege wie nur möglich zu ersparen. Daher nehmen wir gleich alles zum Auto mit. Schon allein der Weg von der gekühlten Lobby aufs offene Parkdeck ist ausgesprochen unangenehm. Wir verlassen das Hotel ohne jede Abmeldeformalitäten, dort steht schließlich wieder eine Schlange und bezahlt haben wir ja gestern Abend schon.

Heute wollen wir uns diese verrückte Stadt einmal genauer anschauen. Las Vegas - vor 1855 waren hier nur Steine, erst 1905, als hier ein Bahnknotenpunkt entstand, wurde Las Vegas zur Stadt. Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie dann zu dem, was sie heute ist. 1995 hatte Las Vegas 363.171 Einwohner, mit den Suburbs sogar über 1 Mio. Monatlich kommen sage und schreibe 4.000 bis 6.000 dazu! Dazu kommen die ca. 32 Mio. Touristen pro Jahr. Der Flughafen ist mit 26,8 Mio. Fluggästen immerhin der achtgrößte der Welt.

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Dort draussen hat es wieder 40°C, unser Auto steht aber auf den Parkdecks im Schatten.
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Fremont Street

Zuerst schauen wir in die alte Downtown von Las Vegas im Norden, der Fremont Street. Sie ist vor kurzem unter einer gigantischen Überdachung (natürlich mit Millionen Lämpchen versehen) versteckt worden, um diesen Teil wieder mehr zu beleben. Auf den Verstrebungen sind tatsächlich Klimaanlagen montiert, die die Straße klimatisieren sollen. Das funktioniert aber nur bei Windstille und weit weg von Seitenstraßen. Hier steht auch das aus vielen Filmen berühmt-berüchtigte Plaza Hotel. Allerdings erscheint es durch die gewaltige Überdachung nicht mehr ganz so mächtig. Es ist etwa 10 Uhr vormittags. Es ist zwar um diese Zeit noch wenig Betrieb, aber auch schon extrem heiß. Naiv, wie wir sind, stapfen wir in ein Casino rein, und wollen da was fotografieren. So schnell können wir aber gar nicht schauen, sind schon Aufpasser in zivil da, die uns ganz sanft aufmerksam machen, dass das nicht geht. Dabei wird uns gleich einmal klar, wie viele Spitzel hier herumstehen... kein nettes Pflaster also.

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Das Hotel Plaza wurde in dieser Form 1971 eröffnet, ist also eines der ältesten äusserlich unveränderten in Las Vegas. Die Fremont Street gibt es bereits seit 1905, dem selben Jahr, in dem die Stadt selbst gegründet wurde. Sie wurde benannt nach dem Entdecker und Politiker John Charles Fremont, der das Las Vegas Valley im Jahre 1844 auf einer Expedition durchquerte.
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Auf den Verstrebungen sind tatsächlich Klimaanlagen montiert, die die Strasse klimatisieren sollen. Im Bild: der schräge Laden "Girls of Glitter Gulch". Die Straße gibt es bereits seit 1905, dem selben Jahr, in dem die Stadt selbst gegründet wurde. Sie wurde benannt nach dem Entdecker und Politiker John Charles Fremont, der das Las Vegas Valley im Jahre 1844 auf einer Expedition durchquerte. Lange Zeit war die Fremont Street das Zen [...]
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Las Vegas Boulevard

Das neue Las Vegas spielt sich allerdings am Las Vegas Boulevard ab. Hier stehen die neuen Riesenhotels mit ihren größenwahnsinnigen technischen Einrichtungen wie Oasen mit überdimensionalen Springbrunnen (verchlort!) oder nachgebauten antiken Städten. Konkret beginnt kurz vor unserem Sahara Hotel mit dem Stratosphere (auf dessen Turm eine Hochschaubahn herumflitzt) und zieht sich hin bis zum Tourist Bureau. Überblicksmäßig kennen wir uns also schon ein wenig aus. Bei der nächtlichen Wanderung am Vorabend war André schon bis zum Desert Inn vorgedrungen, nun wollen wir in diesem Bereich anfangen und uns durcharbeiten.

