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Napa Valley, Redwood NP, Bandon, Oregon Dunes, Mt. St. Helens, Seattle - Juli 1996

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Fahrt von San Francisco Nordwärts: Napa Valley

CA 80 N, CA 29 N: Berkley, Napa, Bothe-Napa Valley State Park (Calistoga)

Die Zeit für San Francisco ist damit aber leider schon wieder abgelaufen. Wir gehen zurück zum Auto und versuchen den Interstate 80 zu finden. Wegen der geänderten Skyways klappt das erst wieder auf den 3. Versuch aber so sehen wir von einem dieser Skyways nochmals sehr schön über die Downtown von Frisco. Mal unter der gesuchten Straße, mal über ihr haben wir es dann endlich geschafft und wir fahren voller Erwartungen auf die gigantische, 8 mi lange Oakland Bay Bridge zu. Stadtauswärts zahlen wir zwar wieder keine Maut, aber dafür fahren wir auch auf der unteren Etage dieser doppelstöckigen Brücke. Trotzdem macht die Konstruktion gewaltigen Eindruck.

Solange wir in der Bay Area unterwegs sind, herrscht dichter Verkehr und alle Spuren der vielspurigen Highways sind ausgefüllt. Trotzdem geht etwas weiter. Nach der letzten Mautbrücke über die Bay bei Vallejo wird der Verkehr schlagartig weniger und es wird auch schnell wieder heiß und trocken. Entlang der Autobahn sind als Sichtschutz kilometerlange, in allen Farben blühende Oleanderhecken gepflanzt.

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Entlang der Autobahn sind als Sichtschutz kilometerlange, in allen Farben blühende Oleanderhecken gepflanzt.
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Weiter oben im Napa Valley wird der Highway schließlich wieder einspurig. Auf den Hügeln wächst ein schütterer Wald, dazwischen verbranntes goldgelbes Gras. Im Tal säumen endlose Weingärten die Route. Beim genaueren Hinschauen entpuppt sich jeder Weinstock als verkabelt, mit Sensoren, eigener Besprenkelungsanlage usw. In jeder fünften Reihe steht ein riesiger Ventilator, der für die Luftzirkulation sorgt, falls es zu kalt oder zu heiß wird. Viel scheint nicht dem Zufall überlassen zu sein. Dazwischen stehen immer wieder einzelne oft schlossartige Weingüter, die auch kostenlose Verkostungen anbieten würden. Da aber einer von uns immer Fahren muss, ist eine Verkostung leider schon rein technisch unmöglich.

Christian will hier bei den Spring Mountain Vineyards vorbeischauen, die den Drehort der Serie "Falcon Crest" bildeten. Wir finden zwar sogar eine Ansichtskarte mit genauer Anschrift, vor Ort finden wir das Fernsehserienobjekt aber leider nicht. Nach kurzem Herumirren landen wir jedenfalls kurz vor Calistoga im Bothe Napa Valley State Park, der nichts berühmtes aufweist. Wir haben uns eigentlich mehr vom Napa Valley erwartet, aber es ist nicht mehr als eine sehr intensive Weinproduktionsstätte. Da das Zelt ausnahmsweise wieder einmal eine Zeit lang vor Sonnenuntergang steht, gönnen wir uns hier ein paar Stunden um die Gedanken schweifen zu lassen. Auch ist es für andere Tätigkeiten viel zu heiß. Leicht nervt uns nur der nächste Nachbar, der hier Schießübungen veranstaltet. Als wir den mit einem Colt bewaffneten Typen nach längerem Zögern endlich mutig auf den Sinn seiner ziellosen Schüsse in die Landschaft ansprechen, verzieht dieser sich in sein Wohnmobil... wir machen uns weiter keine Gedanken darüber und genießen jetzt die Ruhe.

Thu, July 25th

Schon beim Frühstück ist es wieder ganz schön warm und die trockene Luft steht. Der Tag soll eigentlich dem Weiterkommen in Richtung Norden dienen, aber da wir den meisten Hauptverkehrsstrecken ausweichen, gelingt uns dies nur wenig. Dafür kommen wir aber auch durch schöne Landschaften und haben Zeit, diese zu genießen. Jaja, die ersten Gedanken über das nahende Ende des Urlaubs kommen schon auf.

CA 29 N: Calistoga, Lower Lake
CA 53 N, CA 20 W: Upper Lake (Clear Lake)
CA 20 W: Calpella
CA 101 N: Willits
CA Road W: Fort Bragg

Nach dem Zähneputzen geht die Fahrt Richtung Norden weiter. Wir fahren über einen Pass aus dem oberen Napa Valley hinaus, von oben blicken wir noch einmal zurück auf die großen Weinbaugebiete Californiens. Durch spärlich besiedeltes Gebiet geht es weiter zum Clear Lake (1325 ft). Dies ist ein schöner, großer See, an dem wir entlangfahren. Wir machen auch einen Abstecher auf den Hang hinauf, um eine Aussicht über den See und die Umgebung zu haben. Es ist nach wie vor wolkenlos und sehr heiß. Der See sieht zwar "clear" aus (etwa wie einer der Kärntner Seen), aber er riecht nicht so gut. Außerdem sind wir ja wieder in vulkanisch aktivem Gebiet unterwegs, was auch an so manchem Hügel erkennbar ist.

Bei Calpella treffen wir wieder auf den Interstate Hwy 101. Doch wir verlassen diesen gleich bei der nächstbesten Gelegenheit wieder nach Westen und fahren auf einer gut ausgebauten Holzfällerstraße über die letzten Hügel vor der Küste und weiter durch ein Tal Richtung Meer. Leider sind wir jetzt wieder mit der Karte 1:3.000.000 unterwegs, was die Routenentscheidung nicht unbedingt erleichtert.

Mit Glück haben wir trotzdem auch diesmal wieder eine recht interessante Strecke erwischt, wir fahren nämlich durch eine Redwood-Wald. Die Bäume sind hier schon ziemlich gewaltig, auch wenn wir noch weit größere sehen werden. Furchterregend sind lediglich die Holztransporter, die uns phasenweise begegnen oder überholen. Diese Sattelschlepper, deren Hinterteil bloß aus einigen (bei besonders dicken nur 3) riesigen Stämmen mit angeschnürten Rädern besteht, düsen Richtung Meer. Zurück fahren sie ohne Holz, mit dem hinteren Fahrgestell am Buckel und damit noch viel rasanter, als sie vollbeladen unterwegs sind. Es gibt aber zum Glück viele große Ausweichen, wo wir sie schön vorbeilassen können. Ebenso geht es auch uns, wenn wir hinter einem langsamen Caravan auf der kurvenreichen Strecke nachzockeln, man wird immer vorgelassen - das nennen wir halt Autofahren.

An einer verlassenen Stelle in diesem riesigen Wald machen wir Mittagspause. Es ist hier unter den Bäumen angenehm warm und extrem ruhig, wenn nicht gerade ein Holz-Laster vorbeidonnert. Nur die allgegenwärtigen Gelsen quälen uns auch hier wieder ordentlich.

