| Beschreibung: | Der Isis-Kult wurde erst im Laufe des 2. Jahrhunderts v. Chr. in Pompeji eingeführt. Verehrt wurde Isis wohl vor allem von der einfachen Stadtbevölkerung. Während bei anderen Tempeln reiche, meist alteingesessene Familien als Stifter auftraten, belegen Inschriften, dass die Ausstattung des Isis-Tempels vor allem von Personen einfacher Herkunft finanziert wurde. Die Popularität des Isiskultes zeigt auch, dass der Isis-Tempel nach dem Erdbeben von 62 n. Chr. als eines der wenigen öffentlichen Gebäude sehr schnell wieder aufgebaut wurde. Als der Tempel in den 1760er Jahren als eines der ersten Gebäude Pompejis ausgegraben wurde, war die Öffentlichkeit überrascht angesichts des Fundes eines orientalischen Kultes in Italien. Dadurch wurde eine Ägypten-Faszination in Europa ausgelöst, die man selbst noch in Edward Bulwer-Lyttons 1837 veröffentlichen Roman über den Untergang Pompejis erkennen konnte, da dieser dem Isiskult und seinem Priester einen großen Platz in der Geschichte einräumte. Der Isis-Tempel – auch Iseum genannt – wurde gegen Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. an exponierter Stelle, in direkter Nachbarschaft zum Theater, als eine der ersten Anlagen dieser Art in Italien errichtet. Obwohl der Kult fremdländisch war, war die Ausstattung römisch. Dies bezeugt einmal mehr die Anlehnung an Rom zu einer so frühen Zeit, selbst bei einem solchen Bauwerk. Nach Umbauten erhielt der kleine Tempel mehrere Nebenräume. Man stellte nicht nur ein Kultbild der Isis, sondern auch des Serapis, des Harpokrates und des Anubis auf. Entlang der Portikusrückwände fanden sich Statuen und Hermen von Isis, Venus,Bacchus und des Schauspielers Norbanus Sorex. Über einen Zugang im Südosten des Tempels gelangte man unter die Erde, wo Nilwasser für Reinigungshandlungen aufbewahrt wurde. |