Wir fragen uns wieder, was wir mit dem Auto anfangen sollen und so fahren wir einfach in eine zu einem größeren Hotel gehörende Parkgarage. Dort will keiner etwas von uns, also lassen wir das Auto ruhigen Gewissens dort. Somit geht unser Spaziergang los. Zuerst kommen wir zum Treasure Island (Hotel mit 3000 Zimmer). Hier werden in dem gigantischen Pool vorm Hotel Seeschlachten von lebensgroßen Segel- und Piratenschiffen organisiert. Zum Abkühlen der Besucher strömt aus den Laternen Wasserdampf auf den Gehsteig. Außer, dass es die Kameras verschmiert, scheint das nicht sonderlich zu nutzen, es hat schlicht und einfach 105° Fahrenheit, das ist an einer der gigantischen Temperaturanzeigen abzulesen, die auch Werte in Grad Celsius (40° C) ausgeben.

Wir können natürlich nicht alle Casinos aufsuchen, aber viele lassen wir nicht aus, schon alleine aus dem Grund, damit wir uns zu Fuß ohne zuviel Schwitzen fortbewegen können. An eine unterirdische Verbindung der Hotels hat anscheinend noch niemand gedacht, so flüchten wir halt immer von einem klimatisierten Tempel in den nächsten. Das nächste ist das Mirage mit den schon erwähnten Chlor-Fontänen aus einem Vulkan. Hier sollten Siegfried und Roy mit ihren weißen Tigern zuhause sein, was uns aber ziemlich kalt (naja, den Umständen entsprechend) lässt.

Es folgt der Cesar's Palace, in dem schlicht und einfach ein Teil Roms nachgebaut ist, spezielle Farbeffekte und ein gewölbter "Himmel" lassen das Ganze größer erscheinen, als es tatsächlich ist. Wir schlendern kurz durch die Gassen Roms, dann geht es aber wieder raus in die Hitze. Manche Hotels sind schlicht und einfach schon dem Verfall preisgegeben. Dann folgt aber das Monte Carlo (mit der ominösen Temperaturanzeige), danach das New York, ein Hotel in Bau. Hier bauen sie einfach die wichtigsten Wolkenkratzer New Yorks auf einem Fleck zusammen, rundherum eine Hochschaubahn. Auch die Palmen auf der Straße sind frisch gepflanzt. Jede hat eine kleines Röhrchen installiert, über das sie automatisch mit Wasser versorgt wird. Gegenüber vom New York ist das MGM Grand Hotel, das derzeit größte Hotel der Welt mit immerhin 5800 first Class Zimmern, 15 Restaurants und natürlich einigen Spielcasinos. Der Eingang ist ein gigantischer Löwenkopf.

Über die Straße (Tropicana) geht es auf einem klimatisierten Übergang, auf dem eine Rollbahn installiert ist, wo man also von alleine dahinfährt. Im Tropicana (das uns nicht als nicht so bedeutend erscheint) essen wir schließlich eine Kleinigkeit und dort probieren wir auch mit ein paar Nickels unser Glück. Ein paar Automaten testen wir durch. Wir gewinnen aber nicht mehr, als wir verlieren und umgekehrt. Eher beeindrucken uns da so manche Gestalten. Eine unglaublich dicke Frau sitzt z.B. auf einem Automaten, wobei sie fast nicht auf den Sitz passt, auch ist Münzeinwurf sowie Hebel bewegen längst überflüssig. Es steckt einfach ihre Kreditkarte drinnen und sie drückt auf einen Knopf, ohne mit der kleinsten Wimper auf irgend ein Ergebnis zu reagieren. Im Hintergrund hört man die Musik mit eingestreuten Geldregen-Klängen (wir schätzen, damit es so scheint, als würde man hier öfter was gewinnen...). André juckt es im Finger, was zu fotografieren, aber auch hier lauern jede Menge Aufpasser.

Las Vegas ist noch lange nicht fertig, es wird frohgemut weitergebaut, besonders je weiter man nach Süden in Richtung Flughafen kommt. Der Casinobetrieb wird meistens schon lange vor Abschluss der Bauarbeiten aufgenommen, so im Excalibur (einem riesigen Märchenschloss) und im Luxor. Letzters ist eine gigantische gläserne und innen hohle Pyramide, in deren schrägen Außenwänden die Zimmer untergebracht sind und die über schräge Aufzüge erreicht werden. In der unfertigen Halle befindet sich das Kasino und die Restaurants. Hier hätten neun Jumbo-Jets nebeneinander Platz, die vor dem Hotel aufgebaute Sphinx und der Obelisk sind noch größer, als die Originale in Ägypten. Unserer Ansicht nach aber immerhin nicht so massiv gebaut. Beim Klopfen an so manchen großen Monumenten klingt es ziemlich hohl. Überhaupt ist alles nur viel Kitsch, es gibt hauptsächlich Geldautomaten. Roulette und andere Tischspiele pflegt fast niemand, und wenn, wird dort auch nur um ein paar Dollar gespielt, absolut kein Vergleich mit europäischen Casinos.