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Weingärten ohne Ende. Hier sieht man allerdings nicht, dass die Weinstöcke alle einzeln gezielt bewässter werden.
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Clear Lake ist ein See im Lake County im US-Bundesstaat Kalifornien. Er ist 30,6 km lang, 12,8 km breit und hat eine Fläche von 177 km². Der See ist durchschnittlich 8 m tief, an seiner tiefsten Stelle beträgt seine Tiefe 18 m. Er ist der See mit der größten Flächenausdehnung in Kalifornien. Auf Grund geologischer Untersuchungen nimmt man an, dass es sich um den ältesten See in Nordamerika handelt. Rund um den See erstreckt sich das Weinba [...]
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Pazifikküste

CA 1 N: Leggett
CA 101 N, CA Old 101 N (Avenue of the Giants), CA 101 N: Eureka
CA 299 E: Six Rivers NF

Kurz vor der Küste fallen wir wieder in den Pazifik-Nebel und damit in die kühle Luft ein. Es wundert uns gar nicht mehr, so verwirrend diese Sensation auch ist. Aber jedes Wetter hat seinen Reiz, so auch die nebelverhangenen Felsformationen am Meer. An der Küste kommen wir nach Fort Bragg. Dort befindet sich eine der größten Redwood-Sägemühlen der Welt. Hierher waren also die ganzen Holzlaster unterwegs. Dementsprechend uninteressant ist der Ort auch. Daher fahren wir gleich weiter.

Der Hwy 1 ist zwar schmal und extrem kurvig, aber wirklich schön angelegt und führt manchmal direkt an schönen Stränden, dann wieder über der Steilküste entlang. Taucht einmal ein Strand auf, so befinden sich dort auch meist ein paar Leute. Baden tun hier selbstverständlich die wenigsten, aber man lebt mit dem Nebel. Wir bleiben auch öfters stehen und geben uns den Eindrücken hin. Es herrscht oft eine gruselige Stimmung wenn trotz Windstille in dem dichten Nebel die gewaltige Brandung zwischen den Felstürmen unter lautem Getöse, aus dem grauen Schleier heraus, auf den schönen Sandstrand hereinbricht. Wir bestaunen die verschiedensten Seefrüchte (z.B. die langen Schläuche mit den "Luftballons", die sie scheinbar über Wasser halten. Einige davon sind hier gestrandet. Daneben wachsen auch zu Land, selbst in den ausgesetztesten Felsnischen beobachtenswerte Pflanzen wie blühende Hauswurzen und Kakteen, die anscheinend so gut wie ohne Sonne auskommen. Wir klettern ein wenig herum, André nimmt wieder das eine oder andere Stück mit. Erstaunlich ist auch, wie trocken es trotz dem ständig vorhandenem Nebel unmittelbar neben dem Meer ist (goldgelbes Gras etc.). Kurz vor Leggett verlassen wir die wilde und kühle Küste wieder, fahren aus dem Nebel steil hinauf auf die Hügel und kommen zurück zum Interstate 101, der sich hier vierspurig durch den Wald nach Norden schneidet.

Warum der Interstate 101 Redwood Highway heißt, wird uns nun schnell klar. Die Bäume sind extrem gewaltig und es gibt einige Attraktionen wie z.B. das "World Famous Tree House", ein Haus in einem Baum... als wir es erblicken, sind wir aber auch schon vorbei.

Nach Garberville führt uns der Hwy hinunter ins sehr sonnige Tal des South Fork Eel River. Dort ist ein kurzes Stück (31 mi) des alten Highway 101 erhalten (The Avenue of the Giants), der mitten durch besonders alte Redwood-Bestände führt. Es ist dies weder ein Nationalpark, noch ein State Park und dem entsprechend wird das gesamte Areal extrem vermarktet. Bis zu Myers Flat ist es besonders schlimm. Für Autofahrten durch oder auf den Baumstämmen gilt es Dollars hinzuhalten. Die Stellen sind natürlich durch Wände schön von der Straße abgeschirmt, dass man nicht eventuell ohne zahlen was sehen könnte. Wir meiden diese Art von Attraktionen und halten erst dort, wo es uns trotzdem interessant erscheint.

Im Williams Grove ist dann tatsächlich ein netter Parkplatz inmitten dieser Riesen. Die Bäume sind schon gewaltig. Darunter kommen wir uns vor, wie Ameisen bei uns daheim im Wald. Wir sind so beeindruckt, dass wir ein wenig spazieren gehen müssen. Also wandern wir unter den Riesen zum Fluss. Das Flussufer ist wirklich ein Ort wie im Bilderbuch. Die Sonne scheint, kein Wölkchen am Himmel, das tiefblaue Wasser gurgelt in seinem naturbelassenen Schotterbett, umrahmt von den grünen Bäumen, wobei die einzelnen alten Riesen besonders herausragen. Noch dazu ist auch die Temperatur hier recht angenehm - vielleicht auch durch die ausgewogenere Luftfeuchtigkeit im Wald. Nach einer kurzen Rast geht es aber schon wieder weiter.

Autofahren ist in diesem Wald ja gar nicht so einfach. Unter den Bäumen ist es den ganzen Tag ziemlich finster, und die Straße weicht einfach den größten Bäumen aus und windet sich so durch. Hinaufschauen darf man dabei nicht zu viel, sonst bekommt man Minderwertigkeitskomplexe. Ein paar Bäume sind mit Schildern versehen, die Auskunft über Alter, Höhe und Durchmesser geben. Hierbei ist zu bemerken, dass die Ältesten (z.B. der 950 Jahre alte Immortal Tree) so gut wie nie die Höchsten sind. In den meisten Fällen wurden sie im Laufe ihres Lebens Opfer von Blitzen, Waldbränden, Überschwemmungen etc. und konnten anscheinend in der gekürzten Version älter und dicker werden als die anderen.

Nach diesem Abstecher geht es am vierspurigen Interstate 101 weiter nordwärts durch den Wald, mal bergauf, mal bergab. Mancherorts kommen wir bei Baustellen vorbei, wo die Straße nach Versetzungen durch Erdbeben wieder hergerichtet wird. Mit Eureka erreichen wir wieder die Nebelsuppe und nach einiger Zeit auch wieder eine kleinere Stadt. Es gibt einige viktorianische Holzhäuser zu sehen, aber insgesamt ist es uns doch zu schattig und kühl hier. Wir machen noch einen Großeinkauf für unsere letzten Fahrtage

Der Tag ist um und wir vermuten wieder einmal weit und breit keinen Campingplatz, denn wir befinden uns ziemlich genau zwischen zwei touristischen Zentren, der Avenue of the Giants im Süden und dem Redwood NP im Norden. Beides erscheint uns zu weit, außerdem fröstelt es uns bei dem Gedanken hier in der Nebelsuppe zu nächtigen. Also entscheiden wir uns für ganz etwas anderes. Wir nehmen den Highway 299, der zunächst vierspurig, dann kleiner, aber doch sehr schön ausgebaut mit vielen Überholstrecken auf die Berge in Richtung Osten führt. Wir kommen rasch sehr hoch hinauf, das Wetter ist wieder traumhaft - aber die Sonne geht schon unter und es ist absolut niemand unterwegs. Wir glühen so dahin und es schaut langsam ähnlich aus, wie in Colorado. Zu Gute kommt uns, dass hier die Tage schon wieder ein Stück länger dauern. Nach gut 25 Meilen, der tolle Hwy hat uns schon wieder hinunter in ein breites Tal geführt, kommen wir tatsächlich bei einem Campground vorbei. Wir fahren noch das kurze Stück auf einer holprigen Piste in ein tief eingeschnittenes, zu der späten Stunde schon ganz schön düsteres Tal und bauen unser Zelt dort etwas entfernt vom Auto gleich neben dem Bach auf. Nur weil das Zelt auf einem kleinen Hügel zwischen den Bäumchen steht, sind wir ganz sicher, dass wir nicht mitten im Bach liegen. Auf alle Fälle haben wir einen ziemlich unebenen Boden erwischt. Trotz der ganz schön entlegenen Gegend sind wir übrigens nicht einmal allein hier. Aber außer dem Bacherl ist eh nichts zu hören.

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Vom Zug aus photographiert.
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Die Stimmung ist gespenstisch.
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Hier ist man im Humbold Redwood State Park, aber abgesehen davon, sind nur die Bäume die Attraktion.
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Es bräuchte mindestens 8 Erwachsene Menschen mit ausgestreckten Armen um den Baum zu umrunden. Wir hatten uns keinen besonders dicken sondern den erstbesten ausgesucht.
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Hier wäre spontanes Hochwasser ungünstig gewesen.
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Fri, July 26th

Westküste, Teil 2

CA 299 E, CA 101 N: Bandon (OR)

Wir können wieder einmal nicht warten, bis uns die Sonne weckt, denn wir stecken ziemlich tief drinnen im Tal. Also frühstücken wir noch in der taufrischen Bachumgebung. Dann geht es das Stückerl über die Berge zur Küste zurück (wir sind die Entfernungen wirklich schon ganz anders gewohnt - die 25 mi sind für uns soviel wie ein Abstecher). Dort tauchen wir wieder in den Nebel ein und fahren am Interstate 101 weiter nach Norden.

Kurz nach Arcata zeigt die Tankuhr plötzlich verdächtig wenig an, doch im Land des Automobils sollte es ausreichend Zapfsäulen geben. Tatsächlich werden dann die Entfernungen aber plötzlich doch wieder spürbar. Bei Trinidad hat erstmals auf unserer Reise eine Tankstelle geschlossen, also fahren wir zunächst weiter. Vorbei geht es an großen Lagoonen und durch dichten Wald, auch immer wieder bergauf und bergab. Nach etwa 17 mi kommen wir leider schon zum Redwood Information Center. Wir sind schon ziemlich verzweifelt und erkundigen uns dort weniger nach dem Nationalpark als vielmehr nach der nächsten Tankstelle. Zum Glück sind es nur noch ein paar Meilen bis Orick, dem letzten Ort vor dem Park. Dieser besteht aus ein paar Häusern und einer wirklich winzigen Tankstelle. Wir fahren vor, steigen aus und - der Zapfhahn ist diesmal glatt mit einem Vorhängeschloss abgesperrt. Bei genauerer Betrachtung steht da ja auch im Fenster ein Schild: "No gas". Jetzt ist uns nicht mehr zum Lachen und wir schauen hinein zum Tankwart. Dieser meint, es gäbe einen Stromausfall und in Richtung Redwood Park lange keine Tankstelle mehr.

Die Tanknadel steht zwar schon weit unter "empty" aber was bleibt uns übrig - wir müssen zurück nach Trinidad, wo es angeblich noch mehr Tankstellen gibt. Während der Fahrt kommt uns der geniale Einfall, dass wir ja noch Benzin in der Reserveflasche für den Kocher haben. Also stoppen wir nochmals beim Redwood Info Center, packen die halbvolle Literflasche aus und entleeren diese teilweise in den Tank, teilweise über das Auto. Danach steht die Nadel zwar immer noch unter "empty" aber wenigstens wieder in der Nähe. Wir fahren also die ganzen 20 mi wieder in den Süden bis Trinidad, wobei wir ohne Licht und Klimaanlage, immer langsam bergauf fahren und bergab nur im Leerlauf rollen. Mit dem letzten Tropfen kommen wir wirklich zu einer scheinbar offenen Tankstelle, diesmal mit elektronischen Zapfsäulen. Wir stecken den Hahn rein und was kommt raus - nichts. Der Stromausfall betrifft unglücklicherweise den ganzen County. Erst jetzt geht uns das Licht auf, warum es heute so besonders düster ist. Jetzt ist aber keine Möglichkeit mehr gegeben von hier wegzukommen, also warten wir - im Gegensatz zu den meisten anderen, die hier schon seit Stunden herumstehen - etwa 2 Minuten, dann funktioniert wieder alles. Gerade wollten wir uns ein Alternativprogramm überlegen, aber so nutzen wir die Gelegenheit, dass wir schon bei der Zapfsäule stehen und wir füllen den Wagen um rekordverdächtige 16,80 $ an. Bei dem derzeitigen genialen Dollarkurs (1$ = 11,10 ATS) aber immer noch ganz günstig. Die tatsächliche Benzinmenge hat sogar den Betrag laut Typenschein überschritten.

Der Spaß hat uns jedenfalls sehr viel Zeit gekostet und während wir heute zum dritten Mal den Interstate 101 in diesem Bereich befahren müssen wir uns jetzt leider ernsthaft eine straffere Planung für die kommende - noch ganz beachtliche Strecke bis zum Ziel in Seattle überlegen. Ein paar interessante Punkte markieren wir in der Karte 1 : 3 000 000 und dann geht es aber flott dahin.

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Auftanken, da kein Strom verfügbar der die Pumpen der Tankstellen betreiben könnte...
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Redwood National Park

Im Redwood National Park wollen wir uns daher eher kurz umsehen, vor allem weil wir ja auf der Avenue of the Giants schon einige Redwoods bewundert haben. Wenn wir aber schon nicht zu den besonders großen Bäumen wandern, wollen wir sie doch sehen. Also fahren wir über eine enge, steile und serpentinenreiche Straße hinauf zum Redwood Creek Overlook (ca. 2500 ft). Wir sehen von dort über die dicht bewaldeten Hügel hinunter zur Nebelsuppe überm Meer und zum Redwood Creek, wo die höchsten Bäume der Welt stehen (bis zu 367,8 ft hoch, mit 22 ft Stammdurchmesser und einem Gewicht über 500 Tonnen!). Immerhin dauert es fast 2000 Jahre bis aus den etwa 5 mm großen Samen solche Giganten wachsen. Neben der Straße stehen auch einige schöne Orchideen.