Am Ende des interessanten Teils angelangt, stehen wir vor einem gröberen Problem: Wir müssen zurück zum Auto. Zu Fuß ist ausgeschlossen, wir sind vom Schlendern in der Hitze geschlaucht. Also nehmen wir den Bus (CAT - Citizens Area Transit), der da den Las Vegas Boulevard entlang fährt. Mit dem Auto fahren wir dann noch in die Stadt, abseits von den Touristenattraktionen, wo sie wieder wie jede andere amerikanische Stadt aussieht. Dort gehen wir dann noch einkaufen und tanken das Auto auf. Am späteren Abend geht es dann schnurstracks hinaus aus der Stadt, genug Zeit hier verbracht!

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Hier wurde schlicht und einfach Rom nachgebaut, natürlich ganz im amerikanischen Kitsch. Aber sie haben sich Mühe gegeben.
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Es hat schlichte 40°C Lufttemperatur. Zum Umfallen.
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Der bau dahinter wurde nur erweitert und wirkt nach wie vor nicht sehr hoch. Er ist es aber und er ist auch sehr weitläufig um die 5044 Zimmer unterzubringen.
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NE 15 N, NE 95 W, NE 157 W: Toiyabe NF

Toiyabe NF

Die Sonne geht gerade unter und das einzige was zwischen Las Vegas und dem Death Valley nicht ganz nach Wüste aussieht, ist der Toiyabe National Forest mit seinen Campgrounds. Auf dem Weg in die Berge blicken wir zurück auf Las Vegas, das in einer Senke liegt. Dabei wird uns klar, dass die Stadt nur ein künstliches Quadrat mitten in der Wüste ist. In der ferne donnern zwar noch die Flugzeuge, die Lichter leuchten, aber rundherum ist Stille und nichts außer Steine und ein paar vertrocknete Büsche. Es gibt dort absolut keinen natürlichen Anhaltspunkt für die Gründung einer Siedlung.

Ein Teil des Toiyabe NF liegt auf den Spring Mountains, nordwestlich von Las Vegas, die mit dem Mount Charleston immerhin bis zu 11918 ft erreichen. Hier heroben kann man im Winter sogar schifahren (!!!). Wir fahren zwar nicht bis zum Gipfel, aber auch hier heroben, wo wir unterwegs sind, ist die Luft herrlich kühl. Die Campgrounds sind allerdings alle voll und es ist auch schon längst die Nacht hereingebrochen (wir sind eindeutig weit im Süden). Also machen wir es wie viele andere auch und schlagen unser Zelt nicht weit vom Straßenrand entfernt auf einem freien Plätzchen zwischen einigen Bäumen auf. Es scheint das ein beliebter Zufluchtsort vor der Hitze zu sein. Es gibt hier tatsächlich wieder eine Art von Wald. Er besteht aus Föhren, die nicht besonders dicht auf Schutt und Felsen stehen. Dass hier noch kein Waldbrand gewütet hat, kommt einem Wunder gleich, denn alles scheint extrem trocken zu sein. In der Nacht ist so gut wie kein Verkehr und wir können aufgrund der angenehmen Luft gut schlafen.

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Die Stadt ist nur ein künstliches Quadrat mitten in der Wüste.
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Sat, July 20th

In der Früh wecken uns die ersten Autos. Es wird recht unbequem dort am Straßenrand, also entschließen wir uns, zu einem der Campgrounds zu fahren um dort unseren gewohnten Tisch mit Bank vorzufinden. Dort kommen wir auch zu frischem Wasser, was in Las Vegas nur gegen Geld zu haben war. Die Butter ist wieder einmal flüssig und ranzig geworden, sonst geht's aber prima.

Von hier oben sieht man zwischen den Bäumen hinunter über das weite Trockental, in dem der Interstate 95 verläuft, über Salzseen und einige aus den Sanddünen ragende Felsberge. Die Wüste ist kunterbunt, ein Fleckerlteppich aus verschieden gefärbten Gesteinen. Nach dem Frühstück und einmal ordentlich durchatmen müssen wir wieder hinunter in die Hitze.