Nach einem kurzen Aufenthalt fahren wir wieder zurück hinunter. Nach einer Zeit am Interstate fahren wir ins Prairie Creek Valley auf den Newton Drury Scenic Parkway. Das Tal liegt schon wieder hoch genug, um in der Sonne zu sein, daher gehen wir auf einem breiten Wanderweg ein Stück in den Wald zum Big Tree. Zwischen diesen Bäumen, Farnen und sonstigen riesigen Gewächsen kommt man sich vor, wie wenn man geschrumpft wäre. Auf einem vor langer Zeit umgestürzten Riesen, der die Landschaft versperrt wächst mittlerweile ein Baum, der etwa die Größe einer ausgewachsenen Fichte besitzt. Die Wurzeln wachsen einfach über den Stamm des gefallenen Giganten drüber. Der "Big Tree" ist schon ein gewaltiger Baum. Der große Laubbaum, der daneben wächst, wirkt dagegen wie ein größerer Busch. Eine Tafel erklärt, dass dieser etwa 1500 Jahre alte Baum eine Höhe von 304 ft (92,7 m), einen Durchmesser von 21,8 ft (6,6 m) und einen Umfang von 68 ft (20,7 m) erreicht hat! Da können wir, mehr als 50 x kleiner nur staunen. Trotzdem - außerhalb den National- und Stateparks geht es auch solchen Riesen mit der Motorsäge an den Kragen. Da gehen immerhin schon ein paar komplette Holzhäuser heraus... Wir schlagen uns ein kurzes Stück selbstständig durchs Dickicht, aber aufgrund der unüberquerbaren liegenden Baumstämme ist dies so gut wie unmöglich, also geht es am Weg zum Auto zurück.

Noch gefällt es uns hier zu gut, um wieder auf den Interstate Highway zurückzukehren, also nehmen wir noch einen Umweg über den Coastal Drive, eine allerdings recht schlechte Straße, teilweise sogar unasphaltiert. Diese führt uns wieder hinunter zum Nebel. Wenn in diesem mächtigen Wald auch noch dichter Nebel herrscht, wird das Ganze ziemlich gruselig. An der ganz schön hohen Steilküste ergeben sich wunderbare Tiefblicke auf einsame Strände und die von der wilden Brandung umspülten Felsinseln. Vorbei geht es an einem Bauernhof, der in Wirklichkeit eine im 2. Weltkrieg installierte Radarstation enthält. An der Mündung des Klamath Rivers führt die Straße über eine etwa 15 cm hohe Stufe. Da sich die Stufe auch weiter in der Landschaft verfolgen lässt, sind wir sicher, dass es sich noch um die letzten unbeseitigten Spuren eines Erdbebens handelt. Der große Fluss mündet selbst in einem schönen Bogen in das Meer, wo sich die beiden Strömungen brausend vermischen. Auf dem riesigen Sanddelta liegen Unmengen von Schwemmholz und auch verschiedenste faulenzende Tiere herum. Dann führt die Straße, vorbei an den Resten einer 1964 bei Hochwasser zerstörten Brücke zurück zum Interstate 101, auf dem wir jetzt bis zum Nordende des Parks dahinglühen.

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Wenn der alte dicke Baumstamm verrottet ist, sollte der Jüngere auf eigenen Beinen stehen können. Jedenfalls wird das ein eigenwilliges Wurzelwerk am Ende ergeben.
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An der Mündung des Klamath Rivers (hinten im Bild) führt die Strasse über eine etwa 15 cm hohe Stufe. Da sich die Stufe auch weiter in der Landschaft verfolgen lässt, sind wir sicher, dass es sich noch um die letzten unbeseitigten Spuren eines Erdbebens handelt.
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Oregon

Am Interstate 101 - mittlerweile nur noch eine breite, kurvenreiche Straße - erreichen wir schließlich den letzten noch unbetretenen Bundesstaat unserer Reise, nämlich Oregon. Nach Brookings wird es auch unmittelbar an der Küste immer sonniger. Damit sieht die Landschaft wieder ganz anders aus. Es herrscht nach wie vor Steilküste mit teilweise goldgelben Hügeln, teilweise dichtem Wald bis an die Klippen. Aus dem Meer ragen immer wieder größere und kleinere, teils spektakuläre Felsinseln heraus.

Nördlich des Humburg Mountains wird es schließlich wolkenlos. Bei Port Orford fahren wir daher wieder zum Strand, wo wir die meterhohe Brandung nun auch bei tiefstehender Sonne bewundern können. Zum Baden lockt die Temperatur deswegen aber immer noch nicht einmal annähernd. Hier herrschen wieder dicht bewaldete Hügel vor, wobei die Bäume oft bis auf die letzten Klippen hinauswachsen.

Am Cape Blanco haben wir in unserer miserablen Karte einen Campground verzeichnet und nicht allzuweit davon entfernt, vor Bandon finden wir tatsächlich einen. Der Besitzer, sowie die anderen Gäste kommen uns dort zwar recht bedenklich vor, sie könnten allesamt aus einem schrägen Gangsterfilm stammen, doch unsere Müdigkeit und der Mangel an Alternativen siegen vor Zweifel. Wir nutzen sogar die Duschmöglichkeiten aus. Unser Zelt steht zwar auf dem weichen Waldboden inmitten ziemlich dichter Vegetation, aber die Nähe zum Meer lässt sich diese Nacht nicht leugnen. In der Ferne hört man ständig das Geräusch der starken Brandung und beim Liegen am Boden bildet sich Christian ein, diese sogar zu spüren. Immerhin ist dies die einzige Nacht, die wir in unmittelbarer Nähe von der Küste verbringen.

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Das Kennzeichen zeigt einen Wagen wie ihnen die Siedler aus dem Osten benutzen. Die Geschichte Oregons ist eng mit der endgültigen Eroberung des amerikanischen Westens verbunden. Pioniere aus dem Osten machten sich auf Entdeckungsreise gen Westen. Sie träumten von einem besseren, friedlichen Leben und hofften auf vielfältige Naturressourcen, die Ihnen eine ausreichende Lebensgrundlage bieten würden. Daraus entwickelte sich der legendäre Oreg [...]
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Wir waren hier zum Seeroben photpgraphieren, aber diese waren zu weit weg, oder unsere Teleobjektive zu schwach. Das Wasser war schon ausgesprochen kalt.
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Nur wenn der Küstenverlauf etwas mehr verwunden ist, wie bei dieser nach Süden gerichteten Bucht, kann die Nebelwand einfacher aufreissen.
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Sat, July 27th

Face Rock in Bandon

OR 101 N: Newport

In der Früh ist es wieder recht frisch. Solange die zwielichtigen Gestalten rund um uns noch schlafen, machen wir uns aus dem Staub. Wir fahren zunächst noch die Seitenstraße weiter zum Strand, weil es uns interessiert, wie weit diese so gut hörbare Brandung nun wirklich weg ist. Dort treffen wir zufällig auf ein Schild mit der Aufschrift "Face Rock". In der Tat kugeln vor der Küste einige bizarre große Felsen herum. So auch einer, der wie ein leicht nach oben schauender Kinderkopf ausschaut. Der Fels ist an sich schwarz, aber die verschiedensten Vögel haben den Felsen derartig subtil beschissen, dass schöne weiße, ziemlich realistische Gesichtszüge herausgearbeitet wurden. Die Nebelstimmung ist heute besonders interessant. Während sich über uns wieder der übliche Hochnebel gebildet hat, ist es ein kurzes Stück vor dem Strand schön und ganz draußen bauen sich richtige sanfte Nebelhügel über dem Meer auf, die von der Sonne rosa angehaucht werden. Uns fröstelt es aber schon wieder, also nichts wie weiter Richtung Seattle.