NE 158 E, NE 95 W, NE 160 S: Pahrump

Noch oben am Berghang kommen wir bei einem Denkmal vorbei, das wir uns anschauen. Es ist auf einem Aussichtspunkt von den letzten (großteils aber schwer in Mitleidenschaft gezogenen) Überlebenden einer ganz besonderen Touristen-Attraktion gebaut worden. Zu diesem Punkt sind noch lange nach dem 2. Weltkrieg Busreisen organisiert worden, um die oberirdischen Atomtests live miterleben zu können. Man hat hier eine wirklich gute Aussicht über das etwa 10000 mi2 große Gebiet der Nevada Test Site. Ich möchte ja wirklich nicht daran denken, was dort heute alles so getestet wird.

Bei der Abfahrt ins breite Tal bleiben wir noch stehen und bestaunen die vereinzelten Joshua Trees, die hier noch herumstehen, aus der Nähe. Unten angekommen, gut 3500 ft tiefer, sind wir dann wieder weit von jeder Vegetation entfernt. Die riesige Mojave Wüste gewinnt mehr und mehr an Einfluss. Dann geht es wieder auf dem spiegelnden schwarzen Highway entlang, der am Horizont mit dem Himmel verschmilzt. Hier ist kaum jemand unterwegs. In diesem äußerst unwirtlichen Gebiet ist überhaupt alles vereint, was scheinbar aus der übrigen Welt hierher verbannt worden ist: Hinter uns die Spielestadt Las Vegas, rechts von uns eine Miltärbasis nach der anderen (abwechselnd nukleare Testgebiete und Airforce Basen), links von uns sind einige Staatsgefängnisse aufgereiht (daher ist hier auch strengstes Verbot was die Mitnahme von Autostoppern betrifft). In ganz Amerika empfägt man zumindestens einen Country-Music-Sender. Hier empfangen wir aber nur noch einen religiösen und einen klassischen Sender. Wir nennen sie ab jetzt die "Gefangenensender".

Wir müssen einen Umweg auf uns nehmen, um die Spring Mountains zu umkreisen. In Pahrump, dem einzigen richtigen Ort, den wir heute erreichen werden, schlagen wir wieder unsere eigentliche Richtung ein, nämlich Süd-West. Es ist dies ein Wüstenort, dessen einziger Existenzgrund die zwei Tankstellen zu sein scheinen. Wir nutzen natürlich auch die Gelegenheit zum Tanken, denn das Schild "Next Gas 200 Miles" hat beste Werbewirksamkeit. Die Tankstelle ist recht nett herausgeputzt, mit ein paar frisch gepflanzten übermannshohen Organ-Pipe-Cactees, dazwischen ein paar Andenken aus der Zeit der ersten Siedler. An den Kakteen hängt zwar noch das Schildchen mit der Aufschrift "Dept. of Agriculture, Arizona". Es bleiben aber trotzdem die einzigen dieser Art, die wir zu Gesicht bekommen werden.

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Hier ist rein gar nix los. Die heisse Luft erzeugt Spiegelungen auf der Strasse oder lässt diese am Horizont verschwinden.
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Auf der Fahrt von Las Vegas ins Death Valley.
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NE 372 W, NE 178 W: Shoshone (CA)
CA 127 N, CA 178 W: Salsberry Pass, Furnace Creek
CA 190 W: Stovepipe Wells, Emigrant Ranger Station

Bald nach Pahrump erreichen wir den vorletzten Bundesstaat dieser Reise, es ist dies allerdings auch der größte und wir verbringen einige Zeit hier. Das "Welcome to California" Schild steht jedoch unerwarteter Weise nicht neben Palmen und Strand, sondern inmitten eines ausgedörrten Tales, bestehend aus Staub, Steinen und einigen verdorrten Büschen.