Oregons Küste scheint einfach aus einigen kleinen Ortschaften zu bestehen, keine hat einen irgendwie herausragenden Charakter, was die Gegend aber recht nett, und nicht wirklich amerikanisch macht. Nach Coos Bay, einer etwas größeren Holzindustriestadt, endet die Steilküste und geht langsam in eine flache Landschaft mit weitläufigen Stränden und sehr viel Sand über. Nun stehen in den Orten oft nur ein paar Holzhäuser in der Landschaft, mit Blick auf den Strand.

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Vor der Küste kugeln einige bizarre große Felsen herum. So auch einer, der wie ein leicht nach oben schauender Kinderkopf ausschaut. Der Fels ist an sich schwarz, aber die verschiedensten Vögel haben den Felsen derartig subtil beschissen, dass schöne weiße, ziemlich realistische Gesichtszüge herausgearbeitet wurden. Davor: Teile des Cat and Kitten Rock, hier sind wohl die Kätzchen zu sehen.
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Oregon Dunes NRA

Nach etwa 40 mi Fahrt erreichen wir eine grüne Landschaft mit vielen Seen. Auf der Seite zur Küste hin leuchten allerdings Sanddünen gewaltigen Ausmaßes. Wir wollen uns gerne die Sanddünen aus der Nähe anschauen. Endlich führt eine Straße vom Interstate nach Westen, zu einem Campground. Dort stellen wir das Auto einfach am westlichsten Punkt in die Wiese und stapfen wild hinauf auf die Dünen, die stellenweise bis 150 m hoch sind. Wir stapfen durch den feinen Sand einen Kamm nach dem anderen hinauf. Dabei wird uns ganz schön warm. Trotzdem gibt es schon einige Faktoren, die uns davon abhalten, dass wir uns in die Wüste versetzt fühlen könnten. Erstens der Hochnebel, der zwar die Sonne ein wenig durchscheinen lässt, aber doch den blauen Himmel verdeckt. Zweitens ist es nicht wirklich heiß, wir schwitzen ja schließlich unterm Pullover. Auch ist der Sand großteils relativ stabil, schon etwa 10 cm unter der staubtrockenen Oberfläche ist es ziemlich feucht und der Sand somit verfestigt. Außerdem werden die meisten Dünenkämme zusätzlich durch künstlich gepflanzte Gräser an den Graten stabilisiert. Die Vegetation ist zwar eigenartig, aber wüstenartig ist sie sicher nicht.

Da wir vor haben, das Meer von den Dünen aus zu sehen, müssen wir ganz schön weit hinauf. Das Stapfen im Sand ist ganz schön anstrengend, aber auch lustig. Speziell das "Abfahren" über die steilen Dünen macht uns extrem viel Spaß. Witzig ist auch, dass rund um die Sanddünen dichter Wald wächst. Von einer der höchsten Dünen sehen wir dann auch tatsächlich das Meer - zwar ganz schön weit weg, aber immerhin. Die Nebelberge von der Früh sind auch jetzt noch erkennbar.

Obwohl diese Dünen angeblich gerne von "dune buggies" durchpflügt werden, haben es wir sehr ruhig auf unserem Aussichtspunkt. Wir stapfen zurück, schlagen uns wieder durchs Gebüsch zum Auto. Auf der Windschutzscheibe finden wir ein Zettelchen, wo uns jemand die eher unangenehme Mitteilung "See Ranger!" hinterlassen hat. Mit schlechtem Gewissen und die schlimmsten Vermutungen anstellend durchkämmen wir also den Campground und werden in einer der Sanitäranlagen fündig. Der Ranger meint, wir sollten uns das nächste Mal nicht ins Gras stellen, sondern doch gefälligst am Asphalt bleiben. Sonst hat er aber für uns aber gerade eh keine Zeit, also düsen wir wieder ab.

Bei Florence fahren wir noch einmal zum Strand, wo wir unsere Mittagsjause einnehmen. Hier ist der Nebel besonders dicht, aber die Sonne scheint trotzdem ein wenig durch. Christian möchte noch ein Fläschchen Wasser als Andenken mitnehmen. Also gehen wir auf den endlosen Strand hinaus, auf dem nur einzelne Muscheln herumliegen. Es gibt zwar Warnschilder, auf denen vor den besonders hohen Wellen hier gewarnt wird. Aber was soll's. Wir hören das Wasser rauschen, also kann es nicht so weit entfernt sein. Mit der offenen Trinkflasche geht es am feuchten Sand hinaus. Da taucht plötzlich im Nebel vor uns die nächste Welle auf... also nichts wie zurück im Laufschritt. Dadurch, dass der Strand so flach ist, können die Wellen eine ganz schönen Schwung entwickeln. Mit Geduld dann doch etwas Wasser (mit viel Sand) gefasst, kann es weitergehen.

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Der Sand ist nur obverflächlich weich und trocken. Auch sonst passt nicht viel zum Wüstenfeeling.
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Sea Lion Caves

Nachdem wir den Siuslaw River überquert haben, kommen wir wieder an eine besonders wilde Steilküste. Etwa 20 mi weiter nördlich wollen wir noch die Sea Lion Caves besuchen. Schon vorher sehen wir von einem Aussichtspunkt über die steilen Hänge hinunter zu einem Felsvorsprung am Meer, auf dem einige hundert Seelöwen herumfaulenzen.

Bei den Sea Lion Caves ist ein ordentlicher Touristenrummel. Souvenierläden und großer Parkplatz lassen zumindest den Eindruck entstehen. Wir befinden uns etwa 400 ft über dem Meer auf steilen Klippen. Dort stellen wir uns auf einem aussichtsreichen Weg an und warten auf die Abfahrt mit dem Aufzug. Mit diesem gelangen wir dann in die größten vom Meer geschaffenen Grotten Amerikas. Unten ist es wirklich sehr eindrucksvoll. Von einer Höhle aus kann man in die riesige Halle der Grotte sehen, die zwei große Ausgänge zum Meer besitzt und wo das Wasser in gewaltigen Wellen hereinschwappt und auch der Nebel hereinzieht. Auf den Felsinseln in der Grotte liegen viele Seelöwen herum, manche von ihnen sind wirklich unglaublich riesig. Einige springen gerade ins Wasser, ein paar andere robben sich heraus. Dass hier massenweise Touristen hinuntergekarrt werden, scheint die Seelöwen nicht weiter zu stören. Fotografieren ist eh nur ohne Blitz erlaubt. Nach kurzem Aufenthalt geht es aber wieder hinauf. Oben genießen wir noch einmal den Blick hinunter auf die gewaltige meterhohe Brandung an den Klippen, die durch eine Unmenge von Kormoranen und anderen Vögeln sehr dicht bevölkert und schon völlig weiß beschissen sind. Dementsprechend angenehm riecht hier auch die Luft wieder. Die Kormorane sind riesige Vögel, sie schwimmen wie die Enten in dem aufgepeitschten Wasser und fischen. Dann lassen sie sich von der bis zu 10 m hohen Brandung einfach auf die Felsen werfen, wo sie mit ein paar Flügelschlägen auch landen.

Weiter geht die Fahrt am Hwy nach Norden durch den Nebel, die Klippen links, den Wald rechts von der Straße, zum Cape Perpetua. Da dort wieder ein wenig mehr Sonne scheint, gehen wir zu einer Stelle, wo die Brandung auf einen erkalteten Lavastrom trifft. Zwischen den schwarzen Felsen haben sich verschiedenste Hohlräume und Löcher gebildet, wo das Wasser durchschießt und manchmal auch senkrecht nach oben geleitet wird. Bei diesen Pools spritzt es dann zeitweise ordentlich heraus. Wir klettern ein bisschen auf dem scharfkantigen schwarzen Felsgebilde herum, wo grüne und gelbe Algen in größeren Lacken einen schrägen Farbeffekt verursachen.

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Bei den Sea Lion Caves ist ein ordentlicher Touristenrummel. Souvenierläden und großer Parkplatz lassen zumindest den Eindruck entstehen. Wir befinden uns etwa 122 m über dem Meer auf steilen Klippen. Dort stellen wir uns auf einem aussichtsreichen Weg an und warten auf die Abfahrt mit dem Aufzug. Mit diesem gelangen wir dann in die größten vom Meer geschaffenen Grotten Amerikas. Unten ist es wirklich sehr eindrucksvoll. Von einer Höhle aus [...]
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OR 20 E: Albany, Portland
IS 5 N: St. Helens
OR 503 E, OR 90 E: Mount St. Helens South-East

Leider ist die Zeit schon wieder sehr rasch fortgeschritten und obwohl die Küste wirklich sehr schön und interessant ist, können wir nicht länger dort im Schneckentempo nordwärts fahren, denn bis Seattle, wo wir schon morgen sein müssen, ist es noch verdammt weit. Also fahren wir jetzt ohne weiteren Aufenthalt über Waldport nach Newport. Dann queren wir am Interstate 20 über einen großen Pass (etwa 3000 ft) die Coast Range und steuern die bestens ausgebaute Nord-Südverbindung, den Interstate 5 an. Damit lassen wir aber den Pazifik, den Nebel und den Redwood Forest endgültig hinter uns und kommen in dichter besiedeltes und kultiviertes Gebiet mit schönem Wetter und angenehm warmen Temperaturen.

Auf dem mehrspurigen Interstate Hwy geht es dann wirklich zügig weiter. Wir fahren in einem sehr breiten Tal gute 50 mi nordwärts. In der Ferne sieht man schon die teilweise schneebedeckten Vulkane. Dann erreichen wir Portland, eine relativ schöne Großstadt. Wir schauen uns ein wenig zu viel um, sodass wir die Umfahrung im Osten der Stadt versäumen. Aber auch durch die Stadt sind die Straßen sehr gut ausgebaut und es geht mindestens vierspurig und trotz des Abendverkehrs ganz schön zügig voran. Bei der Überquerung des Columbia Rivers (ein Stück Amerika, das wir schon öfter getroffen haben) wirkt die Skyline mit den Hochhäusern der Downtown, sowie die gewaltigen Brückenkonstruktionen rundum in der Abendsonne besonders schön. Der Columbia River wird scheinbar bis Portland auch von Überseeschiffen befahren, sonst gäbe es keine Erklärung für diese riesigen Brücken.

Mount St. Helens

Es ist zwar schon spät und morgen müssen wir in Seattle sein, aber ein interessanter Punkt wäre noch in der Karte verzeichnet - der Mount Saint Helens. In der Karte (immerhin hier wieder 1:1mio) sind in dem Gifford Pinchot National Forest einige Campgrounds, wie auch eine Straße hinter dem Berg herum (leider ohne Entfernungsangaben) eingezeichnet. Wir entschließen uns also, diese Nacht hinter dem Vulkan zu verbringen.

Wir verlassen beim Ort St. Helens den Interstate Hwy und fahren auf einer Nebenstraße in das Lewis River Valley. Dieses ist ebenfalls eine kultivierte Gegend mit vielen Ortschaften und zieht sich schon extrem lang. Erst nach guten 50 mi, als wir zu einem großen Stausee kommen, sehen wir auch die ersten Campgrounds. Wir fahren aber vorerst noch weiter, es geht hoch über einen zweiten, noch größeren Stausee hinauf, da endlich kommen wir zu einer Abzweigung zum "National Volcanic Monument, 11mi". Bei dieser Abzweigung steht leider auch ein Schild, dass die Straße, die wir nachher um den Berg herum fahren wollen, gesperrt wäre. Aber darüber wollen wir uns erst später Gedanken machen. Jetzt geht es zunächst einmal steil und kurvenreich hinauf, Kleinigkeiten wie Lavahöhlen müssen wir dabei links liegen lassen. Zwischen den Bäumen sehen wir dann schon den mit vielen Schneeflecken bedeckten Gipfel der Mount St. Helens. Es ist aber noch ein ganz ordentliches Stück zu fahren und so kommen wir erst sehr spät zum Endpunkt der Straße, unmittelbar unterhalb des Berges.

Bis dahin sind wir ständig durch normales, bewaldetes Gebiet gefahren. Hier, wo der Parkplatz ist, stehen maximal ein paar kniehohe Bäumchen. Wir befinden uns auf einem gigantischen Schwemmfächer und schauen zu dem 8361 ft hohen, geköpften Gipfel, hinter dem sich die Sonne bereits versteckt hat. Über dem zackigen Kamm stehen ein paar Dunstwölkchen und es riecht verdächtig nach Hölle. Wir schauen uns ein wenig die herumstehenden Tafeln an. Als im Mai 1980 die oberen 1300 ft bei einer gewaltigen Explosion (leider auf die andere Seite) weggesprengt wurden, hat es sich auch auf dieser Seite ganz schön abgespielt. Da der oben vorhandene Gletscher mehr oder weniger auf Anhieb geschmolzen ist, ist hier eine gewaltige Wasser-, Eis- und Steinlawine heruntergeschossen. Aufgrund der Form des Schwemmfächers, den dieses Ereignis mitten im Wald hinterlassen hat, kann man sich die tobenden Kräfte gut vorstellen.

Wir schauen uns noch einen Canyon an, den diese Flutwelle in weiterer Folge in das anstehende Gestein und unterschiedlich alte Lavaschichten geschnitten hat. Auch hier zeugen die Größe der im Flußbett herumliegenden runden Blöcke, wie auch der dazwischen eingebetteten riesigen Baumstämme von den Naturgewalten. In der Ferne leuchten die großen Gletscher des Mount Rainier im letzten Sonnenlicht wunderschön eingefärbt auf. Ja, heute haben wir einen gewaltigen Sprung nach Norden gemacht, daher ist es um diese späte Stunde hier noch hell. Das ändert nichts an der Tatsache, dass es schon ganz schön spät geworden ist und wir sind die letzten Leute hier weit und breit, also nichts wie zurück zum Auto.