Über den Salsberry Pass (3287ft) geht es nochmals steil bergauf, dann hält aber die Tendenz in Richtung Hexenkessel an. Nach dem Jubilee Pass (nur noch 1256 ft) führt uns die nicht besonders gute Straße ins Death Valley. Es ist ein gigantisches Tal, scheinbar ringsum von riesigen Bergen eingeschlossen. Höhenunterschiede von 10000 ft sind hier nicht selten. Das Death Valley geht von hier nach Norden weiter. Dieser Punkt ist daher der südlichste unserer Reise (ca. 35,8°n.Br.). Je tiefer wir kommen, desto weniger wächst - am Ende nicht einmal mehr die vereinzelten Spuren von Büschen. Es liegen nur noch gebackene Steine im Sand herum und die Luft flimmert. Es ist noch vor Mittag, außen hat es schon weit über 105°F. Trotz Klimaanlage ist es im Auto fast unerträglich heiß.

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Übergang der NE 372 W in die CA 178 N. Hinter der Bergkette im Bild liegt das Death Valley.
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Das Kennzeichen ist blau auf weiss und weist über haupt keine Besonderheiten auf.
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Bad Water, Artist's Palette

Nach etwa 30mi Fahrt durch diese fremde Welt gelangen wir zum tiefsten Punkt Nordamerikas, Bad Water (-282 ft). Es gibt hier tatsächlich Wasser (kein Wunder, sind wir ja auch schon unter dem Meeresspiegel...), aber der Name ist sehr zutreffend, es riecht nicht besonders gut. Es ist uns nicht klar ob es an den mobilen WC-Anlagen oder aber an dem besagten "schlechten" Wasser liegt: es ist dunkelgrün, rundum ist es ist es salz-weiß.

Den absurdesten Golfplatz der Welt, Devil's Golf Course, lassen wir lieber links liegen, der kann nicht viel besser aussehen und zum Golfspielen sind wir gerade nicht aufgelegt. Statt dessen reizt uns die Geologie, einen kurzen Umweg zur Artists Palette zu machen. Dazu fahren wir ein kurzes Stück über den Meeresspiegel hinauf. Das Gestein legt hier wirklich Farben von violett über grün, gelb, verschiedenen Rottönen bis zu weiß alles vor. Es sind dies teils verschiedenfärbige vulkanische Aschen, wie auch verschiedene Oxidationsstadien des Gesteins. Mit dem strahlend blauen Mittagshimmel bildet das Ganze ein wunderbares Schauspiel, wenns nicht gar so heiß wäre... Bei der Abfahrt ins Tal sehen wir wilde Auswaschungen, wie sie am gegenüberliegenden Hang in noch gewaltigerer Form vorliegen (riesigen Schwemmkegel und -fächer). Daraus schließen wir, dass es auch hier manchmal ordentlich Schütten muss.

Im Death Valley Village (Furnace Creek), einer kleinen Oase, stellen wir unser Auto unter Pappeln und Palmen, die hier hochgezüchtet werden und jausnen, so gut das halt bei der Hitze geht. Dabei beobachten wir ein paar Raben, die hier scheinbar auch existieren. Sie stehen regungslos im Schatten der Palmen und haben den Schnabel offen. Scheinbar ist ihnen damit etwas kühler. Christian versucht irgend etwas zu schreiben, das ist hier aber ganz und gar unmöglich, da die Hände zu viel schwitzen (alles tropft). In dem nicht sonderlich gepflegten Visitor Center ist es natürlich angenehm kühl. Wir halten dort aber vor allem Ausschau nach einer Übernachtungsmöglichkeit für den Abend. Es gibt zwar auch hier unten Campgrounds, doch selbst wenn es in der Nacht um 20° C abkühlen sollte, bleiben uns die übrigen 30° C zum Schlafen zu heiß. Gestern waren wir ja recht glücklich auf unserem Berg. Auf der Karte entdecken wir auch tatsächlich einen Campingplatz, der über dem Tal liegt und somit eine Spur kühler sein könnte. Als wir den Ranger fragen, wie man dort hinkommt, fragt uns dieser gleich nach unserem Auto. Als wir "Geo" sagen, wird er ganz ernst und meint, dass die Strecke ohne Allradantrieb unmöglich zu schaffen sei. Kann uns das abschrecken? Natürlich nicht. Wir werden es trotzdem probieren, wäre ja nicht das erste Mal (und das alles für eine kühle Nacht...).