Wir fahren also zur Abzweigung zurück, um weiter in Richtung Seattle rund um den Berg zu fahren. Das Hinweisschild, dass die Straße ein paar Meilen weiter gesperrt sein soll, interessiert uns nicht, wahrscheinlich handelt es sich sowieso nur um ein paar Steinchen auf der Straße. Etwa 5 mi weiter ist die Straße aber dann tatsächlich gesperrt, es dies ist mit Hilfe eines riesigen Sandhaufens auf der Straße auch eindeutig gekennzeichnet. Das kann uns alles noch nicht abschrecken, also schauen wir zu Fuß weiter, und siehe da - ein kurzes Stück weiter führt die Straße um eine Kurve, um dort abrupt zu enden. Da, wo sonst die Straße sein sollte, klafft eine etwa 200 ft tiefe und mindestens genauso breite Schlucht. Auf der anderen Seite geht die Straße weiter, aber diesmal bringt uns dieser Umstand wirklich nicht viel. Die gewaltigen zermerscherten Baumstämme die hier auch herumliegen, sowie der Umstand, dass absolut keine Anzeichen einer ehemaligen Brücke vorhanden sind, lassen uns vermuten, dass hier einmal ziemlich viel Wasser aufgestaut worden ist und dann durch die Straße gebrochen ist. Es schaut allerdings nicht so aus, als wäre diese Lücke schon 1980 entstanden, sondern eher vor kürzerer Zeit.

Wie auch immer, wir sind zwar beeindruckt, aber es wird auch immer später. Wir fahren wieder hinunter zum Stausee und versuchen dort einen Waldweg als eventuelle Ausweichstrecke zu verwenden. Allerdings ist der Straßenzustand unserem Auto diesmal unbestritten unzumutbar. Na gut, also fahren wir talauswärts zu dem Campground, den wir früher gesehen haben. Dieser ist natürlich übervoll, also suchen wir nach sonst einem Platz zum Zelten. Es ist Samstag Abend, und anscheinend ist es in dieser Gegend üblich, dass sich die gesamte Bevölkerung von Portland und Umgebung am Wochenende in diesem Tal trifft. In jeder noch so entlegenen Seitenstraße stehen haufenweise Zelte. Als wir über eine Brücke fahren, sehen wir entlang vom Fluss überall Leute, Lagerfeuer und viel Betrieb. Da es mittlerweile auch vollständig finster geworden ist, geben wir die Suche auf und fahren nochmals meilenweit zurück ins Tal und auf den Hang hinauf zu der Stelle, wo die Straße endet. Wir denken, dass dort wahrscheinlich kaum jemand vorbeikommt.

Sehr einladend ist der Platz trotzdem nicht. Bei Mondschein inspizieren wir die Wiese links der Straße, über der sich eine Felswand erhebt. Wir müssten ein paar Seine zur Seite räumen. Doch irgend etwas hält uns doch davon ab. Wir nehmen doch die andere Straßenseite, leicht geneigt und mehr mit Splitt übersät, als mit Gras. Als wir dann nach dem Abendmahl endlich geschafft im Zelt liegen ist es wieder ganz still. Die letzte Nacht dieser Art. Doch diese Nacht gibt es einige unheimliche Geräusche - auf der anderen Straßenseite sausen immer wieder verschieden große Steinbrocken herunter. Ein Glück, dass wir dort das Zelt nicht aufgestellt haben. Auch sonst rührt sich alles mögliche in dieser Nacht. Bei der Gelegenheit fällt uns ein, dass wir uns ja wieder im Bärenland befinden. Doch später sind wir dann doch vom Schlaf überwältigt.

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Ein Bach durchschneidet den alten Lavafluss.
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Provincial Road 90 entlang des Swift Reservoir(seit 1998 wieder befahrbar).
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Sun, July 28th

Fahrt nach Seattle

Zum Frühstück sitzen wir auf unserem aussichtsreichen Platz in der Morgensonne und genießen noch einmal diese herrliche Ruhe über dem Tal mit dem Wald und dem See. Wir wissen, dass es jetzt tatsächlich dem Ende zugeht. Doch wir fassen uns wieder, schmeißen nur mehr alles irgendwie ins Auto und düsen los - wir müssen so schnell wie möglich nach Seattle.

OR 503 W: St. Helens
IS 5 N: Seattle (WA)
WA 405 N: Seattle Mercer Island
IS 90 E: Lake Sammamish

Wir fahren die ganzen 200 mi ohne Pause durch nach Seattle. Es ist auch eine landschaftlich nicht besondere Strecke, außer dass wir nochmals schöne Blicke zum Mt. St. Helens und Mt. Rainier haben. Wir fahren gleich einmal zu dem Campingplatz, den wir schon zu Beginn unserer Tour ausgeforscht haben. Dieser ist zu unserem Entsetzen zwar offiziell wegen einer Veranstaltung geschlossen, doch als wir vor der verschlossenen Tür stehen, kommt die Besitzerin und lässt uns mit den Worten: "Hey guys, I know you!" hinein.

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Mit Oregon-Kennzeichen.
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Es ist zwar noch vor Mittag, doch wir wissen, dass wir nicht viel Zeit zum Rasten haben. Zuerst bauen wir gleich einmal das Zelt auf. Dann kommt wohl das schwierigste Manöver: Wir räumen das Auto vollständig aus, zum ersten Mal seit vier Wochen. Was da alles zum Vorschein kommt! Naja, wir stehen zum Glück in der Nähe des Müllkontainers, alles was wir mitnehmen wollen, muss schließlich in unseren beiden Tramperrucksäcken untergebracht werden. Das Unternehmen dauert leicht zwei Stunden.

Da die Tankanzeige schon wieder tief unten steht, peilen wir als nächstes eine Tankstelle an. Bei der Gelegenheit kommen wir auf dem Hügel bei einem PizzaHut vorbei, wo wir uns eine ordentliche (gute, hauptsächlich aus Käse bestende, und ganz schön teure) Pizza leisten. Nach dieser kurzen angenehmen Rast fahren wir zu der großen Tankstelle beim Interstate 90 am Eastgate. Dort fahren wir zuerst einmal in die Self-Service Garage, wo wir mit dem Hochdruckreinniger die Außen- und besonders die Unterseite putzen. Wir hinterlassen einen großen Haufen rotbrauner Erde, wahrscheinlich noch vom Cottonwood Canyon stammend. Dann geht die Arbeit mit dem Staubsauger los. Die Reinigung des Inneren ist eine langwierige Angelegenheit, weil alles so verstaubt ist. Wir brauchen einige Dollars für die Staubsauger, viel Papier und Geduld.

Am fortgeschrittenen Nachmittag unterbrechen wir das Reinigungsmanöver und fahren in die Stadt zur King Street Station von Amtrak, um Zugkarten zu besorgen. Kurz unterliegen wir der Versuchung, die Klimaanlage einzuschalten, doch als uns in dem schön geputzten Cockpit der Staub um die Ohren fliegt, lassen wir ab sofort wieder die Fenster offen. Wir finden sogar einen Parkplatz relativ nahe der Station. Zu sehen ist diese allerdings nicht, da sie hier die Bahn in den Untergrund verbannt haben. Auf dem tollen Pacific Northwest Corridor von Seattle nach Vancouver gehen nicht nur alle 20 Minuten ein Flieger, insgesamt drei Busse pro Tag, nein es fährt auch ein einziger (!) Zug. Wir wollen aber unbedingt mit dem Zug fahren, auch wenn dieser schon um 7.45 in der Früh wegfährt. Außerdem hat diese Uhrzeit für uns zwei Vorteile: Erstens müssen wir das Auto vor der Öffnungszeit des Vermieters zurückgeben, sprich es kann uns keiner ausfragen woher die Kratzer am Dach und am hinteren Kotflügel stammen und wieso so viel Staub aus den Lüftungsgittern kommt, wenn der Ventilator bläst... Zweitens kommen wir noch Vormittag in Vancouver an und haben somit noch Zeit, ein wenig durch die Stadt zu streunen. Also besorgen wir uns die Tickets, die auch eine Sitzplatzreservierung beinhalten. Wir werden also im Car 37, Seat 21 und 22 sitzen.