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Wir sind am tiefsten Punkt Nordamerikas: Bad Water (-86m). Es gibt hier tatsächlich Wasser aber der Name ist sehr zutreffend, es riecht nicht besonders gut. Es ist uns nicht klar ob es an den mobilen WC-Anlagen oder aber an dem besagten "schlechten" Wasser liegt: es ist dunkelgrün, rundum ist es ist es salz-weiß. Dahinter erhebt sich die Panamint Range.
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Blick nach Nordwesten.
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Hier werden verschiedene Mineralien und deren Oxydate freigelegt.
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Sand Dunes

Am Nachmittag geht es weiter durch das Tal, vorbei an dem riesigen Amargosa Salzsee. In dieser Wüste gibt es allerdings auch ein paar Sanddünen. Wo der Highway 190 nach Süd-Westen abzweigt, bei Stovepipe Wells sehen wir diese auch. Sie sind zwar eher bescheiden (vor allem im Vergleich z.B. zur Sahara). Wir fahren aber trotzdem hin und wollen ein Foto von einer unversehrten Düne (also ohne Fußspuren) machen. Dazu müssen wir natürlich ganz schön weit über die immer höher werdenden feinen Sanddünen hatschen. Schließlich ist es aber so weit. Witzigerweise wachsen ausgerechnet zwischen den Sanddünen einige relativ grüne Sträucher. Der Sand ist extrem hell im Vergleich zu den dunklen umgebenden Bergen. Als wir zum Auto zurückkommen, ist uns jedenfalls schon schön warm geworden. Wir machen noch eine Temperaturmessung im Schatten des Autos (einziger verfügbarer Schatten weit und breit). Es ist 1/2 5 am Nachmittag und das Thermometer zeigt uns immer noch milde 49,6°C (= 121°F !!) an. Keine Gegend, wo man sich einen Schnupfen holen dürfte.

Zum Schlafen ist die Hitze jedenfalls nichts, also düsen wir jetzt schleunigst los, um noch an Höhe zu gewinnen. Wir verlassen das Death Valley über Stovepipe Wells (5 ft), wo die Straße ordentlich an Steigung gewinnt. Es stehen zwar immer wieder Behälter mit Kühlflüssigkeit neben der Straße, aber wir wollen es ohne größere Pannen schaffen. Allerdings haben wir total vergessen, dass unsere gute Klimaanlage für den Motor ja eine gewaltige Zusatzherausforderung bedeutet, beginnt das Kühlwasser (und auch sonst noch ein paar Flüssigkeiten) zu sprudeln. Wir schaun uns die Bescherung an und siehe da: es tritt nirgends etwas aus, also wird einfach die Heizung aufgedreht und bei offenen Fenstern weitergefahren. Zum Glück wird es Abend und mit zunehmender Höhe auch spürbar kühler.

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Die Dünen schauen aus und verhalten sich so wie Sanddünen in jeder Wüste. Besonders gross sind sie nicht. Im Hintergrund die Amagrose Range.
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Das sind 121°F und dies übertrifft Las Vegas mit zusätzlichen 10°C. Es war wahrscheinlich noch wärmer, aber beim Umschalten auf über 50°C kippte die Flüssigkristallanzeige auf vollschwarz und war nicht mehr lesbar.
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Mahogany Flat

CA NP-Road: Emigrant Pass , Wildrose
CA Unpaved Road: Mahogany Flat

Wir verlassen den Highway und es geht auf einer Seitenstraße zum Emigrant Pass, wo wir bereits die gewaltige Höhe von 5320ft erreichen. Die Straße wird immer einsamer und fast alpin, der Asphaltstreifen immer schmäler und dürftiger. Die Luft hingegen wird deutlich besser. Wir schauen einfach, dass wir so weit wie möglich hinaufkommen. Ab Wildrose, das nicht mehr ist als eine Kreuzung ist, beginnt die Schotterstraße, die in der Tat sehr rasch immer schlechter und steiler wird.

Nach einiger Zeit schwieriger Fahrt sind am Straßenrand plötzlich etwa 10 große kuppelartige Ziegelgebäude mit je einem Eingang aufgereiht (sehen aus wie riesige Bienenhäuser). Erst das Lesen von dabeistehenden Tafeln klärt uns auf, dass es sich nicht um irgendwelche uralten Behausungen handelt, sondern um Holzkohleöfen aus Beginn des 20. Jahrhunderts. Hier dürften sie wieder einmal irgend ein Edelmetall geschmolzen haben. Leider ist das Gelände zu steil und steinig, um das Zelt hier aufzubauen, also schauen wir weiter. Das letzte Stück ist die Straße wirklich nicht gut. Der befahrbare Schuttstreifen ist sehr lose, einige größere Steine müssen wir aus dem Weg schaffen. Daher freuen wir uns sehr, als ein Campground auftaucht. Und - wir bauen das Zelt zwar auf steinigem Boden, aber immerhin wieder unter großen Bäumen auf.

Als das Zelt steht, hat uns die angenehme Luft derart aktiviert, dass wir beschließen, zum Sonnenuntergang noch eine Wanderung zu unternehmen. Nach einem relativ kurzen Stück erreichen wir schon den Mahogany Flat (8500 ft). Dort gäbe es einen noch netteren Campground mit Aussicht ins Death Valley, aber die Straße wäre echt zu viel für das Auto gewesen. Dafür wandern wir noch ein Stück in Richtung Telescope Peak, der immerhin 11054 ft hoch ist. Hier wird auf Tafeln doch ernsthaft vor steilen Schneefeldern gewarnt. Angeblich gibt es hier wirklich auch im Sommer manchmal Schnee.

An einem Aussichtspunkt, wo man zwischen den Bäumen durchsieht, rasten wir und genießen den Blick hinunter in das tiefe breite Tal, das zwar schon völlig im Schatten liegt, wo aber wahrscheinlich immer noch ordentlich die Hitze brütet. Die Salzseen sehen von hier eher wie riesige flache Schneefelder aus. Die Berge gegenüber erstrahlen im Abendrot, das langsam zu den Gipfeln wandert. Im letzten Licht der einer unglaublich roten Dämmerung kehren wir erschöpft zum Zelt zurück. Es ist zwar nicht viel los, aber wir sind hier auch nicht alleine, das mit der kühlen Luft in der Höhe haben auch andere überrissen!

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In diesen 10 Holzkohle-Brennöfen wurden 1876 gebaut und noch heute riecht es darin nach Rauch (also keine optimale Schlechtwetterunterkunft). Man stellte hier Gas her, um Silber- und Bleierze zu schmelzen.
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Sun, July 21st

Die Sonne kommt erst recht spät über den Berg und durch die Bäume, daher ist es in der Früh recht kühl. Wir wissen aber, dass wir nochmals hinunter in die trockenen und heißen Täler und Ebenen müssen um aus dieser wüsten Gegend herauszukommen. Das Frühstück genießen wir daher umso mehr. In der Ferne des Westens lachen aber schon die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada herüber.

Panamint Valley

CA NP-Road: Panamint Valley, Panamint Springs
CA 190 W: Darwin Plateau, Olancha
CA 395 N: Bishop, Lee Viking

Ein Stück müssen wir die nicht-asphaltierte Straße zurück und üben uns auch weiterhin auf abwegigen Routen. Ab Wildrose geht's nach Südwesten und steil abwärts ins Panamint Valley. Die Straße ist so breit wie ein Auto und ein paar Zerquetschte, mit dem pikanten Detail, dass das Asphaltband in eine tief eingeschnittene trockene Schlucht gelegt ist, und allen Kurven dieses Tals folgt. Die Sicht ist also gleich null, aber hier ist ohnehin niemand unterwegs.

Dass auch dieses Tal ab und zu Wasser abwärts leitet, wird klar als wir über herausgerissene Asphaltstücke hoppeln. Weiter unten öffnet sich das Tal auf einen weiten Schwemmkegel, an dem man auch die Folgen starker Regengüsse erkennen kann. Unten (ca. 300ft) angekommen, sind wir wieder in der völlig trockenen Umgebung der Mojave Wüste angekommen. Die Luft steht. Das Panamint Valley ist nun tatsächlich nach allen Seiten abgeschlossen. Es gibt ein paar Salzflächen und eine pfeilgerade Straße, auf der man wegen der Luftspiegelungen am Besten mit Licht fahren sollte.

Bei Pinamint Springs erreichen wir wieder den Highway, der vom Death Valley kommt. Pinamint Springs selbst ist bloß ein Lokal, ein Telefon und die obligatorische Zapfsäule. Obwohl die Tankuhr schon recht traurig ausschaut, lassen wir den Spaß aufgrund der angeschriebenen Preise.