Nachher fahren wir zurück zur Tankstelle am Eastgate. wo wir mit dem letzten Klopapier noch Kleinigkeiten putzen und dann in die Waschstraße fahren. Dies funktioniert dort wirklich einfach - wir schmeißen unsere Münzen rein, fahren hinein bis das Auto einen großen Kontakt umlegt, parken dort, lassen das Auto putzen, föhnen etc. Dann leuchtet die Ampel grün auf, also wollen wir hinausfahren. Leider rutschen wir auf dem Kontakt aus. Daher wollen wir Anlauf nehmen und mit Schwung drüber. Zu seinem Pech hat zu diesem Zeitpunkt aber schon der Typ hinter uns bezahlt und als wir wieder auf den Kontakt fahren, fängt die Prozedur nochmals von vorne an! Tja, da hat uns also jemand ein zweites Mal Putzen spendiert. Danach gehts aber mit einem Kavalierstart auf und davon...

Nachher fahren wir zurück zur Tankstelle am Eastgate. wo wir mit dem letzten Klopapier noch Kleinigkeiten putzen und dann in die Waschstraße fahren. Dies funktioniert dort wirklich einfach - wir schmeißen unsere Münzen rein, fahren hinein bis das Auto einen großen Kontakt umlegt, parken dort, lassen das Auto putzen, föhnen etc. Dann leuchtet die Ampel grün auf, also wollen wir hinausfahren. Leider rutschen wir auf dem Kontakt aus. Daher wollen wir Anlauf nehmen und mit Schwung drüber. Zu seinem Pech hat zu diesem Zeitpunkt aber schon der Typ hinter uns bezahlt und als wir wieder auf den Kontakt fahren, fängt die Prozedur nochmals von vorne an! Tja, da hat uns also jemand ein zweites Mal Putzen spendiert. Danach gehts aber mit einem Kavalierstart auf und davon...

Als wir wieder auf den Campingplatz einfahren, strahlt das Auto in vollem Glanz und innen ist es absolut ungewohnt leer... Wir essen noch unsere Restln und nutzen die Duschen aus, die aber immer noch nicht ganz einwandfrei funktionieren. Wir lassen uns von dem Festl, das in der Nacht am Campingplatz abgehalten wird, nicht stören sondern fallen erschöpft in unsere Schlafsäcke und schlafen zum letzten Mal für einige Zeit noch einmal recht gut.

Mon, July 29th

WA 90 W, IS 5 N: Seattle Center

Seattle

In der Morgendämmerung (ca. 04h30) läutet schon der Wecker. Wir frühstücken noch sehr ausgiebig (der Rest muss leider hier bleiben). Dann packen wir auch noch Zelt, Schlafsäcke und das restliche Zeugs taufrisch ein. Mit der Campingplatzleiterin haben wir ausgemacht, dass wir so früh schon hinauskönnen, mit der Autovermietung, dass wir den Wagen einfach hinstellen können. Es ist viel weniger Verkehr als erwartet. Ein letztes Mal fahren wir über die Floating Bridge und die gigantische Highwaykreuzung in die Stadt. Zuerst suchen wir eine Tankstelle, dazu kurven wir ganz schön herum, aber dann gibt es doch eine, wo wir das Auto nochmals volltanken. Dann stellen wir unseren guten Geo (WA 441 GIZ) mit genau 5899mi (9492km) mehr am Tacho still und leise zur Vermietungsstation und werfen den Schlüssel beim Postkastl hinein.

Jetzt stehen wir also erstmals wieder mit dm ganzen Gepäck am Buckl da. Unser Plan sieht zwar vor, dass wir jetzt mit der "Metro" in Richtung Bahnhof fahren müssen, aber so wirklich auseinandergesetzt haben wir uns damit noch nicht. Anhand einer sehr groben Karte bestimmen wir, wo ungefähr die Einstiegstelle sein müsste, doch diese sind wie so manche Wiener U-Bahn-Abgänge sehr gut versteckt. Nachdem wir einige Leute gefragt haben, wo's zur Metro geht, und viele es nicht wissen, finden wir doch selbstständig einen Zugang. Wir gehen also in so ein Loch hinunter, lösen Karten und stehen in dem Tunnel wo die "Metro" fahren sollte. Zu unserer Verwunderung gibt es hier allerdings keine Schienen. Kurz darauf kommt auch schon der O-Bus daher. Später erfahren wir, dass das ganze als U-Bahn-System geplant war, aber nie durchgezogen wurde. Als der Bus den Tunnel verlässt, schaltet er auch wieder auf Benzinbetrieb um.

Den Bahnhof finden wir nur, weil wir schon am Vortag dort waren. Wenn man hier öffentlich unterwegs ist, kann man sich wirklich die Kugel geben. Und dann noch mit unserem Mörder Gepäck. Die Erwartung, mit einem typisch amerikanischen Zug zu fahren, wird gleich einmal zerschmettert. Stolz wird verkündet, dass wir mit einem europäischem "Spitzenzug" unterwegs sind, dem spanischen Talgo nämlich. Zuerst müssen wir uns lange bei der Zollkontrolle anstellen. Hier ist es aber doch etwas unkomplizierter, als beim Bus.

Zugfahrt Seattle - Vancouver

Wir haben noch ein wenig Zeit, wegen dem Gepäck können wir aber nicht recht viel herumrennen. Wir schauen uns ein wenig am Bahnhof um und den Zug etwas genauer an. Er hat witzigerweise eine ganz normale Amtrak Lok vorne dran, die mit ihrer gewaltigen Größe und Form überhaupt nicht zum Talgo passt. Dann geht es in den Zug. Die Fenster sind sehr stark abgedunkelt. Sie spielen Up Close and Personal mit Robert Redford. Interessanter Weise werden nicht nur Stationen angesagt, sondern auch interessante Aussichten. Die Strecke verläuft meist entlang der Küste und ist weitaus interessanter, als die Busfahrt im Landesinneren. Besonders schön ist die morgendliche Stimmung am Puget Sound, wo gerade Reiher beim Fischen sind. Der Zug bringt es nicht recht viel über 70 mph und wegen den komfortablen Waggons kommt einem die Fahrt besonders langsam vor. Es gibt auch ein paar Stationen und im Nu sind wir schon in Canada. Bis wir allerdings den Bahnhof in Vancouver erreicht haben, fahren wir noch ein ganz schönes Stück ins Fraser Valley. Die Überquerung des Flusses mit seinen großen Brücken und mit den vielen Holzfloßen drauf ist wieder sehr eindrucksvoll und dann schleicht der Zug noch sehr lange durch die Stadt zurück zur Main Station. Trotz der langsamen Einfahrt kommen wir noch zu früh an und so haben wir noch den halben Tag für Vancouver.

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