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Hier werden oft Tieffliegetest der Amerikanischen Luftwaffe durchgeführt. Teile des Tals sind deswegen gesperrt.
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Salzsee und unsere Passstrasse, die CA 190 Nadeau Trail. Hier werden oft Tieffliegetest der Amerikanischen Luftwaffe durchgeführt. Teile des Tals sind deswegen gesperrt.
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Darwin Plateau

Der Highway führt nun wieder hinaus aus dem Tal, also wieder steil hinauf von etwas über Meeresniveau auf das Darwin Plateau (ca. 5000ft). Mit der Erfahrung vom Vortag schalten wir diesmal von vornherein die Klimaanlage aus. Wir schwitzen und das Auto stottert trotzdem ein wenig. Auf dem Plateau herrscht wieder eine eindrucksvolle Wüstenstimmung, vor allem führt die Straße entlang von dem Abbruch mit wilden Tiefblicken ins zerfurchte Tal. Irgendwie reicht uns allerdings langsam das Wüstendasein und wir haben nur mehr noch das Ziel wieder saftige Wiesen unter die Füße zu bekommen.

Es gäbe zwar wieder eine verlockende Variante über einen noch höheren Pass zu dem riesigen Owens Lake (natürlich nur ein trockener Salzsee), doch wir peilen Olancha an, der Tank ist einfach leer. Vorbei am weitläufigen China Lake Naval Weapons Center fahren wir dann hinunter ins Owens Valley, das letzte große Tal vor der Sierra Nevada. Am Owens Lake, wo fleißig Salz abgebaut wird, sammelt Christian noch schnell eine Sandprobe, bevor wir wieder in die Steppe kommen. Durch das Owens Valley führt übrigens der Los Angeles Aqueduct, der diese Großstadt mit Wasser aus der Sierra Nevada versorgt, und der Interstate 395, wo wir uns einreihen und gleich nach Olancha kommen. Dort werden neben dem Tank auch wieder einmal die Essensreserven ordentlich aufgestockt

Auf dem Interstate 395 befinden wir uns anscheinend auf einem wichtigen Touristenpfad. Es sind Horden von Mietautos aller Herren US-Bundesstaaten und RV's (Recreational Vehicles = alles Campingbusverwandte) unterwegs. Zu unserem Glück aber nur in der Gegenrichtung. Hier wird uns klar, dass wir unsere Rundreise mit dem Uhrzeigersinn anscheinend (günstigerweise) gegen den allgemeinen Strom angelegt haben.

Weiter geht es eher nur Meilenfressend dem Gebirge entlang. Immerhin liegen etwa 150 mi ohne jede Sehenswürdigkeit oder Möglichkeiten einer alternativen Routenlegung vor uns. Mit der Zeit (schon wieder länger nach Mittag) befällt uns wieder der Hunger. Wir kommen gerade nach Bishop, dem größeren Ort in der Region und es wieder extrem heiß. Unser Ideal von einem Rastplatz sieht anders aus, also machen wir einen Abstecher in die Berge.

Wir fahren lächerliche 17 Meilen steil bergauf zum Sabrina Lake (ca. 9500 ft). Der See liegt inmitten einer atemberaubenden Landschaft aus gletschergeschürften Granitfelsen, vielen Bäumen und saftigen Wiesen. Er ist umgeben von lauter 13000 bis 14000 ft hohen spitzigen Bergen, auf denen noch jede Menge Schnee liegt. Der See sieht zwar aus wie ein ruhiger Alpensee, aber auf ihm herrscht reger Bootsverkehr. Wir setzen uns in der Nähe auf einen schattigen Felsen neben einem herrlichen Gebirgsbach und essen dort unsere Fischaufstrichbrote. Nach dieser kurzen Verschnaufpause müssen wir aber wieder einmal hinunter. Dabei endet kurz nach dem Ort Aspendell (8500 ft) auch schon der schöne Gebirgsbach, wie auch der Wald und die Steppe hat uns wieder.

Nach Bishop ist der Interstate Hwy 395 dann durchwegs vierspurig und führt selbst mehr und mehr hinauf in die Berge. Dabei fahren wir phasenweise durch den Inyo National Forest. Über den Deadmans Pass (8033 ft) kommen wir zum Mono Lake. Die skurrilen weißen Tuffgebilde, die aus dem tiefblauen Salzwasser ragen, schauen wir uns nur von der Weite an. Der See ist riesig und doch nur der Rest eines wahrlich gigantischen Sees, dessen speisende Flüsse aber heute eben von Los Angeles abgezapft werden. Wir sind aber echt zu müde, um uns hier aufzuhalten, außerdem wollen wir heute noch den Yosemite Park erreichen.

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